Entbürokratisierung der ärztlichen Tätigkeit ist zwingend!

Dresden: Die Entbürokratisierung der ärztlichen Tätigkeit steht mittlerweile auch auf der Tagesordnung der Politik. "Schreibarbeiten aller Art, Statistiken, Bescheinigungen, Dokumentationen und Auswertungen nehmen inzwischen einen Großteil unserer gesamten Arbeitszeit ein.", so der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, Prof. Dr. Jan Schulze, in seiner Rede auf der 31. Kammerversammlung der sächsischen Ärzte. "Dem müssen wir gemeinsam ein Ende bereiten."

 

Grundsätzlich anerkennt die Ärzteschaft die Notwendigkeit von Qualitätssicherung und Dokumentation. Sie ist aber dagegen, sich mit der Erfassung von Daten zu belasten, die hinterher nicht sinnvoll genutzt werden.

 

Zu begrüßen ist deshalb die Initiative der Gesundheitsministerkonferenz, unter Federführung von Sachsen und Rheinland-Pfalz, Vorschläge zum Abbau des Dokumentationsaufwandes zu erarbeiten und mit dem Bundesgesundheitsministerium umzusetzen. Die Sächsische Landesärztekammer hat Anfang September eine umfangreiche Sammlung an Formularen und Schriftstücken an das Sächsische Staatsministerium für Soziales mit dem Ziel übergeben, einen Abbau an Bürokratie in der medizinischen Tätigkeit zu erreichen. In einem Katalog wurden die gravierendsten Auswüchse aufgelistet. Insbesondere die Dokumentationspflichten im Rahmen der Diagnoseorientierten Fallpauschalen (DRG) an Krankenhäusern werden als zeitraubend, belastend und schreibaufwendig empfunden.

 

Die Vielzahl und der Umfang von Formularen ist ein weiterer Kritikpunkt. Vor allem die neue Heilmittelrichtlinie, der Krankentransportschein, umfangreiche Aufklärungsbögen sowie Einverständniserklärungen und sonstige Dokumente von Patienten gehören dazu. Viele Formulare haben sich durch die aktuelle Gesundheitsreform in ihrem Umfang verdoppelt. Ein weiteres Bespiel sind die Anträge für Kuren, welche vom Arzt auszufüllen sind. Diese umfassen je nach Krankenkasse ein bis vier A4-Seiten.

 

Auch externe Prüfverfahren durch verschiedene Einrichtungen wie der Ärztliche Dienst des Arbeitsamtes, der Ärztliche Dienst der Rentenversicherer sowie der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) sind zeitraubend und kontraproduktiv bei der Behandlung von kranken Menschen. Denn diese prüfen und beurteilen oftmals gegensätzlich ein Urteil des Arztes, weshalb Leistungen für den Patienten nicht erfolgen können.

 

Weitere Informationen unter 0351 / 82 67 350.

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