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Externe Qualitätssicherung in der Perinatologie/ Neonatologie im Freistaat Sachsen 2007
Dr. habil. Reinhold Tiller, Chemnitz, Vorsitzender
Die seit 1991 in nahezu unveränderter personeller Zusammensetzung bestehende Arbeitsgruppe hat ihre Tätigkeit auch im Jahr 2007 kontinuierlich fortgesetzt.
Altersbedingt mussten leider Prof. Dr. Brigitte Viehweg, Prof. Dr. Christoph Vogtmann, Dr. habil. Konrad Müller und Dr. habil. Heiner Bellée ausscheiden. Sie hatten das Niveau der Arbeitsgruppe über 15 Jahre entscheidend geprägt und zu deren bundesweiten Anerkennung beigetragen.
Frau Prof. Dr. Eva Robel-Tillig (Leipzig), Prof. Dr. Holger Stepan (Leipzig), Dr. Gabriele Kamin (Dresden), Dipl.-Med. Heike Pachmann (Chemnitz) und Dipl.-Med. Kristina Winkler (Görlitz) konnten für die Mitarbeit in der Arbeitsgruppe gewonnen werden.
In sechs Arbeitssitzungen wurden die Ergebnisse des Jahres 2006 analysiert, und es wurde sich schwerpunktmäßig auf die Gestaltung des strukturierten Dialogs konzentriert. In zwei getrennten Zusammenkünften erfolgte durch Geburtshelfer und Neonatologen die Auswertung der Ergebnisse des Jahres 2006. Dabei kam erstmalig ein von der Arbeitsgruppe Perinatologie und der Projektgeschäftsstelle erarbeitetes strukturiertes Berichtsformular zur Anwendung.
Da für die Neonatologie, im Gegensatz zur Geburtshilfe, noch keine bundesweit verbindlichen Qualitätsindikatoren vorliegen, wurden für Sachsen aus den bisherigen Kennziffern sechs als Qualitätsindikatoren einschließlich entsprechender Referenzwerte ausgewählt. Diese bilden, neben Angaben zur Mortalität und Regionalisierung, die Grundlagen für den strukturierten Dialog mit den Kliniken.
Höhepunkt war das jährliche Klinikärztetreffen am 27. Juni unter dem Titel „15 Jahre Sächsische Perinatal- und Neonatalerhebung”.
Prof. Dr. Christoph Vogtmann hat im „Ärzteblatt Sachsen”, Heft 11/2007, ausführlich über die in diesem Zeitraum erzielten Ergebnisse berichtet.
Weitere Aktivitäten waren:
- Bericht vor dem Lenkungsgremium am 3. Dezember durch Prof. Dr. Brigitte Viehweg über die Ergebnisse des Strukturierten Dialogs in der stationären Geburtshilfe.
- Dabei wurde hervorgehoben, dass die Anzahl der Kliniken ohne Auffälligkeiten bei allen Qualitätsindikatoren (12 von 49) gegenüber dem Jahr 2005 (7 von 49) deutlich zugenommen hat.
- Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Hebammenverband in Form einer erstmaligen gemeinsamen Fortbildungsveranstaltung der Arbeitsgruppe und der Projektgeschäftsstelle zu Fragen der Qualitätskontrolle und fachlichen Schwerpunkten am 31. Januar 2007. Diese gemeinsamen Veranstaltungen werden fortgeführt.
- Zusammenarbeit mit der BQS-Fachgruppe Perinatalmedizin der Bundesländer zur Erfassung und Auswertungen im Rahmen des strukturierten Dialogs.
- Stellungnahme zur Akupunktur durch Hebammen auf Anforderung der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern.
- Mitwirkung an einer Diskussionsrunde im Sächsischen Staatsministerium für Soziales, Gesundheit, Jugend und Familie zur Umsetzung des Beschlusses des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zur Betreuung von Früh- und Neugeborenen.
- Beratung mit Vertretern der Krankenhausgesellschaft zu Problemen bei der Umsetzung des o.g. G-BA-Beschlusses aus der Sicht der Krankenhausträger und zur Kostenübernahme bei Rückverlegung von Schwangeren bzw. von Früh- und Neugeborenen aus Perinatalzentren in Heimatkrankenhäuser.
- Teilnahme an der 25. Münchner Konferenz für Qualitätssicherung im November 2007 von je zwei Mitarbeitern der Arbeitsgruppe und der
Projektgeschäftsstelle.
Ausgewählte Ergebnisse:
Die Säuglingssterblichkeit in Sachsen konnte im Vergleich der Jahre 1992 und 2006 um mehr als die Hälfte reduziert werden (6,6 zu 2,6 pro Tausend Lebendgeborene), die Frühsterblichkeit von 2,6‰ auf 1,5‰. Die relativ niedrige Totgeborenenrate in den letzten Jahren, zwischen 2,8 und 3,4 pro 1000 Geborene, konnte nicht weiter verbessert werden, da diese vorwiegend durch extrem untergewichtige Frühgeborene (Geburtsgewicht < 1000 g) belastet wird.
Erfreulich ist die in den letzten 15 Jahren deutlich verringerte Mortalität der stark und extrem untergewichtigen Neugeborenen.
Tabelle 1: Mortalität stark und extrem untergewichtiger Neugeborener
(Sächsische Neonatalerhebung 1992 im Vergleich zu 2006)
| |
| Geb.Gew./Jahrgang |
1992 |
2006 |
| |
n |
davon verst. % |
n |
davon verst. % |
| |
| < 750 g |
9 |
66,7 |
48 |
20,8 |
| 0750-999 g |
48 |
29,2 |
77 |
10,4 |
| 1000-1499 g |
131 |
7,6 |
182 |
1,1 |
Ausblick:
Die überwiegend neu besetzte Arbeitsgruppe wird die externe Qualitätsanalyse in Form des strukturierten Dialogs in der Geburtshilfe und Neonatologie unter besonderer Beachtung des Beschlusses des G-BA zur Versorgung von Früh- und Neugeborenen im Jahr 2008 fortführen. Dabei stehen die Regionalisierung und die Überlebensqualität der stark und extrem untergewichtigen Neugeborenen nach wie vor im Vordergrund.
Hier finden Sie die Berichte für die Jahre:
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