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Pressemitteilung: Präsident der Sächsischen Landesärztekammer warnt vor Rationierung im Gesundheitswesen

Dresden: "Die Reformvorstellungen der Rot-Grünen Regierung werden zu einer Einschränkung der freien Arztwahl und langfristigen Abschaffung der ambulanten fachärztlichen Versorgung in Sachsen führen", davor warnte der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, Prof. Dr. med. habil. Jan Schulze, heute in seiner Eröffnungsrede anlässlich des 13. Sächsischen Ärztetages in Dresden. Zusätzlich verwies er auf die damit verbundene Rationierung medizinischer Leistungen. "Ziel einer umfassenden Gesundheitsreform muss ein Bekenntnis zum medizinischen Fortschritt und die Verbesserung der Einnahmeseite der Gesetzlichen Krankenversicherung sein. Dies wird nur durch weniger Arbeitslose und neue sozialverträgliche Beitragsmodelle erreicht", so der Präsident weiter. "Alle bisherigen Reformvorschläge werden unter dem Deckmantel des Vorwurfs einer angeblichen "Über-, Unter- und Fehlversorgung" in besonders negativer Weise die medizinische Versorgung des Patienten treffen".

Gleichzeitig erteilte er einem geplanten staatlichen "Deutschen Zentrum für Qualität in der Medizin" eine entschiedene Absage. Prof. Schulze: "In Deutschland besteht ein hohes Maß an medizinischer Qualität. Und Qualitätssicherung in der Medizin war und ist eine Aufgabe der Ärzteschaft. Eine Bürokratie kann diese Aufgabe nicht wirksam übernehmen und verschwendet nur zusätzlich Steuergelder, die für andere Zwecke besser eingesetzt werden könnten". Diese Ansicht vertritt auch die Opposition im Bundestag und deren Gesundheitsexperte Horst Seehofer.

Der Präsident forderte außerdem 14 Jahre nach der Wende in Ostdeutschland eine Angleichung der Vergütung für die Ärzte in Sachsen. Nach einer jüngsten Analyse versorgt ein Allgemeinarzt in Ostdeutschland im Durchschnitt 290 Patienten mehr, als sein Kollege im Westen, und das bei geringerem Einkommen und mehr Wochenarbeitszeit. Prof. Schulze: "Die Einkommensunterschiede sind nicht mehr nachvollziehbar und führen leider auch dazu, dass immer weniger junge Mediziner in Sachsen arbeiten wollen. Damit verstärkt sich der Ärztemangel in ländlichen Bereichen Sachsens erheblich".

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