Fortbildungscurriculum der Sächsischen Landesärztekammer für Arzthelferinnen/Medizinische Fachangestellte „Nicht-ärztliche Praxisassistentin” nach § 87 Abs. 2b Satz 5 SGB V vom 7. April 2010

Inhalt

 

Fortbildungscurriculum der Sächsischen Landesärztekammer für Arzthelferinnen/Medizinische Fachangestellte „Nicht-ärztliche Praxisassistentin” nach § 87 Abs. 2b Satz 5 SGB V

Vom 7. April 2010
(in der Fassung des Änderungsbeschlusses des Vorstandes vom 3. November 2010)

Aufgrund

  • von § 5 Abs. 1 Nr. 7 des Gesetzes über Berufsausübung, Berufsvertretungen und Berufsgerichtsbarkeit der Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Apotheker sowie der Psychologischen Psychotherapeuten und der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten im Freistaat Sachsen (Sächsisches Heilberufekammergesetz - SächsHKaG) vom 24. Mai 1994 (SächsGVBl. S. 935), das zuletzt durch Artikel 2 Abs. 5 des Gesetzes vom 19. Mai 2010 (SächsGVBl. S. 142, 143) geändert worden ist,
  • von § 71 Abs. 6 i. V. m. §§ 1 Abs. 4, 53 f. und § 79 Abs. 4 Berufsbildungsgesetz (BBiG) vom 23. März 2005 (BGBl. I S. 931), das zuletzt durch Artikel 15 Abs. 90 des Gesetzes vom 5. Februar 2009 (BGBl. I S. 160) geändert worden ist,
  • der Verordnung über die Berufsausbildung zum Medizinischen Fachangestellten/zur Medizinischen Fachangestellten vom 26. April 2006 (BGBl. I S. 1097),
  • der Beschlüsse des Berufsbildungsausschusses „Medizinische Fachangestellte” im Freistaat Sachsen vom 19. März 2010 und 27. Oktober 2010,

hat der Vorstand der Sächsischen Landesärztekammer am 7. April 2010 folgendes Fortbildungscurriculum für Arzthelferinnen/Medizinische Fachangestellte "Nicht-ärztliche Praxisassistentin" beschlossen, geändert durch Beschluss des Vorstandes der Sächsischen Landesärztekammer vom 3. November 2010*:

Inhaltsverzeichnis
1. Fortbildungscurriculum „Nicht-ärztliche Praxisassistentin” nach § 87 Abs. 2b Satz 5 SGB V
1.1. Dauer und Gliederung
1.2. Teilnahmevoraussetzungen
1.3. Überblick über Inhalte und Stundenverteilung
1.4. Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten
1.5. Praktische Fortbildung
1.6. Nachweise
1.7. Lernerfolgskontrolle/Prüfung
1.8. Abschluss/Zertifikat
1.9. Inkrafttreten

 

1.   Fortbildungscurriculum "Nicht-ärztliche Praxisassistentin" nach § 87 Abs. 2b Satz 5 SGB V

1.1   Dauer und Gliederung

Das Fortbildungscurriculum "Nicht-ärztliche Praxisassistentin" wird für die Dauer von 271 Stunden in Form eines berufsbegleitenden Lehrgangs, des fachtheoretischen und fachpraktischen Unterrichts, sowie einer Praktischen Fortbildung durchgeführt.

Die Fortbildung gliedert sich in
- 201 Stunden Theoretische Fortbildung,
- 20 Stunden Notfallmanagement/Erweiterte Notfallkompetenz und
- 50 Stunden Praktische Fortbildung in Form von Hausbesuchen.

