Sächsische Vertragsärzte erbringen viele Leistungen fast zum Nulltarif

11.11.2005

Pressemitteilung der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen

 

Wenn die rund 5.600 sächsischen Vertragsärzte ihre vom Patienten nachgefragten Leistungen abrechnen, bekommen sie nur einen Teil nach dem so genannten Regelleistungsvolumen vergütet. Den "Rest" erbringen sie fast zum Nulltarif. Diese Fakten offenbarte die nun vorliegende Abrechnung für das Leistungsquartal II/05. "Für die Ärzte als Freiberufler ist es auf Dauer nicht zumutbar, für einen erheblichen Teil ihrer Arbeit nur ein Almosen zu erhalten," so der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen, Dr. Klaus Heckemann. Derzeit arbeiten die Fachärzte in Sachsen, zusätzlich zu dem was sie vergütet bekommen, die Hälfte und die Hausärzte ein Drittel noch einmal ohne Vergütung.

 

Die Abrechnung des Quartals II/05 basiert auf dem im April neu eingeführten Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM 2000plus) für ambulante medizinische Leistungen. Diese Gebührenordnung wurde streng betriebswirtschaftlich mit dem Ziel kalkuliert, die Arbeit in den Praxen angemessen honorieren zu können. Nach dem ersten Praxistest jedoch "zeigt der neue EBM ganz ungeschminkt, dass die Finanzdecke für die ambulante Versorgung der Versicherten viel zu knapp bemessen ist", bilanziert Dr. Heckemann. Nach seiner Überzeugung können auch die mit der AOK und der IKK in den letzten Monaten erreichten durchaus akzeptablen Verhandlungsergebnissen zur Gesamtvergütung nicht darüber hinwegtäuschen, "dass sich die wirtschaftliche Situation in vielen Praxen sehr angespannt darstellt". Dr. Heckemann weist darauf hin, dass unabhängig von der Vergütung viele Kosten weiterlaufen. "Da darf es keinen verwundern, wenn die psychische Belastbarkeit an Grenzen kommt und der Druck wächst, Kosten zu senken und damit ggf. auch Personal zu entlassen."

 

Für den Chef der KV Sachsen ist es ein Unding, dass die Vertragsärzte in den neuen Bundesländern im Vergleich zu ihren Westkollegen immer noch rund 20 Prozent weniger finanzielle Mittel für die Behandlung ihrer Patienten zur Verfügung haben. Erst im August 2005 hatten die Vorstandsvorsitzenden der KVen der neuen Bundesländer ein Sofortprogramm in Höhe von 700 Millionen Euro gegen den Abbau der Finanzdefizite und auch als wirksames Mittel gegen den zunehmenden Ärztemangel vorgeschlagen. "Die verantwortlichen Politiker müssen endlich handeln", fordert Dr. Heckemann.

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