Ärzte als Ausbilder, Ausbildungsrahmenplan

  • Voraussetzung für die Ausbildung

    Wer als Arzt approbiert ist, darf im Ausbildungsberuf Medizinische Fachangestellte ausbilden. Die im Berufsbildungsgesetz (BBiG) vorgeschriebene persönliche und fachliche Eignung der Ausbildenden wird dem Arzt grundsätzlich zugesprochen.
    In jeder Praxis kann je Arzt eine Auszubildende oder eine Umschülerin beschäftigt werden. Auf eine Auszubildende oder eine Umschülerin kommt eine ausgebildete Medizinische Fachangestellte oder ihr gleichgestellten Fachkraft, welche in Vollzeit in der Praxis beschäftigt sein muss (bzw. zwei Fachkräfte in Teilzeitbeschäftigung). Abweichungen von dieser Regelung bedürfen immer einer Prüfung der zuständigen Stelle.
  • Suche nach geeigneten Bewerbern

    Die Sächsische Landesärztekammer unterstützt Sie bei der Suche nach einer geeigneten Auszubildenden. Im Vordergrund stehen dabei die Beratung zur Ausbildung und die Erstellung eines Anforderungsprofils. Auf dieser Grundlage können auch geeignete Bewerber an Sie vermittelt werden.

     

    Wenn Sie bereits eine Auszubildende gefunden haben, fordern Sie bitte telefonisch die Ausbildungsunterlagen bei der Sächsischen Landesärztekammer, Referat Medizinische Fachangestellte an.
  • Beginn, Dauer und Ende der Ausbildung

    Die Ausbildung dauert 3 Jahre.
    Ausbildungsbeginn ist der 1. August eines Jahres. Bei Vertragsbeginn nach dem 1. September ist nach dem Berufsbildungsgesetz eine reguläre Zulassung zur Abschlussprüfung drei Jahre später nicht gegeben, sondern erst zum nächsten Prüfungstermin.
    Das Berufsausbildungsverhältnis endet mit dem Ablauf der vertraglich festgelegten Ausbildungszeit. Bestehen die Auszubildenden vor Ablauf der Ausbildungszeit die Abschlussprüfung, so endet das Berufsausbildungsverhältnis mit Bekanntgabe des Ergebnisses durch den Prüfungsausschuss. Das Ende der Ausbildung kann vor Ablauf der vereinbarten Ausbildungszeit liegen.
  • Ablauf der Berufsausbildung

      praktische Ausbildung in der Arztpraxis   schulische Ausbildung in der Berufsschule
           
    1. Ausbildungsjahr an 3 Tagen in der Woche   an 2 Tagen in der Woche
      a
    2. Ausbildungsjahr an 3 Tagen in der Woche   an 2 Tagen in der Woche
      Zwischenprüfung
      a
    3. Ausbildungsjahr an 4 Tagen in der Woche   an einem Tag in der Woche
      Abschlussprüfung

     

    Die Ausbildung erfolgt im dualen System. Die praktische Ausbildung absolvieren die Auszubildenden in der Arztpraxis an drei Tagen in der Woche (im 3. Ausbildungsjahr 4 Tage). Die schulische Ausbildung findet an zwei Tagen in der Woche (im 3. Ausbildungsjahr ein Tag) in der zuständigen Berufsschule statt. Die Zuordnung zu der jeweiligen Berufsschule richtet sich nach dem Wohnort der Auszubildenden. Während der berufsschulfreien Zeit (Ferienzeit) sind Auszubildende über den gesamten Zeitraum zur praktischen Ausbildung in der Arztpraxis.

     

    Hinweise zum Blockunterrichtsmodel:
    Die vom Sächsischen Staatsministerium geplante Blockbeschulung wird bis zum Ende des Schuljahres 2020/21 im Ausbildungsberuf Medizinische Fachangestellte an allen Berufsschulzentren ausgesetzt. Ab dem Schuljahr 2021/22 erfolgt die Komplettumstellung aller Ausbildungsjahrgänge. Der Blockunterricht umfasst dabei insgesamt 13 Unterrichtswochen pro Schuljahr und ist so zu verteilen, dass jeder Unterrichtsblock mindestens zwei Unterrichtswochen umfasst.
  • Die Prüfungen

    Die schriftliche Zwischenprüfung müssen Auszubildende ablegen, bevor das 2. Ausbildungsjahr endet. Dabei gilt es zu zeigen, was in den ersten 18 Monaten der Ausbildung erlernt wurde. Die Prüfung dauert höchstens 120 Minuten und ist Voraussetzung, um zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Zweck der Zwischenprüfung im Ausbildungsberuf der Medizinischen Fachangestellten ist die Ermittlung des Ausbildungsstandes, um gegebenenfalls korrigierend auf die weitere Ausbildung einwirken zu können.

