Agnes - die moderne Gemeindeschwester

28.03.2007

Dresden: Sachsen startet das Projekt moderne Gemeindeschwester. Mit Spritze und Laptop soll sie künftig unterwegs sein - landläufig im Osten bekannt unter dem Namen "Schwester Agnes". "Wenn die Arzthelferinnen des Hausarztes durch eine Qualifikation in die Lage versetzt werden, bestimmte delegierbare Leistungen auszuführen und damit die Ärzte in Problemregionen zu entlasten, dann hat das Projekt seine Berechtigung", so Prof. Dr. med. habil. Jan Schulze, Präsident der Sächsischen Landesärztekammer.

 

Prof. Schulze weiter: "Den Ärztemangel kann man aber damit für Ostdeutschland nicht lösen, dafür ist die demografische Entwicklung zu eindeutig". Wichtig ist auch, dass die Verantwortung bei dem Arzt verbleibt, um die Qualität der medizinischen Versorgung für die Patienten und das Vertrauen zu sichern.

 

Zunächst wird das Modellprojekt in der Kammregion des Erzgebirges gestartet. Dabei werden zwei Gemeindeschwestern vier Hausarztpraxen zugeordnet. Im Projektzeitraum von 15 Monaten soll erprobt werden, ob und inwieweit eine eingesetzte Gemeindeschwester den Arzt im häuslichen Umfeld des Patienten entlasten kann. Dabei soll sie keine pflegerischen Leistungen übernehmen.

 

Gesundheitsministerin Helma Orosz gab jetzt den Startschuss zu diesem sächsischen Projekt. Die Finanzierung der Personalkosten der Gemeindeschwestern in Höhe von 231.000 EUR erfolgt durch Mittel der sächsischen Krankenkassen, des Gesundheitsministeriums und der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen. Projektträger ist die Universität Greifswald. Weitere 231.000 EUR werden vom Europäischen Sozialfonds übernommen.

 

Ungeklärt ist die Finanzierung der Gemeindeschwestern nach Ablauf der Projektphase, denn dann müssten diese von den Ärzten bezahlt werden. Doch eine Refinanzierung der Kosten über die Krankenkassen ist bisher nicht möglich.

 

Rückfragen zu dieser Pressemitteilung unter 0351 8267 160.

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