Arztzahlen in Sachsen - Anteil der ausländischen Ärzte steigt weiter

23.03.2016

Dresden: Aktuell leben in Sachsen 23.776 Ärzte (31.12.2015). Dies sind 507 Ärzte mehr als im Jahr zuvor. 16.930 Ärzte sind derzeit in Sachsen auch ärztlich tätig (+297) davon 9.373 im stationären (+227) und 6.667 im ambulanten Bereich (+79).

Im ambulanten Bereich setzt sich trotz der steigenden Zahlen der Bedarf an Ärzten weiter fort. 2007 gab es noch 5.759 Ärzte mit eigener Praxis. Diese Zahl sank bis Ende 2015 um 384 auf 5.375 niedergelassene Ärzte. Dagegen stieg die Zahl der in Niederlassung angestellten Ärzte im Vergleich zu 2014 um 146 auf 1.292 Ärzte an.

 „Dies zeigt, dass immer weniger Ärzte eine eigene Praxis übernehmen, sondern lieber als Angestellte z.B. in Teilzeit in einer Praxis arbeiten. Bedenklich ist dies vor allem für die ländlichen Bereiche. Daher muss das von der Sächsischen Landesärztekammer initiierte Netzwerk ‚Ärzte für Sachsen' weiterhin mit gezielten Maßnahmen Nachwuchs für den ambulanten Bereich gewinnen", so der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, Erik Bodendieck.

 

Anteil der Ärztinnen nimmt weiter zu

Die Zahl der berufstätigen Ärztinnen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 170 auf 8.891 Ihr Anteil an allen berufstätigen Ärzten beträgt jetzt 52,5 Prozent. Die Anzahl berufstätiger Mediziner erhöhte sich dagegen nur um 127 auf 8.039 (47,5 Prozent). Vor elf Jahren waren es noch 51 Prozent Ärzte und 49 Prozent Ärztinnen. Erik Bodendieck: „Diesem Trend wird an vielen sächsischen Krankenhäusern schon durch familienfreundliche Arbeitsbedingungen wie Teilzeitmodelle und Kinderbetreuungsmöglichkeiten bereits Rechnung getragen."

 

Ausländische Ärzte

2.421 (+254) ausländische Ärzte aus 92 Nationen sind derzeit bei der Sächsischen Landesärztekammer insgesamt gemeldet. Davon sind 2.183 berufstätig. Die Anzahl der syrischen Ärzte hat sich in den letzten zwei Jahren von 52 auf 169 verdreifacht. Die meisten ausländischen Ärzte stammen aus der Tschechischen Republik (370), der Slowakei (271), aus Polen (218), Rumänien (184), der Russischen Förderation (144), Bulgarien (116), Ukraine (99) und Ungarn (98). Aus Österreich, mit dem es einen Freundschaftsvertrag mit dem Freistaat Sachsen gibt, kommen 78 Ärzte. 1.746 ausländische Ärzte arbeiten im stationären und 228 im ambulanten Bereich. Der Anteil der berufstätigen ausländischen Ärzte ist in Bezug auf die Gesamtzahl der berufstätigen Mediziner von 11,9 auf 12,1 Prozent gestiegen.

 

Integration und steigender Bedarf

Erik Bodendieck betont ausdrücklich, „dass die ausländischen Kollegen vor allem in den ländlichen Regionen maßgeblich dazu beitragen, dass Patienten gut versorgt werden. Einige Kliniken könnten den Betrieb mancher Stationen ohne die internationalen Ärzte nicht aufrechterhalten, weil sie in Deutschland keine Mediziner finden". Der Präsident setzt zur besseren Verständigung zwischen Ärzten oder mit den Patienten auf berufsbegleitende weiterführende Sprachkurse.

Viele Krankenhäuser in Sachsen bieten bereits solche Sprachkurse an.

Zudem setzt sich die Sächsische Landesärztekammer engagiert für die Integration und die medizinische Versorgung von Flüchtlingen ein. Eigens dazu hat sie eine Koordinatorin abgestellt. Und über das Netzwerk Ärzte für Sachsen wird nach Möglichkeiten gesucht, Ärzte unter den Asylbewerbern schneller in den Arbeitsprozess zu bekommen, denn der Bedarf an medizinischen Leistungen und damit auch an Ärzten nimmt, bedingt durch den demografischen Wandel und die weitere Spezialisierung der Medizin, weiter zu.

 

Außerdem arbeitet eine zunehmende Anzahl von Ärzten auch in stationären Einrichtungen in Teilzeit, um Familie und Beruf besser vereinbaren zu können. „Aus dem Anstieg der absoluten Zahlen kann daher nicht geschlussfolgert werden, dass es keinen Ärztebedarf mehr gibt. Vielmehr bietet der Freistaat weiterhin sehr gute Perspektiven für junge Ärzte, insbesondere fürHausärzte", so der Präsident.

 

Weitere Informationen zu den Herkunftsländern ausländischer Ärzte finden Sie in der Anlage.

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