Steigender medizinischer Bedarf – steigende Arztzahlen in Sachsen

09.03.2017

Aktuell leben in Sachsen 24.214 Ärzte (31.12.2016). Dies sind 438 Ärzte mehr als im Jahr zuvor. 17.303 Ärzte sind derzeit in Sachsen auch ärztlich tätig (+373), davon 9.508 im stationären (+135) und 6.757 im ambulanten Bereich (+90).

 

Eine zunehmende Anzahl von Ärzten arbeitet in stationären wie ambulanten Einrichtungen in Teilzeit, um Familie und Beruf besser vereinbaren zu können. „Aus dem Anstieg der absoluten Zahlen kann daher nicht geschlussfolgert werden, dass es keinen Ärztebedarf mehr gibt. Vielmehr bietet der Freistaat wegen des zunehmenden medizinischen Bedarfs weiterhin sehr gute Perspektiven für junge Ärzte, insbesondere für niedergelassene Fachärzte", so Erik Bodendieck, Präsident der Sächsischen Landesärztekammer.

 

Angestellt statt Einzelkämpfer

Im ambulanten Bereich setzt sich daher trotz der steigenden Zahlen der Bedarf an Ärzten weiter fort. Vor zehn Jahren gab es noch 5.794 Ärzte mit eigener Praxis. Diese Zahl sank bis Ende 2016 um 455 auf 5.339 niedergelassene Ärzte. Dagegen stieg im gleichen Zeitraum die Zahl der in Niederlassung angestellten Ärzte von 350 auf 1.418 Ärzte an.

„Dies zeigt, dass immer weniger Ärzte eine eigene Praxis übernehmen, sondern lieber als Angestellte in einer Praxis arbeiten. Bedenklich ist dies vor allem für die ländlichen Bereiche. Daher muss das von der Sächsischen Landesärztekammer initiierte Netzwerk ‚Ärzte für Sachsen' weiterhin mit gezielten Maßnahmen Nachwuchs für den ambulanten Bereich gewinnen", so der Präsident. Zudem müssten eHealth-Projekte entwickelt werden, die Ärzte in ihrer Tätigkeit unterstützen und zum Wohle der Patienten entlasten.

 

Anteil der Ärztinnen nimmt weiter zu

 

Die Zahl der berufstätigen Ärztinnen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 223 auf 9.114. Ihr Anteil an allen berufstätigen Ärzten beträgt jetzt 52,7 Prozent. Die Anzahl berufstätiger Ärzte erhöhte sich dagegen nur um 150 auf 8.189 (47,3 Prozent). Erik Bodendieck: „Diesem Trend wird an vielen sächsischen Einrichtungen schon durch familienfreundliche Arbeitsbedingungen wie Teilzeitmodelle und Kinderbetreuungsmöglichkeiten bereits Rechnung getragen."

 

Ausländische Ärzte

2.517 (+96) ausländische Ärzte aus 94 Nationen sind derzeit bei der Sächsischen Landesärztekammer insgesamt gemeldet. Davon sind 2.288 berufstätig. Die Anzahl der syrischen Ärzte hat sich in den letzten drei Jahren von 52 auf 182 mehr als verdreifacht. Die meisten ausländischen Ärzte stammen aus der Tschechischen Republik (376), der Slowakei (274), aus Polen (233), Rumänien (180), der Russischen Föderation (152), Bulgarien  (114), der Ukraine (99) und Ungarn (96).

1.767 ausländische Ärzte arbeiten im stationären und 282 im ambulanten Bereich. Der Anteil der berufstätigen ausländischen Ärzte ist in Bezug auf die Gesamtzahl der berufstätigen Mediziner von 12,9 in 2015 auf 13,5 Prozent gestiegen.

 

Erik Bodendieck betont ausdrücklich, „dass einige Kliniken den Betrieb mancher Stationen ohne die ausländischen Ärzte nicht aufrechterhalten könnten, weil sie in Deutschland keine Mediziner finden". Der Präsident setzt zur besseren Verständigung zwischen Ärzten oder mit den Patienten auf berufsbegleitende Integrationskurse. Viele Krankenhäuser in Sachsen bieten bereits solche Kurse an.

 

Weitere Informationen, auch zu ausländischen Ärzten, sowie Grafiken und Tabellen: (pdf)

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