Abhängig von der Dauer der bisherigen Berufstätigkeit nach dem qualifizierten Berufsabschluss geltend die theoretische und praktische Fortbildung sowie die Fortbildung im Notfallmanagement als nachgewiesen, wenn die nicht-ärztliche Praxisassistentin Fortbildungsmaßnahmen entsprechend des vorliegenden Curriculums in folgendem zeitlichen Umfang nachweisen kann:

Dauer der BerufstätigkeitTheoretische FortbildungPraktische FortbildungNotfallmanagement
weniger als 5 Jahre200 Stunden50 Stunden20 Stunden
weniger als 10 Jahre170 Stunden30 Stunden20 Stunden
mehr als zehn Jahre150 Stunden20 Stunden20 Stunden

Sofern die nicht-ärztliche Praxisassistentin über einen qualifizierten Berufsabschluss nach dem Krankenpflegegesetz verfügt und in den letzten zehn Jahren vor Antragstellung mindestens vier Jahre in diesem Beruf tätig war, reduziert sich die theoretische Fortbildung auf 80 Stunden.

 

1.2  Teilnahmevoraussetzungen

Die Teilnahme an der Fortbildung setzt einen qualifizierten Berufsabschluss gemäß der Verordnung über die Berufsausbildung zur Medizinischen Fachangestellten/Arzthelferin oder dem Krankenpflegegesetz voraus. Darüber hinaus müssen mindestens drei Jahre Berufstätigkeit in einer hausärztlichen Praxis nachgewiesen werden.

 

1.3  Überblick über Inhalte und Stundenverteilung

Theoretische Fortbildung201 Stunden
a)Grundlagen und Rahmenbedingungen berufl. Handelns/ Berufsbild
b)Medizinische Kompetenz (160 Std.)
1.Häufige Krankheitsbilder in der hausärztlichen Praxis
2.Geriatrische Syndrome und Krankheitsfolgen im Alter/ Diagnoseverfahren
3.Versorgung und Betreuung von Onkologie- und Palliativpatienten
4.Palliativmedizinische Zusammenarbeit und Koordination
5.Psychosomatische und psychosoziale Versorgung
6.Grundlagen der Ernährung
7.Arzneimittelversorgung
8.Wundpflege und Wundversorgung
9.Grundlagen der Vorsorge- und Früherkennungsmaßnahmen
10.Koordination und Organisation von Therapie- und Sozialmaßnahmen/ Strukturierte Schulungen
11.Telemedizinische Grundlagen
c)Kommunikation/ Dokumentation
1.Kommunikation und Gesprächsführung
2.Wahrnehmung und Motivation
3.Medizinische Dokumentation/ Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien
Notfallmanagement/ Erweiterte Notfallkompetenz20 Stunden
Praktische Fortbildung50 Stunden

 

1.4  Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten

Theoretische Fortbildung
a)Grundlagen und Rahmenbedingungen beruflichen Handelns/Berufsbild
 
15 Stunden
1.Rechtliche Grundlagen und Rahmenbedingungen für die Tätigkeit der nicht-ärztlichen Praxisassistentin4 Stunden
1.1Delegationsfähige ärztliche Leistungen beachten 
1.2Sozialrecht und Ansprüche von chronisch Kranken kennen
 
 
2.Demografische Entwicklung in Deutschland und deren Einfluss auf die Epidemiologie relevanter Erkrankungen sowie deren Auswirkungen auf die ärztliche Versorgung3 Stunden
2.1Demographische Entwicklung verstehen 
2.2Epidemiologie von Erkrankungen verstehen 
2.3Konsequenzen für die ärztliche Versorgung erläutern 
2.3.1in der Häuslichkeit der Patienten 
2.3.2in Alten- oder Pflegeheimen 
2.3.3in beschützenden Einrichtungen
 
 
3.Hausbesuche und Versorgungsmanagement4 Stunden
3.1Rechtliche und medizinische Rahmenbedingungen von Hausbesuchen beachten 
3.2Häusliche Rahmenbedingungen einschätzen und Verbesserungsmöglichkeiten aufzeigen 
3.2.1Häusliches Umfeld, Gefahrenquellen 
3.2.2Körperpflege 
3.2.3Psychosoziale Situation 
3.2.4Pflegehilfsmittelversorgung 
3.2.5Medikamenteneinnahme 
3.3Hausbesuchstasche kontrollieren 
3.4Hausbesuchsprotokoll führen 
3.5Versorgungs- und sozialrechtliche Anträge begleiten 
3.5.1Pflegeversicherung (Umfang, Leistungen, Stufen) 
3.5.2Hilfsmittelversorgung 
3.5.3Rehabilitationsmaßnahmen 
3.5.4Weitere Versorgungsleistungen (für behinderte Menschen, Krankentransport, etc.) 
3.6physikalische Therapiemaßnahmen überwachen
 
