Medikamententest in der DDR

Statement von Prof. Dr. med. habil. Jan Schulze, Präsident der Sächsischen Landesärztekammer

15.05.2013

Alle Medikamententests in der DDR unterlagen den üblichen Standards für klinische Studien. Das DDR-Recht hat dazu ähnliche Vorgaben gemacht, wie westliche Staaten. Dazu gehörte auch eine umfangreiche mündliche und schriftliche Aufklärung sowie Einwilligung des Patienten. Wenn ein Arzt damals diese Aufklärung nicht durchgeführt oder der Patient nicht eingewilligt hat, so hat dieser sich auch nach DDR-Recht strafbar gemacht.

 

Sollten Patienten damals ohne ihr Wissen für Medikamententests missbraucht worden sein, so ist eine lückenlose Aufklärung absolut notwendig. Zudem müsste über eine Entschädigung der Opfer oder deren Angehörigen diskutiert werden, wenn es nachweislich zu körperlichen Schäden bis hin zur Todesfolge durch die Tests gekommen sein sollte.

 

Eine endgültige Aufklärung der Medikamententests könnte das Forschungsvorhaben „Medikamentenversuche - Klinische Arzneimittelforschung in der DDR von 1961 bis 1989" erbringen, welches die Sächsische Landesärztekammer ausdrücklich unterstützt.

 

Wie viele Kliniken in Sachsen Medikamententests für westdeutsche Pharmaunternehmen durchgeführt haben, ist der Sächsischen Landesärztekammer nicht bekannt.

 

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