Krankenhauseinweisungen gegen Entgelt

04.09.2009

Dresden: "Die Vorwürfe gegen Ärzte, sie würden Krankenhauseinweisungen von Patienten gegen Entgelt vornehmen, sind schwerwiegend", so der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, Prof. Dr. med. habil. Jan Schulze heute in Dresden. "Jedoch gibt es bisher nur Verdächtigungen und keine Beweise. Deshalb darf nicht eine gesamte Berufsgruppe unter Generalverdacht gestellt werden."

 

Die Diskussion bewege sich derzeit ausschließlich auf der Grundlage von Halbwahrheiten. Sollte es tatsächlich Fälle von Bestechlichkeit in der sächsischen Ärzteschaft geben, so werden die bestehenden straf- und berufsrechtlichen Möglichkeiten zur Anwendung kommen, um, ¸Schwarze Schafe' zu bestrafen. "Die Landesärztekammer hat auch die Aufgabe, den Berufsstand der Ärzte vor unlauteren Kollegen zu schützen", betont der Prof. Schulze. Aber es dürfen nicht alle niedergelassenen Ärzte unter Generalverdacht gestellt werden.

 

Seit langer Zeit schon engagieren sich Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte in Kooperation, um Schnittstellen zu überwinden, die Versorgung zu verbessern und Einsparungen zu erzielen. Diese so genannte Integrierte Versorgung ist nicht nur politisch gewollt, sondern auch sinnvoll und muss selbstverständlich mit Leistungen für den Patienten hinterlegt sein. Dass dabei der Grundsatz "ambulant vor stationär" Leistungen zu den niedergelassenen Ärzten verlagere, schlage sich natürlich auch in der Honorierung nieder.

 

Prof. Schulze: "Dies grundsätzlich in den Bereich von Bestechlichkeit und Kriminalität zu rücken ist verantwortungslos. Die mit der Integrierten Versorgung mühsam erzielten Fortschritte werden damit in Frage gestellt". Er fordert alle Beteiligten auf, zu einer sachlichen Diskussion zurückzukehren und warnt vor einer nachhaltigen Beschädigung des Vertrauensverhältnisses zwischen Ärzten und Patienten.

 

Weitere Informationen unter 0351 8267-160.

Seitenfunktionen

Partner

Meine SLÄK

Schnelleinstieg

Fort- und Weiterbildungskurse für Ärzte

Veranstaltungen für MFA