Sächsische Landesärztekammer ruft zur Grippe-Impfung auf

17.10.2005

Dresden: Auf die Bedeutung der Grippe-Schutzimpfung weist die Sächsische Landesärztekammer hin. "Nicht zuletzt vor dem Hintergrund einer Influenza-Pandemie, deren Wahrscheinlichkeit Experten als sehr hoch einstufen, sei ein guter Grippe-Impfschutz der Bevölkerung von großer Bedeutung", so Prof. Dr. med. habil. Jan Schulze, Präsident der Sächsischen Landesärztekammer. Eine hohe Impfrate gelte als wirksamer Schutz vor der alljährlich auftretenden Influenza, aber auch als gute Prophylaxe, um das Risiko der Entstehung eines neuen Grippevirustyps zu reduzieren. Die Kosten für die Grippe-Impfung übernehmen die Krankenkassen.

 

Virusgrippe (Influenza) und Pneumokokken-Erkrankungen würden trotz vielfältiger Information und Aufklärung häufig noch zu sehr unterschätzt. "Sie sind keine harmlosen Erkältungen und können insbesondere für ältere, chronisch kranke oder immungeschwächte Menschen zu einer ernsten Gefahr werden", sagte Prof. Schulze. "Wir ermuntern daher alle Personen, vor allem aber diejenigen, die besonders gefährdet sind, an einer Grippe zu erkranken, sich impfen zu lassen". Der Herbst sei die beste Zeit dafür. Nach der Impfung benötige das Immunsystem zwischen sieben und vierzehn Tagen, um einen vollständigen Immunschutz aufzubauen. Angst vor Nebenwirkungen brauche niemand zu haben.

 

Auch die Angst, durch die Impfung erst an Influenza zu erkranken, sei unbegründet. Influenza-Impfstoffe könnten auf keinen Fall selbst eine Virusgrippe auslösen, da es sich um inaktivierte Impfstoffe handele, die nur Teile des Erregers enthielten. In einem Atemzug mit der Virus-Grippe müssten die Pneumokokken erwähnt werden: Weltweit verbreitete Bakterien, die wie die Virusgrippe zu schweren Lungenentzündungen führen können und in Deutschland schätzungsweise 12.000 Menschenleben jährlich fordern. In vielen Fällen sind Virusgrippen die Wegbereiter für Pneumokokken-Erkrankungen, die beide in erster Linie für Menschen über 50 Jahre und altersunabhängig für Menschen mit gesundheitlichen Grundleiden gefährlich werden. Daher empfiehlt Prof. Dr. med. habil. Siegwart Bigl, Vorsitzender des Ausschusses "Hygiene und Umweltmedizin" und Mitglied der Sächsischen Impfkommission, die Grippeschutzimpfung ab 50 Jahre und zusätzlich eine Pneumokokkenimpfung ab dem 60. Lebensjahr.

 

Die Bereitschaft der Menschen, sich impfen zu lassen, sinke von Jahr zu Jahr. Dies wiederum erhöhe das Risiko, dass längst besiegt geglaubte Krankheiten wie Diphtherie und Kinderlähmung, wieder auflebten. Gleichzeitig dürften auch so genannte Kinderkrankheiten, wie Masern und Windpocken, nicht auf die leichte Schulter genommen werden, weil sie insbesondere bei Erwachsenen zu schweren Komplikationen führen könnten. Die Sächsische Landesärztekammer appelliert daher eindringlich an die Bürger, das Angebot von Schutzimpfungen wahrzunehmen. Nähere Informationen halten die niedergelassenen Ärzte, Apotheken sowie die Gesundheitsämter bereit.

 

Weitere Informationen zur Pressemitteilung unter 0351 / 8267 160.

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