Neue Honorarverteilungsvorgaben für Vertragsärzte notwendig

18.03.2009

Vor dem Hintergrund der aktuellen Proteste niedergelassener Ärzte in Sachsen gegen die seit Anfang des Jahres in Kraft getretene neue Honorarordnung, betont der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, Prof. Dr. med. habil. Jan Schulze: "Es bedarf einer grundsätzlichen Neuausrichtung der Honorarverteilungsvorgaben. Ziel muss die leistungsgerechtere Verteilung der erstrittenen Honorarzuwächse sein."

 

Bereits Anfang März wurde von der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen und den Krankenkassen eine Vereinbarung unterzeichnet, die auf Basis der Beschlüsse des Erweiterten Bewertungsausschusses eine Konvergenzregelung vorsieht, welche für Arztgruppen und nicht für einzelne Ärzte bzw. Praxen wirkt. Die Vertragspartner sehen darin eine Grundlage, gravierende Honorarverluste sächsischer Ärzte abzumildern. "Diese Regelung ist zu begrüßen. Die Nutzung solcher Optionen kann die Grundprobleme der gesetzlich vorgeschriebenen Vergütungsreform allerdings nur lindern, nicht aber heilen", so Professor Schulze.

 

Die Sächsische Landesärztekammer ist zwar nicht für die Vergütungsregelungen der niedergelassenen Vertragsärzte zuständig, dennoch hat sie eine adäquate Vergütung für diese Arztgruppe gegenüber den politischen Entscheidungsträgern in der Vergangenheit immer wieder eingefordert und die Proteste der sächsischen Ärzte aktiv unterstützt.

 

"Wir wehren uns seit Jahren gegen die wachsende Bürokratisierung und Rationierung im Gesundheitswesen. Es kann nicht sein, dass die Bundesgesundheitsministerin von Spitzenmedizin spricht, aber nur die "ausreichende" Versorgung meint. Gerade mit Blick auf den Ärztemangel in Sachsen ist es zwingend, die Rahmenbedingungen der ärztlichen Tätigkeit zu verbessern, damit junge Ärzte nicht ins Ausland oder in andere Bundesländer abwandern und Patienten adäquat medizinisch versorgt werden", so der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer.

 

Aktuell stand das Thema Honorarordnung und Folgen auf der Tagesordnung der letzten Sitzung des Bündnisses Gesundheit 2000 im Freistaat Sachsen. Die über 30 Bündnispartner haben insbesondere auch die Folgen für angestelltes Personal in Arztpraxen und die flächendeckende Versorgung in Sachsen diskutiert. Das Bündnis wird nun mit Blick auf Bundes- und Landtagswahlen die gesundheitspolitischen Sprecher der sächsischen Parteien zu Stellungnahmen und Unterstützungsmöglichkeiten auffordern.

 

Des weiteren wird der Ausschuss Ambulante Versorgung der Sächsischen Landesärztekammer die Thematik der neuen Honorarordnung diskutieren sowie die Vorstände der Sächsischen Landesärztekammer und der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen auf der nächsten gemeinsamen Sitzung. Professor Schulze: "Ich werde mich darüber hinaus auch über die Bundesärztekammer für eine Lösung einsetzen."

 

Bei konkreten Fragen zu ihrem Honorar können sich sächsische Vertragsärzte an die Bezirksgeschäftsstellen der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen wenden. Die Kontaktdaten sind im Internet unter www.kvs-sachsen.de zu finden.

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