Sächsische Landesärztekammer begrüßt Einschränkung von unlauterer Werbung für Schönheitsoperationen

12.07.2005

Dresden/Berlin: Der Bundesrat hat heute dem 14. Gesetz zur Änderung des Arzneimittelgesetzes (BT-Drs. 15/5728) zugestimmt. Mit der 14. Arzneimittelgesetz (AMG) - Novelle werden Schönheitsoperationen in den Anwendungsbereich des Heilmittelwerbegesetzes (HWG) einbezogen. Damit wird die Werbung für Schönheits-OP´s eingeschränkt. Die Sächsische Landesärztekammer begrüßt diese Änderung, weil dadurch vor allem Jugendliche vor Fehlentscheidungen auf Grund falscher Erwartungen geschützt werden.

 

Die Vermarktung von plastisch-ästhetischen Eingriffen ist mit Blick auf den operativen Vorgang meist unsachlich. In so mancher Werbung wird dem oftmals jugendlichen Publikum suggeriert, dass sich durch Operationen das Aussehen eines Menschen mehr oder weniger problemlos wechselnden Schönheitsidealen angleichen lässt. Gerade Jugendliche sind in Gefahr, aufgrund übersteigerter oder schlicht falscher Erwartungen an die plastisch-operative Medizin zu Fehlentscheidungen verführt zu werden.

 

Schönheitschirurgische Eingriffe, die nicht medizinisch notwendig sind, wie zum Beispiel Brustvergrößerungen oder Fettabsaugung, sind - wie jeder operative Eingriff - mit Risiken verbunden, die zu erheblichen Gesundheitsschäden führen können. Angesichts der rapide steigenden Zahlen von schönheitschirurgischen Eingriffen ist es daher - wie im Fall von krankheitsbezogenen Eingriffen - notwendig, die Werbung für diese Verfahren dem Gesetz über die Werbung auf dem Gebiet des Heilwesens zu unterwerfen. Durch die Einbeziehung in den Anwendungsbereich des HWG werden insbesondere bestimmte Formen der suggestiven oder irreführenden Werbung, wie sie inzwischen weit verbreitet sind, verboten.

 

Eine Irreführung liegt nach § 3 HWG insbesondere dann vor, wenn u.a. Verfahren oder Behandlungen eine therapeutische Wirksamkeit beigelegt wird, die sie nicht haben, oder wenn fälschlich der Eindruck erweckt wird, dass ein Erfolg mit Sicherheit erwartet werden kann. Verstöße stellen bei vorsätzlichem Handeln eine Straftat (Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe), bei fahrlässigem Handeln eine Ordnungswidrigkeit dar (§ 15 Abs. 2 HWG, Geldbuße bis 20.000 Euro). Ferner verbietet § 11 HWG bestimmte Arten und Formen der Werbung, die erfahrungsgemäß zu einer unsachlichen Beeinflussung oder einer Irreführung des Publikums führen können; deshalb soll die Werbung außerhalb von Fachmedien von suggestiven Werbemethoden freigehalten werden.

 

Das Gesetz tritt Ende August 2005 in Kraft und enthält für die Umsetzung europäischen Rechts notwendige Änderungen des Arzneimittelgesetzes, des Heilmittelwerbegesetzes und des Patentgesetzes.

 

Weitere Informationen unter 0351 / 82 67 350.

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