 
4.Verfahrensabläufe und Instrumente im professionellen Handeln4 Stunden
4.1Informationsmanagement und Koordination durchführen 
4.1.1Pflegedienste 
4.1.2Hilfsdienste 
4.1.3soziale Einrichtungen und Dienste 
4.1.4Selbsthilfegruppen 
4.2bei Einweisungen und Entlassungen mitwirken 
4.3Kooperation im Team, mit anderen Leistungserbringern (neu), mit externen Partnern und Versorgungseinrichtungen gestalten 
4.4Dokumentation/Abrechnung/Qualitätsmanagement durchführen
 
 
b)Medizinische Kompetenz
 
160 Stunden
1.Häufige Krankheitsbilder in der hausärztlichen Praxis20 Stunden
1.1Vorgehensweisen im hausärztlichen und fachärztlichen Bereich unterscheiden 
1.2Schwere- und Dringlichkeitsgrad von Krankheiten einschätzen, z.B. am Telefon 
1.2.1Notfälle 
1.2.2Befindlichkeitsstörungen 
1.2.3Bagatellbeschwerden 
1.3Symptome und Ursachen von Kopfschmerz unterscheiden 
1.3.1Migräne - Spannungskopfschmerz - Cluster 
1.3.2Symptomatische Kopfschmerzen 
1.3.3Kopfschmerz als Alarmsymptom 
1.3.4Hals- und Ohrenschmerz 
1.4Symptome und Ursachen von Thoraxschmerzen unterscheiden 
1.4.1Hypertonie/Hypertensive Krise 
1.4.2Koronare Herzkrankheit (KHK) 
1.4.3Kosto-vertebrales Syndrom 
1.4.4Pleurogener Thoraxschmerz 
1.4.5Refluxerkrankung 
1.4.6Arrythmien 
1.5Symptome und Ursachen von Dyspnoe unterscheiden 
1.5.1Bei Herzerkrankungen - Herzinsuffizienz 
1.5.2Bei Atemwegserkrankungen - Bronchitis - Pneumonie - COPD 
1.6Symptome und Ursachen von Schmerzen der unteren Extremitäten unterscheiden 
1.6.1Venöse und arterielle Gefäßerkrankungen, insbesondere Thrombosen 
1.6.2Neurologische Erkrankungen 
1.6.3Erkrankungen des Muskel- und Skelettsystems 
1.7Symptome und Ursachen von Abdominalschmerzen unterscheiden 
1.7.1Gastritis und Ulkus 
1.7.2Gastrointestinale Infektionen 
1.7.3Divertikulitis, Appendizitis 
1.7.4Cholezystitis, Cholethiasis, Pankreatitis 
1.7.5Leistenhernie 
1.7.6Adnexitis, Dysmenorhoe, Gravidität 
1.7.7Harnwegsinfekt, Harnverhalt, Nierenkolik, Pyelonephritis 
1.8Symptome und Ursachen von Rücken- und Gelenkschmerzen unterscheiden 
1.8.1Wirbelsäulenbedingte und nicht-wirbelsäulenbedingte Schmerzen 
1.8.2Arthritis 
1.8.3Arthrosen 
1.9Fieber- und Hautausschlag einschätzen 
1.9.1Virale Infekte 
1.9.2Bakterielle Infekte 
1.9.3Erysipel 
1.9.4Herpes Zoster 
1.9.5Haut als Spiegelbild innerer Erkrankungen 
1.10Symptome und Ursachen von Stoffwechselerkrankungen unterscheiden 
1.10.1Diabetes mellitus 
1.10.2Schilddrüsenerkrankungen 
1.11Symptome und Ursachen von häufigen ernährungsbedingten Krankheitsbildern und deren Symptome bei älteren Menschen unterscheiden 
1.11.1Übergewicht 
1.11.2Untergewicht
 
