Sächsisches Bündnis für Gesundheit - Pressegespräch im Sächsischen Landtag

22.04.2005

Das Bündnis Gesundheit 2000 im Freistaat Sachsen stellte in einer Pressekonferenz im Sächsischen Landtag das Positionspapier zur "Weiterentwicklung der medizinischen Versorgung" vor (Ärzteblatt Sachsen, Heft 3/2005). Damit wollte das Bündnis die ins Stocken geratene Diskussion um eine Gesundheitsreform neu anregen. Denn die Bundesregierung spielt auf Zeit, um nicht vor der kommenden Bundestagswahl mit diesem heißen Eisen Wählerstimmen zu verlieren. Doch Zeit ist kostbar, dies vor allem mit Blick auf die junge Generation und deren medizinische Versorgung im Alter.

 

Dabei wurden zu Beginn durch den Sprecher des Bündnisses, Prof. Dr. Jan Schulze, die zentralen Vorschläge des Positionspapiers erläutert. So sieht das Bündnis die Zukunft der Gesetzlichen Krankenversicherung in einer Trennung von Basis- und Zusatzleistungen, wobei nur die Basisleistungen durch jede Krankenkasse vorzuhalten sind. Gleichzeitig soll der Arbeitgeberanteil herabgesenkt werden. Zukünftig sollte auch die Kostenerstattung gleichberechtigt neben dem Sachleistungsprinzip in der Gesetzlichen Krankenversicherung verankert werden. Maßstab aller Überlegungen, so Prof. Schulze, ist eine gute medizinische Versorgung der Bevölkerung. Zur Bestimmung, was eine gute medizinische Versorgung ausmacht, können die Hinweise der Bundesärztekammer dienen. Diese beziehen sich vor allem auf eine wohnortnahe, auch ambulante fachärztliche, Versorgung mit gleichberechtigtem Zugang für alle Menschen.

 

Den Standpunkt der Zahnärzte erläuterte Präsident Dr. Lüddecke. Er bezeichnete den Festzuschuss als Errungenschaft für Patienten und wegweisend für das Gesundheitssystem. Das sah Dr. Heckemann von der Kassenärztlichen Vereinigung anders, denn Festzuschüsse sind nach seiner Ansicht nur bei Wahlleistungen sinnvoll. Frau Anys vom Zentralverband der Physiotherapeuten machte die aktuelle Rationierung im Gesundheitswesen mit Beispielen sehr deutlich. Vor allem chronisch Kranke würden in ihrem Gesundheitszustand zurück geworfen, weil Krankenkassen bestimmte Verordnungen prüfen. Sie kritisierte in diesem Zusammenhang den Gemeinsamen Bundesausschuss, weil er in die Therapiehoheit der Ärzte eingreift.

 

Die Journalisten hakten vor allem bei Fragen zur Rationierung nach. Überlagert wurde die Pressekonferenz von dem brennenden Problem des Ärztemangels in Sachsen. Dr. Heckemann musste sich nach dem Erfolg der finanziellen Förderung von Arztpraxen im Raum Torgau-Oschatz befragen lassen und bekennen, dass gerade nur zwei Interessenten in der Kassenärztlichen Vereinigung angerufen haben.

 

Die "Weiterentwicklung der medizinischen Versorgung" wird zwar sehr differenziert diskutiert, selbst von den Heilberufen in verschiedene Richtungen. Aber derzeit scheint die Weiterentwicklung - nicht nur als Medienthema - stecken zu bleiben.

 

Weitere Informationen unter 0351 / 82 67 351.

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