Ärztemangel mit einseitigen Maßnahmen nicht zu stoppen

18.10.2005

Dresden: "Der Ärztemangel in Sachsen ist mit einseitigen Maßnahmen nicht zu stoppen. Seit Jahren werden vor allem die Arbeitsbedingungen in Praxis und Klinik immer schlechter. Deshalb wollen junge Mediziner nicht in Sachsen bleiben oder medizinisch tätig werden". Mit diesen Worten reagierte der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, Prof. Dr. med. habil. Jan Schulze, auf die Äußerungen des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales.

 

Fallende Punktwerte, immer mehr Patienten, kurze Arbeitsverträge und unbezahlte Überstunden, dass sind die Fakten aus dem ärztlichen Alltag. Hinzu kommen Bürokratie und Diffamierung durch die Politik. Der Ansatz des Sozialministeriums, Ärzte über finanzielle Einmalzahlungen oder Medizinstudenten über hausärztliche Ausbildungsabschnitte für die ärztliche Tätigkeit in Sachsen zu gewinnen, ist aber allein nicht zielführend. Prof. Schulze: "Wir brauchen Konzepte zur Verbesserung der Attraktivität des Arztberufes. Greifen diese, dann werden wir auch wieder genügend Ärzte in Sachsen finden. Und auch Ärztinnen im Erziehungsurlaub sind doch viel eher bereit, in den ärztlichen Beruf wieder einzusteigen, wenn sie adäquate Bedingungen vorfinden, mit denen sich Familie und Beruf vereinbaren lassen. Es geht um wirkliche Hilfe für einen Berufsstand, der immer stärker durch Bourn out geprägt wird."

 

Die Sächsische Landesärztekammer sieht nur in einem Gesamtkonzept, bestehend aus Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der Vergütung sowie einer familienfreundlichen Arbeitszeitgestaltung, eine Lösung für den Ärztemangel. Das Sozialministerium hat hier positive Ansätze entwickelt. Dazu gehört die Änderung der Anstellungsmöglichkeiten von Ärzten in den Praxen oder die Öffnung von Zulassungsgebieten. Doch gerade dem Thema der Verbesserung der ärztlichen Vergütung auf westdeutsches Niveau verschließt sich das Sozialministerium völlig, weil es dafür keine Mehrheit im Bundesrat sieht.

 

Weitere Informationen unter 0351 / 82 67 160.

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