 
2.Geriatrische Syndrome und Krankheitsfolgen im Alter/Diagnoseverfahren20 Stunden
2.1Häufige Krankheitsbilder und typische Fallkonstellationen kennen 
2.1.1Altersmedizinische Grundlagen kennen 
2.1.1.1Altersbedingte Funktionsverluste 
2.1.1.2Multimorbidität und Chronizität 
2.1.2Dementielles Syndrom beschreiben 
2.1.3Diabetes mit Folgekrankheiten erläutern 
2.1.4Krankheiten mit erhöhtem Sturzrisiko beschreiben 
2.1.4.1neurologischer Art (Apoplex, Demenz, M. Parkinson) 
2.1.4.2cardio-vaskulärer Art (Orthosthase, Arrhythmie) 
2.1.4.3orthopädischer Art (Arthrosen, Osteoporose) 
2.1.4.4stoffwechselbedingter Art (Hypo-/ Hyperglykämie) 
2.1.5Dekubitusrisiko einschätzen 
2.1.6Schwerstkranke und Palliativpatienten begleiten 
2.2Geriatrisches Basisassessment durchführen 
2.2.1Verfahren zur Funktions- und Fähigkeitseinschätzung handhaben 
2.2.1.1Aktivitäten des täglichen Lebens (ATL) 
2.2.1.2Barthel Index 
2.2.1.3Pflegegesetzadaptiertes Basisassessment (PGBA) 
2.2.2Verfahren zur Beurteilung der Sturzgefahr anwenden 
2.2.3Verfahren zur Beurteilung der Hirnleistung anwenden 
2.2.4Verfahren zur Beurteilung von Nutrition und Kontinenz anwenden 
2.3Untersuchungsverfahren anwenden 
2.3.1EKG 
2.3.2Langzeit-EKG 
2.3.3Langzeitblutdruckmessung 
2.3.4Spirometrie 
2.3.5Inhalatoren
 
 
3.Versorgung und Betreuung von Onkologie- und Palliativpatienten9 Stunden
3.1Allgemeine medizinische Grundlagen Onkologie und Palliativmedizin kennen 
3.1.1Begriffe definieren und Entwicklungen kennen 
3.1.1.1Historische Entwicklung und Organisationsstrukturen 
3.1.1.2Terminologie 
3.1.2Aufgaben des nichtärztlichen Fachpersonals benennen 
3.1.2.1Onkologie 
3.1.2.2Palliativmedizin (Geriatrie, Innere Medizin, Neuropsychiatrie) 
3.1.2.3Hämatologie 
3.1.3Risikofaktoren und Versorgungsmaßnahmen kennen 
3.1.4Therapieansätze, Prognosen und Fehleinschätzungen kennen 
3.1.4.1Kuration 
3.1.4.2Adjuvante, neoadjuvante Behandlung 
3.1.4.3Palliation 
3.1.4.4Beste Symptomatische Behandlung 
3.1.5Diagnostik benennen 
3.2Bei medizinischen Maßnahmen in der Versorgung und Betreuung von Onkologie- und Palliativpatienten mitwirken 
3.2.1Ernährungsmaßnahmen durchführen 
3.2.1.1Ernährungsformen (oral, enteral, parenteral) 
3.2.2Stoffwechselkontrolle durchführen 
3.2.2.1Flüssigkeitsbilanz 
3.2.2.2Ausscheidung 
3.2.2.3Obstipation 
3.2.3Schmerzkontrollen/-therapien kennen und im Rahmen der Delegationsfähigkeit mitwirken
 
 
4.Palliativmedizinische Zusammenarbeit und Koordination8 Stunden
4.1Öffentlich finanzierte Institutionen kennen 
4.1.1Sozialdienste 
4.1.2Ambulanter Hospiz-Dienst 
4.1.3Stationäres Hospiz 
4.1.4Palliativstation 
4.2Privatwirtschaftlich finanzierte Institutionen kennen 
4.2.1Wundberater 
4.2.2Ernährungsberater 
4.3Ehrenamtliche Institutionen kennen 
4.3.1Selbsthilfegruppen 
4.4Aufgaben - und Tätigkeitsbereich der Seelsorger erklären 
4.5Pflegealternativen kennen 
4.5.1Pflegedienste 
4.5.2Kurzzeitpflege 
4.5.3Tagespflege 
4.5.4Pflegeheime 
4.6Verordnungsformulare von Heil- und Hilfsmitteln bearbeiten 
4.7Kostenträger kennen 
4.8Dokumentation, Verwaltung, Abrechnung durchführen 
4.9Informationsgewinnung durch geeignete Maßnahmen sicherstellen
 
