Patientenverfügung im Spannungsfeld zwischen Recht und Medizin

25.01.2006

- Justizminister Geert Mackenroth fordert gesetzliche Regelung der Patientenverfügung -

 

Dresden: Justizminister Geert Mackenroth lehnt die aktive und organisierte Sterbehilfe ab; sie nehme den Menschen nicht die Angst vor Apparatemedizin, Schmerzen und würdelosem Leiden. Der Minister fordert stattdessen den Ausbau der Versorgung mit Schmerztherapie und Sterbebegleitung als den humanen Mitteln zur Umsetzung des Patientenwillens in der Leidens- und Sterbensphase. Mit einer Patientenverfügung könne das Selbstbestimmungsrecht auch im Sterbeverlauf weitestgehend gewahrt werden. Allerdings sei eine klare gesetzliche Regelung zur Patientenverfügung notwendig, um die bestehende Rechtsunsicherheit für Betroffene, Angehörige und Ärzte zu beseitigen.

 

Auch der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, Prof. Dr. med. habil. Jan Schulze, vertritt diese Ansicht. "Ärzte haben ihren Beruf ergriffen, um Leben zu retten, Leiden zu lindern und Krankheiten zu heilen". Eine aktive Sterbehilfe ist aus dieser Sicht konsequent abzulehnen. Vielmehr bedürfe es klarer Regelungen für eine Patientenverfügung und deren Reichweite. Ärzte stünden wegen ungeklärter Fragen heute zwischen ihrem Heilauftrag, dem Willen der Patienten und strafrechtlichen Konsequenzen sowie den Ansprüchen von Angehörigen. Ohne eine ausreichende Rechtssicherheit können Ärzte im Zweifel nur schwer ethische und medizinisch notwendige Entscheidungen am Lebensende eines Patienten treffen.

 

Zu den offenen Fragen der "Patientenverfügung im Spannungsfeld zwischen Recht und Medizin" veranstalten die Sächsische Landesärztekammer und das Sächsische Staatsministeriums der Justiz eine

 

Diskussionsveranstaltung am Dienstag, den 31. Januar 2006, 20.00 Uhr,
im Seelsorgezentrum des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus,
Fetscherstraße 74, 01307 Dresden

 

mit:
Geert Mackenroth, Sächsischer Staatsminister der Justiz,
Prof. Dr. med. Jan Schulze, Präsident der Sächsischen Landesärztekammer,
Prof. Dr. med. Gerhard Ehninger, Medizinische Klinik und Poliklinik I, Uniklinik Dresden,
Nikolaus Krause, Krankenhausseelsorger, Uniklinik Dresden.

 

Vertreter von Presse, Funk und Fernsehen sind herzlich willkommen.
Weitere Informationen zu dieser Veranstaltung erhalten Sie unter den Telefonnummern:
0351 8267160 oder 0351 5641510.

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