Förderung zur Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung beschlossen

10.12.2004

Die sächsischen Krankenkassen und die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen haben mitgeteilt, dass sie sich nach intensiver Vorbereitung einvernehmlich für die Förderung von Hausärztinnen und -ärzten für den Planungsbereich Torgau-Oschatz ab dem Jahr 2005 geeinigt haben, in der Unterversorgung oder drohende Unterversorgung festgestellt wurde. Die Fördermaßnahmen umfassen:

  1. 1.Die Förderung der Übernahme eines bestehenden Hausarztsitzes erfolgt durch Zahlung einer Investitionspauschale in Höhe von 60.000 €. Die Auszahlung wird über fünf Jahre in Teilbeträgen von jeweils 12.000 € jährlich nachschüssig vorgenommen. Voraussetzung ist, dass die neue niedergelassene Ärztin oder der Arzt 80 % der durchschnittlichen Fallzahl (Anzahl der behandelten Patienten) des Vorjahres der Hausärzte im Freistaat Sachsen erreicht.
  2. 2.Die Förderung einer Praxisneugründung erfolgt durch Zahlung einer Investitionspauschale in Höhe von 30.000 €, verteilt auf fünf Jahre. Der Förderbetrag pro Jahr wird nur dann ausgezahlt, wenn die Ärztin oder der Arzt im ersten Niederlassungsjahr mindestens 50 % und in den weiteren Niederlassungsjahren mindestens 80 % der durchschnittlichen Fallzahl der Hausärzte erreicht. Weitere 30.000 € werden als zinsloses Darlehen gegen einen Investitionskostennachweis gewährt.
  3. 3.Die Errichtung von Zweigpraxen wird bis maximal 7.000 € gegen Vorlage eines Investitionskostennachweises gefördert.
  4. 4.Für alle niedergelassenen Hausärztinnen und -ärzte in der Region, für die Unterversorgung oder drohende Unterversorgung definiert ist, gilt Folgendes: Bereits niedergelassene Hausärztinnen oder -ärzte erhalten für alle Fälle zwischen 75 % und 100 % der durchschnittlichen Fallzahl des Vorjahres der Hausärzte in diesem Gebiet einen Bonus pro Fall. Wenn die Ärztin oder der Arzt über 100 % der Fallzahl erreicht, erhöht sich der Bonus für diese Fälle zusätzlich. Für Neuärztinnen oder -ärzte, die diese Kriterien erfüllen, gelten die Regelungen entsprechend. Diese Maßnahme gilt, solange Unterversorgung oder drohende Unterversorgung besteht; maximal jedoch drei Jahre. Dafür werden ca. 400.000 € pro Jahr für die im Planungsbereich Torgau-Oschatz niedergelassenen Hausärztinnen und -ärzte zur Verfügung gestellt.

 

Alle Beteiligten gehen davon aus, dass diese Maßnahmen Wirkungen für die Verbesserung der hausärztlichen Versorgung im Freistaat Sachsen zeigen werden. Wie zunächst im Landkreis Torgau-Oschatz würden im Weiteren andere Regionen untersucht, ob dort eine Unterversorgung droht und entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden müssen. Voraussetzung für diese Unterstützungsmaßnahmen sei, dass der Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen förmlich feststellt, dass in der jeweiligen Region ein Ärztemangel droht. Mit dem Beschluss des Landesausschusses ist eine wichtige Grundlage geschaffen, um gezielt ausgebildete Ärztinnen und Ärzte zur Niederlassung zu motivieren.

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