 
5.Psychosomatische und psychosoziale Versorgung15 Stunden
5.1Häufige somato-psychische Krankheiten und deren Symptome erkennen 
5.1.1Verwirrtheit / Delir 
5.1.1.1Fieber 
5.1.1.2Hypoglykämie 
5.1.1.3COPD 
5.1.1.4Herzinsuffizienz 
5.1.1.5Apoplex / Insult 
5.1.1.6Postoperative Verwirrtheit 
5.1.1.7Exsikkose 
5.1.1.8Dämmerzustand nach epiletischem Anfall 
5.1.1.9Entzugserscheinungen (Tabletten / Alkohol) 
5.1.1.10Gleichgewichtsstörung und Schwindel 
5.1.1.11Schlafstörung und Angst 
5.2Ausgewählte psychiatrische Krankheitsbilder und deren Symptomatik kennen 
5.2.1Wahn 
5.2.1.1Demenz 
5.2.1.2Psychosen 
5.2.1.3Depression 
5.2.2Halluzinationen 
5.2.2.1Demenz 
5.2.2.2Nebenwirkungen von Tabletten, z. B. Parkinson 
5.2.3Suizidalität 
5.2.3.1Depression 
5.2.3.2Beginnende Demenz 
5.3Psychosoziale Defizite erkennen 
5.3.1Vereinsamung 
5.3.2Vernachlässigung 
5.3.3Verwahrlosung 
5.3.4Gewalt 
5.4Testverfahren bei Demenzverdacht durchführen 
5.4.1Bewegungsstörung 
5.4.1.1Time up und go Test 
5.4.2Demenz 
5.4.2.1Dem-Tect-Test 
5.4.2.2Uhrentest 
5.4.2.3Mini-Mental-Status-Test (MMST) 
5.4.2.4Test zur Früherkennung von Demenzen mit Depressionsabgrenzung (TFDD) 
5.4.2.5Syndrom-Kurztest (SKT)
 
 
6.Grundlagen der Ernährung16 Stunden
6.1Überblick über Ernährungs- und Stoffwechselphysiologie 
6.1.1Anatomie und Physiologie der Verdauungsorgane erklären 
6.1.2Stoffwechsel der Kohlenhydrate, Fette, Eiweiße erläutern 
6.1.3Regulation der Nahrungsaufnahme beschreiben 
6.2Ernährung in besonderen Lebensabschnitten 
6.2.1Grundlagen der gesunden Ernährung (Optimix) erklären 
6.2.2Ernährungsrituale berücksichtigen 
6.2.3Alternative Kostformen benennen 
6.2.4Ernährung spezifischer Personengruppen berücksichtigen 
6.2.4.1Erwachsene 
6.2.4.2Senioren
 
