Ärztemangel hausgemacht: Buhmann-Kampagne zeigt Wirkung

27.04.2005

Berlin, 25.04.2005 - "Die ständigen, kampagnenartigen Diffamierungen des ärztlichen Berufsstandes in den vergangenen Jahren zeigen nun ihre Wirkung: Der Nachwuchs bleibt weg", kommentierte Bundesärztekammer-Präsident Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe das heute vorgestellte Gutachten "Ausstieg aus der kurativen ärztlichen Berufstätigkeit in Deutschland", das vom Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung in Auftrag gegeben worden war. "Der Nachwuchsmangel in der ärztlichen Versorgung ist weitaus dramatischer als Politik und Krankenkassen dies bislang zuzugeben bereit waren. Deshalb war es höchste Zeit, dass die Regierung dem Problem mehr Aufmerksamkeit widmet", sagte Hoppe. Das Gutachten bestätige ausdrücklich vorangegangene Studien der Bundesärztekammer und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zur Altersstruktur- und Arztzahlentwicklung.

 

"Wir stimmen mit der Analyse überein, dass nur durch bessere Arbeitsbedingungen und eine leistungsgerechte Vergütung in Klinik und Praxis wieder mehr junge Medizinabsolventen zu einer Tätigkeit in der Patientenversorgung motiviert werden können. Allein mit den Verteilungsinstrumenten der Selbstverwaltung wird dies aber nicht zu bewerkstelligen sein. Wir brauchen dringend einen Perspektivwechsel im Gesundheitswesen, der dazu führen muss, dass die Versorgungsbedürfnisse der Patienten im Zentrum der Gesundheitspolitik stehen und nicht allein das ökonomische Interesse an einer Medizin nach Kassenlage", so der Ärztepräsident.

 

Das Gutachten zeigt, wie groß schon jetzt die Versorgungs­probleme in den ländlichen Gegenden Ostdeutschlands sind. Vielerorts kann die ärztliche Versorgung nur noch durch die Zuwanderung ausländischer Ärzte aufrechterhalten werden. Besonders dramatisch ist die Entwicklung in der hausärztlichen Versorgung, wo Ärzte kaum noch Nachfolger für ihre Praxen finden. Nach den Erhebungen der Bundesärztekammer werden bis 2011 bundesweit etwa 17.000 Hausärzte in den Ruhestand gehen.

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