Themenheft „Ärzteblatt Sachsen” erschienen: Wie evident ist die evidenzbasierte Medizin? Nachhaltiger Fortschritt oder Mystifizierung der modernen Medizin?

10.11.2008

Dresden, 10.11.2008: Der Vorstand der Sächsischen Landesärztekammer hat zahlreiche Fragen der Ärzteschaft aufgegriffen, inwieweit die Evidenzbasierte Medizin (EbM) geeignet sein kann, eine bestmögliche wirksame und sichere Patientenversorgung zu ermöglichen. Beiträge aus Wissenschaft und Praxis zu dieser Thematik sind jetzt in einem Themenheft des Sächsischen Ärzteblattes erschienen.

 

Das aktuelle November-Heft befasst sich einleitend mit den erkenntnistheoretischen Aspekten der Evidenzgewinnung. In einer kurzgefassten Einleitung werden die Etappen Rationalismus, Empirismus und kritischer Rationalismus erläutert. Darauf folgen praxisrelevante fundierte Erfahrungs- und Erkenntnisberichte in Bezug auf die Implementierung und die Anwendung von evidenzbasierter Medizin in der Diabetologie, der Neurologie, der Psychiatrie und der Allgemeinmedizin.

 

Angesichts vielfältiger Unsicherheiten in der Ausübung des Arztberufes, der Beurteilung neuer Heilmethoden und gesundheitspolitischer Entscheidungen zur Finanzierung der medizinischen Versorgung wird sehr oft die Frage gestellt: Ist die Evidenzbasierte Medizin (EbM) die feste Burg im ärztlichen Alltag, die eine bestmögliche wirksame und sichere Patientenversorgung ermöglicht? Kann der EbM-praktizierende Arzt bessere Entscheidungen darüber treffen, ob eine bestimmte präventive, diagnostische oder therapeutische Prozedur seinem Patienten nützt oder nicht nützt? Oder existiert ein realer Missbrauch des Begriffes zur Ration(alis)ierung der Schulmedizin oder zur Proklamierung einer fehlerlosen medizinischen Praxis? Werden Grenzen der EbM zur Verzauberung alternativer Medizinkonzepte herangezogen? Auf diese und weitere Fragen geben die Beiträge Antworten.

 

Wissenschaftliche Leitung
Prof. Dr. med. Hildebrand Kunath, Dresden, Institut für Medizinische Informatik und Biometrie, Medizinische Fakultät, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus

 

Wie evident ist die evidenzbasierte Medizin am Beispiel der Diabetologie?
Dr. med. Ulrike Rothe, Dresden, Institut für Medizinische Informatik und Biometrie, Medizinische Fakultät, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus

 

Evidenzbasierte Medizin aus psychiatrischer Sicht - wie wirklich ist die Wirklichkeit?
Prof. Dr. med. habil. Otto Bach, Leipzig, Vorsitzender der Sächsischen Akademie fürärztliche Fort- und Weiterbildung

 

Wie evident ist die evidenzbasierte Medizin im Fachgebiet Neurologie?
Prof. Dr. sc. med. Wolfgang Sauermann, Dresden

 

Evidenzbasierte Medizin in der Allgemeinmedizin
Dr. med. Antje Bergmann, Dresden, Lehrbereich Allgemeinmedizin, Medizinische Klinik III, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus

 

Impfempfehlungen und evidenzbasierte Medizin
Prof. Dr. med. habil. Siegwart Bigl, Chemnitz, Vorsitzender der Sächsischen Impfkommission

 

Wie evident ist die evidenzbasierte Medizin in der Neurochirurgie/Neurotraumatologie
Dr. med. Mario Leimert, Dresden, Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus

 

Individuelle Therapie und evidenzbasierte Medizin in der Frauenheilkunde und Geburtshilfe im Widerspruch?
Prof. Dr. med. habil. Uwe Köhler, Leipzig, Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Klinikum St. Georg gGmbH

 

Evidenzbasierte Orthopädie
Dr. med. Stephan Kirschner, Dresden, Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus

 

Weitere Informationen unter 0351 82 67 160.

Seitenfunktionen

Partner

Meine SLÄK

Schnelleinstieg

Fort- und Weiterbildungskurse für Ärzte

Veranstaltungen für MFA