 
7.Arzneimittelversorgung8 Stunden
7.1Den Patienten bei der Anwendung von Arzneimitteln mit unterschiedlichen Applikations- und Darreichungsformen und im Einnahmeverhalten unterstützen 
7.1.1Applikationsformen 
7.1.2Darreichungsformen 
7.1.3Besonderheit bei perkutaner endoskopischer Gastroskopie (PEG), transnasale Sonde 
7.1.4Radiotherapeutika 
7.2Grundlagen der Arzneimitteltherapie im Alter kennen 
7.2.1Altersphysiologische Veränderungen 
7.2.1.1Änderungen der Resorption 
7.2.1.2Änderung der Pharmakokinetik 
7.2.1.3Änderung der Verteilungseigenschaften von Medikamenten 
7.2.1.4Hepatische Metabolisierung 
7.2.1.5Renale Elimination 
7.2.1.6Pharmakodynamik- Veränderungen 
7.2.2Interaktion bei Mehrfachtherapie 
7.3Den Arzt bei speziellen Pharmakotherapien im Alter unterstützen 
7.3.1Analgetika 
7.3.1.1Peripher wirkende Analgetika und Antiphlogistika 
7.3.1.2Zentral wirkende Analgetika 
7.3.2Herz-Kreislaufmedikamente 
7.3.2.1Diuretika und Antihypertensiva 
7.3.2.2Digitalispräparate und Antihypertensiva 
7.3.2.3Koronar wirksame Mittel 
7.3.3Psychopharmaka 
7.3.3.1Hypnotika und Sedativa 
7.3.3.2Antidepressiva 
7.3.3.3Neuroleptika 
7.3.3.4Nootropika 
7.3.4Gastrointestinalmedikation 
7.3.5Prostatamedikation 
7.3.6Hormontherapie 
7.3.7Osteoporosemedikation 
7.4Eigenmedikation des Patienten erfassen 
7.4.1Wellnesspräparate 
7.4.2nicht verordnungsfähige Arzneimittel
 
 
8.Wundpflege und Wundversorgung10 Stunden
8.1Wundarten/-heilung/-verläufe einschätzen 
8.2Wundheilungsstörungen erkennen und Interventionsmaßnahmen durchführen 
8.3Wundversorgung durchführen und Verbandtechniken anwenden 
8.4Wundprophylaxe einschl. druckreduzierender und -entlastender Maßnahmen durchführen 
8.5Wundbehandlung dokumentieren 
8.6Hebe- und Lagerungstechniken anwenden
 
 
9.Grundlagen der Vorsorge- und Früherkennungsmaßnahmen20 Stunden
9.1Verhältnisprävention erläutern 
9.2Bei Maßnahmen der Suchtprävention mitwirken 
9.2.1Begriffe: legale, illegale Drogen; Gewohnheitsbildung; Gewöhnung; Sucht; 
9.2.2Alkohol: Krankheitsbild, Krankheitsphasen, Trinkertypen, Psychosoziale Problematik 
9.2.3Medikamente: Medikamente mit Missbrauchpotential, Ursachen, Symptomatik 
9.2.4Nikotin: Wirkstoffe des Tabaks, Gefahren des Rauchens und des Passivrauchens, Möglichkeiten der Entwöhnung 
9.2.5Illegale Drogen: Arten, Wirkung, Symptome 
9.3Bei Schutzimpfungen mitwirken 
9.3.1Impfkalender der STIKO/ Indikationsimpfung 
9.3.2Impfmüdigkeit 
9.3.3Kontraindikationen 
9.3.4Impfkomplikationen 
9.3.5Impfschäden 
9.3.6Impfmanagement 
9.4Bedeutung und Chancen von Früherkennungsuntersuchungen im Alter erläutern 
9.5Hygiene in der Häuslichkeit des Patienten beachten 
9.5.1Infektionswege; Infektionsketten 
9.5.2Personal- und Patientenhygiene 
9.5.3Desinfektionsmaßnahmen 
9.5.4Checklisten, Informationsblätter, Meldeformulare etc.
 
 
10.Koordination und Organisation von Therapie- und Sozialmaßnahmen/ Strukturierte Schulungen24 Stunden
10.1Koordinations- und Kooperationsmaßnahmen durchführen 
10.1.1Informationsmanagement und Dokumentation 
10.1.2Kontaktaufnahme mit mit- und weiterbehandelnden Ärzten und Therapeuten 
10.1.3Einweisung und Entlassung in/aus stationäre/n Einrichtungen 
10.1.4Qualitätsmanagement 
10.2Modelle strukturierter Behandlung/ Grundlagen, Entstehung, Grenzen (z. B. DMP) erläutern 
10.3Integrierte Versorgung beschreiben 
10.4Aspekte des Case-Managements: Identifikation, Assessment, Planung, Koordination, Monitoring kennen und Maßnahmen durchführen 
10.5Soziale Netzwerke berücksichtigen 
10.6Dokumentation/Abrechnung durchführen 
10.7Interaktion mit chronisch kranken Patienten 
10.7.1Interaktionsmuster kennen 
10.7.1.1Methoden und Techniken des Interviews beherrschen 
10.7.2Besonderheiten chronisch Kranker einschätzen 
10.7.3Vereinbarungen, Verbindlichkeiten, Absprachen treffen und kontrollieren 
10.7.4Beziehungsmanagement umsetzen
 
