Sächsischer Ärztetag beschließt neue Weiterbildungsordnung

Dresden: Der 14. Sächsische Ärztetag befasste sich mit der novellierten Weiterbildungsordnung (WBO). Nach dem Referat von Professor Dr. Gunter Gruber über die Neuerungen im Weiterbildungsrecht, erörterte dieser die wenigen konkretisierenden bzw. ergänzenden Formulierungen zur Muster - Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer.

 

Die Weiterbildungsordnung ist erheblich "schlanker" geworden, denn die Zahl der Weiterbildungskategorien wurde von fünf auf drei reduziert, indem die Fachkunden und Fakultativen Weiterbildungen in den Gebieten als Arztbezeichnungen abgeschafft wurden. Die bisher 156 Arztbezeichnungen nach der Weiterbildungsordnung verringerten sich auf 106. Neben den Facharzt- und Schwerpunktbezeichnungen gibt es nur noch die Zusatz-Weiterbildungen. Alle Arztbezeichnungen nach der WBO sind zukünftig mit einer Prüfung abzuschließen und nach Anerkennung führbar.

 

Neu ist die Struktur der gemeinsamen Basisweiterbildung (common trunk) für die Gebiete Chirurgie, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Innere Medizin und Allgemeinmedizin, Pharmakologie und Pathologie.

 

Nach ausführlicher und konstruktiver Diskussion wurde die WBO, inhaltlich bis auf kleine vorwiegend konkretisierende Abweichungen mit der Muster-WBO identisch, sowie die ergänzenden Empfehlungen der Bundesärztekammer von Januar 2004 und die Beschlüsse des 107. Deutschen Ärztetages zur Weiterbildung, ohne Gegenstimmen mit einigen Enthaltungen von der Kammerversammlung angenommen. So wurden auch die Zusatz-Weiterbildungen "Ärztliches Qualitätsmanagement" und "Suchtmedizinische Grundversorgung" zusätzlich in die Weiterbildungsordnung aufgenommen. Die Zusatz-Weiterbildung "Betriebmedizin" wurde nicht in die sächsische Weiterbildungsordnung aufgenommen.

 

Zum "Gebiet Innere Medizin und Allgemeinmedizin" waren bereits im Vorfeld Gespräche mit Vertretern der Allgemeinmedizin und der Internisten geführt worden. In diesem Zusammenhang sind die beschlossenen Übergangsbestimmungen zum Erwerb der zwei neuen Facharztkompetenzen zu erwähnen:Kammermitglieder, die zum Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Weiterbildungsordnung (am 01. Januar 2005) Facharzt für Innere Medizin oder Facharzt für Allgemeinmedizin sind und mindestens fünf Jahre hausärztlich tätig waren, können sich innerhalb von sieben Jahren zur Prüfung anmelden.

 

Die Zusatz-Weiterbildungen Kinder-Endokrinologie und Diabetologie, Kinder-Pneumologie und Kinder-Nephrologie, die von den Inhalten und Weiterbildungszeiten den Anforderungen an Schwerpunkte entsprechen, wurden in Sachsen als Schwerpunktbezeichnungen im Gebiet Kinder -und Jugendmedizin eingeführt.

 

Außerdem erfolgte die Außer-Kraft-Setzung der Fachkunde "Rettungsdienst" und der "Richtlinie zur Erteilung des Fachkundenachweises Ultraschall" vom 08. März 1994 zum 01. Januar 2005. Kammermitglieder, die die Fachkunde Rettungsdienst erworben haben, können dann die neu eingeführte Zusatz-Weiterbildung "Notfallmedizin" führen.

 

Die Ultraschall-Richtlinie der Kassenärztlichen Bundesvereinigung bleibt weiterhin gültig.

 

Die neue Weiterbildungsordnung tritt am 1. Januar 2005 in Kraft und wird im Ärzteblatt Sachsen, Heft 11 oder 12/2004 veröffentlicht.

 

Weitere Informationen unter 0351 / 82 67 350.

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