15 Jahre Sächsische Heilberufekammern

08.10.2005

Dresden: 16 Jahre nach dem Mauerfall und 15 Jahre nach der Deutschen Wiedervereinigung kamen am 8. Oktober 2005 in Dresden die vier Sächsischen Heilberufekammern erstmals zu einem gemeinsamen Festakt zusammen. Mehr als 300 Gäste aus der Bundes- und Landespolitik sowie anderer Kammern und Verbände nahmen an der Veranstaltung "15 Jahre Sächsische Heilberufekammern" teil. In der Festveranstaltung wurden die Entwicklungen der Ärztekammer, der Zahnärztekammer, der Apothekerkammer und der Tierärztekammer in Sachsen von Beginn an bis heute nachgezeichnet.

 

"Ärzte und Zahnärzte gründeten bereits im Oktober 1989 freie Verbände. Unterstützung holte man sich vor allem aus den Ländern Bayern und Baden-Württemberg", erinnert sich der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, Prof. Dr. med. habil. Jan Schulze. Im Jahre 1989, mit dem politischen und wirtschaftlichen Zusammenbruch der vierzig Jahre existierenden DDR, wurde ein Vakuum bei den Berufsständen deutlich, welches es zu füllen galt. Vor allem die Heilberufe als Freie Berufe haben sehr frühzeitig nach Wegen für eine Selbstverwaltung gesucht. Prof. Schulze: "Nach intensiven Verhandlungen mit dem Gesundheitsminister der letzten DDR-Regierung, Prof. Dr. Kleditzsch, in Berlin wurde auf dessen Empfehlung der 12. Mai 1990 als Gründungstermin für eine vorläufige Sächsische Landesärztekammer, damals noch e.V., mit Sitz in Dresden bestimmt". Der Ärztekammer folgten die Zahnärzte, Tierärzte und Apotheker.

 

Der weitere geschichtliche Verlauf in der Wendezeit war bei jeder einzelnen Kammer so vielschichtig wie das Leben. Prof. Schulze: "Vieles von dem, was wir damals in kürzester Zeit auf den Weg brachten, wäre heute undenkbar. Unklare Macht- und Rechtsverhältnisse haben uns so manche Tür geöffnet, die jetzt verschlossen bliebe. Schon allein die enorme Bürokratie unserer Zeit hätte so einiges scheitern lassen. Denn im Vergleich zur DDR ist der Bürokratie- und Verwaltungsaufwand von heute ein Krake, der alles umschlingt". Viele Nächte und Wochenenden haben die Gründungsväter und -mütter in und mit der Kammer verbracht, um das zu erreichen, was die Kammermitglieder heute ganz selbstverständlich nutzen: Eine Selbstverwaltung der Freien Heilberufe zum Nutzen der Bürger.

 

Begrüßt wurden die geladenen Gäste der Festveranstaltung von Prof. Dr. med. habil. Schulze, Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, Herrn Dr. Lüddecke, Präsident der Landeszahnärztekammer Sachsen, Herrn Schmidt, Präsident der Sächsischen Landesapothekerkammer sowie Herrn Dr. Möckel, Präsident der Sächsischen Landestierärztekammer.

 

Unter den Gästen befanden sich die Präsidenten der Bundesapothekerkammer, der Bundeszahnärztekammer und der Bundestierärztekammer sowie die Präsidenten der Polnischen Niederschlesischen Ärztekammer und der Tschechischen Tierärztekammer.

 

Zwei Gastvorträge prägten die Festveranstaltung in besonderem Maße:

 

"Kammern als Wertegemeinschaft - Die heilberufliche Selbstverwaltung zwischen Tradition und Innovation"
Prof. Dr. jur. Dr. h.c. mult. Rolf Stober, Universität Hamburg, Geschäftsführender Direktor, Institut für Recht der Wirtschaft

 

"Hippokrates und Sisyphos"
Prof. Dr. rer. nat. Walter Krämer, Universität Dortmund, Institut für Wirtschafts- und Sozialstatistik

 

Aus Anlass des Jubiläums haben die Heilberufekammern eine Festschrift herausgegeben.
Weitere Informationen für Pressevertreter unter 0351 / 82 67 161.

 

Knut Köhler
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Seitenfunktionen

Partner

Meine SLÄK

Schnelleinstieg

Fort- und Weiterbildungskurse für Ärzte

Veranstaltungen für MFA