 
11.Telemedizinische Grundlagen10 Stunden
11.1Möglichkeiten und Grenzen der Telemedizin beurteilen 
11.2Technische Voraussetzungen kennen 
11.3Bedeutung und Einsatzgebiete in der Arztpraxis kennen 
11.4Anwendungsformen und Verfahrensabläufe kennen 
11.5Rechtliche Rahmenbedingungen beachten 
11.6Kontakt-/ Informationsstellen benennen
 
 
c)Kommunikation/Dokumentation
 
26 Stunden
1.Kommunikation und Gesprächsführung8 Stunden
1.1Techniken der Kommunikation anwenden 
1.2Gesprächsführung, insbesondere mit spezifischen Patientengruppen und betreuenden Personen beherrschen 
1.3Telefonkommunikation durchführen 
1.4Konfliktlösungsstrategien einsetzen 
1.5Sich mit der Berufsrolle auseinandersetzen 
1.5.1Nähe-Distanz-Regulierung 
1.6Notwendigkeit kollegialer Reflexion
 
 
2.Wahrnehmung und Motivation8 Stunden
2.1Modelle der Selbst- und Fremdwahrnehmung verstehen 
2.2Motivation und Bedürfnisse einschätzen 
2.3Patienten und betreuende Personen zur Mitwirkung motivieren 
2.4Besonderheiten spezifischer Patientengruppen berücksichtigen 
2.5Soziales Umfeld einschätzen
 
 
3.Medizinische Dokumentation/Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien10 Stunden
3.1Strukturierte Behandlungsprogramme für chronisch Kranke am Beispiel der DMPs anwenden 
3.1.1Wesentliche Merkmale 
3.1.2DMPs nach § 137 f SGB V 
3.1.2.1Brustkrebs 
3.1.2.2Diabetes mellitus Typ II 
3.1.2.3Koronare Herzkrankheit (KHK) 
3.1.2.4Diabetes mellitus Typ I 
3.1.2.5Chronisch obstruktive Atemwegserkrankungen (COPD) 
3.1.2.6Asthma bronchiale 
3.1.3Kooperation der Leistungserbringer organisieren 
3.2Dokumentationsbögen bearbeiten 
3.2.1Anforderungen an Datenfluss, Qualitätssicherung, Abrechnung und Evaluation 
3.2.2Arztwechsel, DMP-Fallnummer 
3.3Einschreibung in DMPs vornehmen 
3.3.1Kriterien der Risikostruktur-Ausgleichsverordnung (RSAV) 
3.3.2Patienteninformationen zur eGK und Datenschutz 
3.3.3Diagnosesicherung 
3.3.4Anamnese 
3.3.5Aktuelle Befunde 
3.3.6Relevante Ereignisse 
3.3.7Aktuelle Medikation 
3.3.8Schulungen 
3.3.9Behandlungsplanung und vereinbarte Ziele 
3.3.10Datum, Dokumentationsintervall, Unterschrift 
3.3.11Folgedokumentation
 
 
Notfallmanagement/ Erweiterte Notfallkompetenz
 
20 Stunden
1.Betreuung risikorelevanter und vulnerabler Patientengruppen 
1.1Kooperation des Patienten durch aktive Maßnahmen unterstützen 
1.1.1Patientenschulungen 
1.1.2Selbsthilfegruppen 
1.2Einhaltung therapeutischer Maßnahmen prüfen 
1.2.1Medikamentenkonsum 
1.2.2Wahrnehmung der Kontrolltermine 
1.2.3Telefonmonitoring
 
