Carl Gustav Carus. Natur und Idee

24.06.2009

Ausstellung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und der Staatlichen Museen zu Berlin
Dresden: Semperbau, Gemäldegalerie Alte Meister und Residenzschloss, Kupferstich-Kabinett
26. Juni 2009 bis 20. September 2009

 

Carl Gustav Carus (1789-1869), der von 1814 bis zu seinem Tode in Dresden lebte, war weit mehr als ein bedeutender Künstler. Er war eine Persönlichkeit von universalem Zuschnitt und gehörte zu den herausragenden Exponenten des geistigen und wissenschaftlichen Lebens seiner Zeit. Der Arzt, Naturphilosoph, Literat, Maler und Zeichner Carl Gustav Carus nimmt im Spektrum zwischen Kunst, Wissenschaft und Philosophie der Natur des frühen 19. Jahrhunderts eine besondere Position ein. Neben Friedrich Schelling, dem Naturforscher und Philosophen Lorenz Oken und Alexander von Humboldt prägte vor allem Johann Wolfgang von Goethe, mit dem er in regem Briefkontakt stand, sein Natur- und Weltbild. Physik und Metaphysik, Natur und Kultur, Wissenschaft, Kunst und Leben, Leib und Seele, Gesundheit und Krankheit, Geburt und Tod werden in seinem Werk in eine enge Verbindung gebracht. Ein Leben lang bewegte sich Carus mit staunenswerter Energie und unerschöpflicher Wissbegierde zwischen den Polen Kunst und Wissenschaft, zwischen dem "romantischen" Versuch, Geist und Natur als ganzheitliches Prinzip zu denken, und dem Bestreben, sie positivistisch, in all ihren Facetten zu erkunden und darzustellen. In der Wahl des Mottos "Natur und Idee" für diese Ausstellung, die den Titel einer späten Schrift von Carus zur philosophischen Grundlegung der Naturwissenschaft aus dem Jahre 1861 aufgreift, spiegelt sich diese stete Spannung zwischen Positivismus und Idealismus im Lebenswerk von Carus wider.

 

Bisher ist Carl Gustav Carus dem breiten Publikum vor allem als Künstler im Umkreis der Dresdner Romantiker um Caspar David Friedrich ein Begriff. Entsprechend konzentrierte sich noch die letzte, 1989 im Dresdner Albertinum gezeigte Ausstellung vor allem auf sein malerisches und zeichnerisches Werk. Das Desiderat, den Blick auf den "ganzen" Carus zu richten, unternimmt nun zwanzig Jahre später die Ausstellung "Carl Gustav Carus. Natur und Idee".

 

Gezeigt werden in der Ausstellung rund 250 Gemälde und Zeichnungen von Carus selbst sowie 50 herausragende Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen seiner Zeitgenossen Caspar David Friedrich, Johan Christian Dahl, August Heinrich, Pierre Jean David d'Angers und Ernst Rietschel.

 

Grundlage des künstlerischen Teils der Ausstellung sind die Werke in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, dem bedeutendsten Carus-Bestand in öffentlichem Besitz. Das Kupferstich-Kabinett verwahrt mehr als 700 Zeichnungen und Druckgraphiken, die Galerie 22 Gemälde, darunter exemplarische Werke der Dresdner Romantik. Neben den künstlerischen Arbeiten werden die naturwissenschaftlichen Illustrationen gezeigt, sowie wissenschaftliche, kunsttheoretische, literarische Schriften und Briefe von Carus und Anderen. Dazu kommen rund 30 Objekte aus der umfangreichen Abguss- und Schädelsammlung von Carus, die sich heute in der anthropologischen Sammlung des Dresdner Völkerkundemuseums und der Anatomischen Lehrsammlung des medizinischen Instituts der Universität Leipzig befindet. Medizinische Gerätschaften, anatomische Präparate und naturkundliche Zeugnisse ergänzen die Ausstellung.

 

Die Ausstellung findet an zwei Orten statt:
 

  1. 1.Semperbau, Gemäldegalerie Alte Meister
  • Carus als Persönlichkeit und Carus´ Tätigkeit als Mediziner
  • Carus’ Lebenswelt in Dresden und Pillnitz. Reisen auf die Insel Rügen und nach Italien
  • Poesie und künstlerische Geschichte im Werk von Carus
  • Carus’ persönliche Beziehungen zu bedeutenden Zeitgenossen wie Goethe, Alexander von Humboldt, Caspar David Friedrich, Ludwig Tieck, Lorenz Oken und König Johann von Sachsen.

 

Unter den künstlerischen Arbeiten, die sich in diesem Teil der Ausstellung befinden, sind Hauptwerke wie "Erinnerung an eine bewaldete Insel der Ostsee (Eichen am Meer)", 1834/35 (Dresden, Galerie Neue Meister), "Balkon in Neapel", um 1829/30 (Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie) sowie von Caspar David Friedrich "Mondaufgang am Meer", 1827 (Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie) und von Johan Christian Dahl "Blick auf Schloss Pillnitz," 1823 (Essen, Museum Folkwang).

 

  1. 2.Residenzschloss, Kupferstich-Kabinett
  • geognostische Landschaften
  • Naturstudien und späte Kohlezeichnungen
  • Zootomie, vergleichende Anatomie und Physiologie
  • Cranioskopie und Konstitutionslehre

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