     

    Die Abschlussprüfung findet gegen Ende des 3. Ausbildungsjahres statt. Sie besteht aus einem praktischen und einem schriftlichen Teil. Welche Prüfungsbereiche und -gebiete abgefragt werden, können Sie in der Prüfungsordnung nachlesen.
  • Inhalte der Berufsausbildung

    Die Inhalte der praktischen Ausbildung sind im bundeseinheitlichen Ausbildungsrahmenplan zur Ausbildung von Medizinischen Fachangestellten festgelegt.
    Dieser zeigt die Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten auf, welche die Auszubildenden mindestens nach Ablauf der Ausbildungszeit, unabhängig von der Fachrichtung der Ausbildungspraxis, beherrschen müssen.
    Können in der eigenen Praxis nicht alle Kenntnisse und Fertigkeiten nach dem Ausbildungsrahmenplan vermittelt werden, sind Praktika vorrangig in den Fachrichtungen Allgemeinmedizin, Innere Medizin und Chirurgie zu organisieren.
  • Vergütung der Auszubildenden

    Gemäß Berufsbildungsgesetz haben Ausbildende der Auszubildenden eine angemessene Vergütung zu gewähren. Sie ist nach dem Lebensalter der Auszubildenden so zu bemessen, dass sie mit fortschreitender Berufsausbildung, mindestens jährlich, ansteigt.

     

    Die Ausbildungsvergütung beträgt ab 01.04.2019 - 31.12.2020 (siehe Gehaltstarifvertrag für Medizinische Fachangestellte 2019):

     

    im 1. Ausbildungsjahr monatlich (brutto) 865,00 Euro
    im 2. Ausbildungsjahr monatlich (brutto) 910,00 Euro
    im 3. Ausbildungsjahr monatlich (brutto) 960,00 Euro.

     

    Weitere Kosten für die Ausbildung entstehen für die Prüfungsgebühren (Zwischenprüfung - 60,00 EUR, Abschlussprüfung - 120,00 EUR) und die bereitzustellende Schutzkleidung nach den Unfallverhütungsvorschriften der Berufsgenossenschaft.
  • Besonderheiten bei Einstellung eines Jugendlichen

    Untersuchung nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz
    Jugendliche dürfen nur dann beschäftigt werden, wenn sie innerhalb der letzten 14 Monate nach § 32 JArbSchG untersucht wurden. Die vom Arzt ausgestellte Bescheinigung ist dem Ausbilder vorzulegen und in Kopie bei der Sächsischen Landesärztekammer einzureichen. Ohne die Bescheinigung kann der Ausbildungsvertrag nicht in das Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse eingetragen werden.

     

    Arbeitszeit
    Jugendliche dürfen nicht mehr als 8 Stunden täglich beschäftigt werden. Wenn einzelne Werktage weniger als 8 Stunden betragen, können Jugendliche an den übrigen Werktagen derselben Woche 8,5 Stunden beschäftigt werden. (vgl. § 8 JArbSchG) Laut § 14 JArbSchG dürfen Jugendliche nur in der Zeit von 6 bis 20 Uhr beschäftigt werden.

     

    Freistellung Berufsschule
    Jugendliche müssen laut § 9 JArbSchG während der Ausbildung für den Besuch der Berufsschule freigestellt werden. Ein Berufsschultag in der Woche, der mehr als fünf Unterrichtsstunden umfasst, muss pauschal mit acht Stunden auf die Arbeitszeit angerechnet werden. Bei einem zweiten Berufsschultag wird die Unterrichtzeit einschließlich der Pausen angerechnet. Beginnt der Unterricht der Berufsschule vor neun Uhr, dürfen Jugendliche davor nicht beschäftigt werden.

     

    Freistellung Prüfung
    Der Ausbilder muss den minderjährigen Auszubildenden laut § 10 JArbSchG für die Teilnahme an allen Prüfungen und Ausbildungsmaßnahmen freistellen. Zudem haben ausschließlich Jugendliche ein Recht auf Freistellung für den Tag welcher, der schriftlichen Abschlussprüfung unmittelbar vorausgeht. Fällt dieser auf einen Sonntag, ist eine Freistellung nicht möglich und der Anspruch entfällt. Ein Entgeltausfall darf für die Freistellung nicht eintreten.

     

    Pausen und Pausenzeiten
    Jugendliche Auszubildende haben laut § 11 JArbSchG Anspruch auf im Voraus feststehende Pausen. Als Pause gilt nur eine Arbeitsunterbrechung von mindestens 15 Minuten. Bei einer Arbeitszeit von viereinhalb bis sechs Stunden müssen Pausenzeiten mindestens 30 Minuten betragen; bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs Stunden haben Jugendliche Anspruch auf eine Pause von 60 Minuten.

     

    Urlaubsanspruch
    Der Urlaub richtet sich nach den geltenden Bestimmungen des Bundesurlaubsgesetzes und Jugendarbeitsschutzgesetzes. Der Urlaub für Jugendliche beträgt jährlich
    1. 1.mindestens 30 Werktage, wenn die Auszubildende zu Beginn des Kalenderjahres noch nicht 16 Jahre alt ist,
    2. 2.mindestens 27 Werktage, wenn die Auszubildende zu Beginn des Kalenderjahres noch nicht 17 Jahre alt ist,
    3. 3.mindestens 25 Werktage, wenn die Auszubildende zu Beginn des Kalenderjahres noch nicht 18 Jahre alt ist.
    Als Werktage gelten alle Kalendertage, die nicht Sonn- oder gesetzliche Feiertage sind (also Montag bis Samstag). Der Urlaub soll möglichst zusammenhängend und in der Zeit der Berufsschulferien erteilt und von der Auszubildenden wahrgenommen werden. Soweit die Auszubildenden ihn nicht in die Berufsschulferien legen, ist unter 18-jährigen für jeden Berufsschultag, an dem die Berufsschule während des Urlaubs besucht wird, ein weiterer Urlaubstag zu gewähren.

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