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Jahrgang 2004
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Pressemitteilung: Ärztemangel in Sachsen, Lösung nicht in Sicht
Dresden: "Für Sachsen bergen die Rot-Grünen Reformpläne zum Gesundheitssystem viel Zündstoff mit Blick auf den beginnenden Ärztemangel in Sachsen", so der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, Prof. Dr. med. habil. Jan Schulze, auf dem 13. Sächsischen Ärztetag in Dresden. Die Einschränkung der Freiberuflichkeit des Arztes findet sich mehr oder weniger versteckt im Reformprogramm der Regierung wieder. Dies wird zunehmend junge Mediziner davon abhalten, eine kurative Tätigkeit aufzunehmen.
Die Situation vor allem in ländlichen Gebieten Sachsens ist derzeit schon schwierig. Ärzte gehen in den Ruhestand und finden keinen Nachfolger. 47 leerstehende Arztpraxen gibt es bereits in Sachsen. Aus fast allen Kreisärztekammern erhält die Sächsische Landesärztekammer ähnliche Meldungen oder persönliche Briefe. Auch die eigenen Statistiken sprechen eine deutliche Sprache. Eine Besserung der Lage ist nicht in Sicht. Bereits 1995 hatte der damalige Kammerpräsident, Prof. Diettrich, auf die zu erwartende Situation hingewiesen und Gegenmaßnahmen eingefordert. Arbeitsgruppen im Freistaat haben sich bereits 2001 zusammengefunden, um Strategien zu erarbeiten. "Doch passiert ist von politischer Seite zu wenig", so Prof. Schulze.
Auf Bundesebene sieht man das Problem erst gar nicht. Der Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium schrieb einmal sinngemäß: Die Ärzte in Ostdeutschland werden mit Sicherheit bis über 65 Jahre arbeiten, weil sie ihre Praxiskredite noch zurückzahlen müssen. Doch das Gegenteil ist der Fall. Die älteren Ärzte gehen vorzeitig in den Ruhestand, weil sie auf grund der hohen Arbeitsbelastung völlig ausgebrannt sind.
Prof. Schulze: "Wir brauchen endlich eine gleichwertige Vergütung und angemessene Arbeitszeiten damit die jungen Ärzte in Sachsen bleiben. Es ist an der Zeit, das Arbeitszeitgesetz an das europäische Recht anzupassen, und 14 Jahre nach der politischen Wende, für mehr Leistung eine angemessene finanzielle Vergütung zu erhalten. Die Abschaffung der Phase "Arzt im Praktikum" und die Modernisierung des Studiums sind nur kleine Schritte, die wir bei der Politik durchgesetzt haben. Es bedarf sehr viel mehr Anstrengungen, damit wir in weniger als zehn Jahren keinen Versorgungsnotstand in Sachsen verzeichnen müssen".
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