 
2.Notfallsituationen 
2.1Notfallmaßnahmen bei vaskulären Erkrankungen einleiten 
2.1.1Herzinfarkt 
2.1.2Schlaganfall 
2.2Notfallmaßnahmen bei Stoffwechselerkrankungen einleiten 
2.2.1Hypoglykämie bei Diabetes 
2.2.2Diabetisches Koma 
2.2.3Exsikkose 
2.3In Notfällen bei abdominellen Erkrankungen angemessen handeln 
2.3.1Magen-Darmblutung, Magenperforation 
2.3.2Ileus 
2.3.3Peritonitis 
2.3.4Appendizitis 
2.4Bei traumatologischen Erkrankungen angemessen handeln
 
 
3.Notfallmanagement 
3.1Rahmenbedingungen sicherstellen und Einsatz koordinieren 
3.1.1Aufgabenbereiche 
3.2Verantwortung für Notfallmedikamente und -geräte übernehmen 
3.2.1Notfallmedikamentenbestand 
3.2.2Inhalt des Notfallkoffers 
3.2.3Defibrillator 
3.2.4Sauerstoffgerät 
3.3Regelmäßige Schulungen der Mitarbeiter organisieren 
3.3.1Thematisierung der in der Praxis aufgetretenen Notfälle 
3.3.2Kardio-pulmonale Reanimation 

 

1.5   Praktische Fortbildung

Die Praktische Fortbildung findet in Form von Hausbesuchen sowohl in der Häuslichkeit der Patienten, in Alten- und Pflegeheimen oder in anderen beschützenden Einrichtungen statt. Jeder Hausbesuch ist mit je 30 Minuten anzurechnen. Alle Hausbesuche sind zu dokumentieren, davon 4 mit jeweils einer ausführlichen Falldokumentation und Kurzbeschreibung, sowie vom Arzt zu bescheinigen.

Für die 4 ausführlichen Falldokumentationen sind zusammen 6 Stunden auf die Praktische Fortbildung anrechenbar. Bei Nachweis einer Fortbildung nach dem Curriculum "Ambulante Versorgung älterer Menschen" sind weitere 8 Stunden gemäß 5.6 des Curriculums (Praktischer Teil) auf die Praktische Fortbildung anrechenbar.

 

1.6  Nachweise

Die Fortbildung ist in einem Zeitraum von fünf Jahren zu absolvieren.

Die Teilnahme an den Modulen ist der Ärztekammer durch Teilnahmebescheinigungen nachzuweisen.

 

1.7  Lernerfolgskontrolle/Prüfung

Zur Prüfung wird zugelassen, wer
- mindestens 90% des Unterrichts besucht hat und
- die Nachweise über die erforderlichen Hausbesuche einschließlich der Falldokumentationen/Kurzbeschreibungen erbringt.

Die schriftliche Lernerfolgskontrolle erfolgt in Teilprüfungen oder als Gesamtprüfung von mindestens 60 Minuten Dauer. Sie erstreckt sich über die Inhalte der "Medizinischen Kompetenz" der Theoretischen Fortbildung gemäß § 7 (3b) der Delegationsvereinbarung. Die Prüfungszeit kann unterschritten werden, wenn die schriftliche Lernerfolgskontrolle in programmierter Form stattfindet.

Die 4 Dokumentationen und Kurzbeschreibungen gelten ebenfalls als Lernerfolgskontrolle.

Bei anzurechnenden Fortbildungsmaßnahmen nach den Fortbildungscurricula der Bundesärztekammer gelten die entsprechenden Teile der Fortbildung als geprüft.

 

1.8 Abschluss/Zertifikat

Die Teilnehmerin erhält nach erfolgreicher Teilnahme am Qualifizierungslehrgang und der/den Prüfung(en) ein Zertifikat der Sächsischen Landesärztekammer.

 

1.9 Inkrafttreten

Das Fortbildungscurriculum "Nicht-ärztliche Praxisassistentin" für Arzthelferinnen/Medizinische Fachangestellte tritt am 1. Juni 2010 in Kraft.

 

Dresden, 7. April 2010

Prof. Dr. med. habil. Jan Schulze
Präsident
Dr. med. Lutz Liebscher
Schriftführer

 

* Im nachfolgenden Text werden Berufs- und Funktionsbezeichnungen in der weiblichen Form verwendet. Diese gelten einheitlich und neutral für männliche und weibliche Personen.

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