Masterplan Medizinstudium 2020 beschlossen

05.04.2017

Mit dem am 31. März 2017 in Berlin beschlossenen „Masterplan Medizinstudium 2020" will die Bundesregierung die Ausbildung der Ärzte reformieren. Im Zentrum stehen neben einer Stärkung der Allgemeinmedizin mehr Praxis- und Patientenorientierung im Studium sowie ein modernisiertes Zulassungsverfahren.

 

Die Sächsische Landesärztekammer lobt das Reformpaket im Ansatz. „Insgesamt habe ich mir jedoch mehr erwartet", betont ihr Präsident, Erik Bodendieck. „Nicht nur, dass die Ausgestaltung vieler Maßnahmen nur vage angedeutet ist und die für die künftige Versorgung so wesentlichen zusätzlichen Studienplätze, wie sie auch die Landesärztekammer seit langem fordert, völlig ausgeblendet wurden. Die Frage der Finanzierung wurde einfach auf Eis gelegt bzw. mit einem Haushaltsvorbehalt versehen. Wir plädieren für eine schnelle Konkretisierung und die konzertierte Umsetzung des Masterplans unter Einbeziehung der Ärzteschaft."

 

Inhaltlich bedingt der Wunsch nach mehr Praxisnähe und einer Aufwertung der Allgemeinmedizin einige der auffälligsten Strukturänderungen des Studiums. So wird das Praktische Jahr von drei Tertialen auf vier Quartale umgestellt. Innere Medizin und Chirurgie bleiben dabei Pflichtquartale, mindestens ein Wahlfach muss „im ambulanten vertragsärztlichen Bereich" absolviert werden. Außerdem wird das Fach Allgemeinmedizin verpflichtender Teil der Examensprüfung. Um die künftigen Ärzte besser auf die Arbeit mit Patienten vorzubereiten, soll die Gesprächsführung im Studium einen größeren Stellenwert einnehmen.

 

Versorgungspolitische Aspekte spielen insgesamt eine wichtige Rolle bei den 37 beschlossenen Einzelmaßnahmen. Um dem Ärztemangel in ländlichen Regionen entgegenzuwirken, soll es nach langer Diskussion eine optionale „Landarztquote" geben. Die Bundesländer erhalten demnach die Möglichkeit, bis zu 10 Prozent der Medizinstudienplätze an Bewerber zu vergeben, die sich verpflichten, für bis zu zehn Jahre in der hausärztlichen Versorgung in unterversorgten ländlichen Regionen tätig zu sein.

 

Ähnliche Gedanken hat man sich auch bei der Umgestaltung des Zulassungsverfahrens fürs Medizinstudium gemacht. Um mehr Ärzte für eine medizinische Versorgung in der Breite zu gewinnen, sollen die Universitäten neben der Abiturnote nun auch mindestens zwei weitere Kriterien für die Zulassung zum Studium heranziehen. Soziale und kommunikative Kompetenzen oder Berufserfahrungen im medizinischen Bereich können dann die Chance auf einen Studienplatz erhöhen.

 

Für den Präsidenten der Sächsischen Landesärztekammer, Erik Bodendieck, zeigt sich hier der in Teilen wenig innovative Charakter des Masterplans: „Sachsen hat eine solche Ausweitung der Kriterien seit Jahren umgesetzt. In Leipzig können die Bewerber durch einen zusätzlichen medizinischen Test ihre Chancen erhöhen. In Dresen werden sogar persönliche Auswahlgespräche geführt, bei denen soziale und kommunikative Fähigkeiten abgefragt werden. Und an beiden Unistandorten spielt die Berufserfahrung eine positive Rolle bei der Auswahl."

 

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