Page 25 - Ärzteblatt Sachsen, Februar 2026
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        tigung) ihre Bedeutsamkeit wieder ver- sondere im ersten und zweiten Trime- sein, die gleichermaßen auch von (wer-
        lieren [19] . Zu den Risikofaktoren für  non  eine  erhöhte  Vulnerabilität  für   denden) Vätern berichtet wird . Bei
        peripartale Angststörungen zählen ne- das Auftreten von Panikattacken, die  Schwangeren stehen oft Verschmut-
        ben den hormonellen Veränderungen  von Schwangerschaftskomplikationen  zungsgedanken, sowie Wasch- und
        unter anderem vorbestehende psychi- (Schwangerschaftshypertonie, Präek- Putzzwänge im Vordergrund . Nach der
        sche Störungen, Fehl- oder Totgebur ten  lampsie) abgegrenzt werden müssen  Geburt  können  sich  Zwangsgedanken
        beziehungsweise  traumatische  Ge- [20, 21] . Verschiedene Studien zeigen  zudem darauf beziehen, dass die Be-
        burtserlebnisse in der Anamnese sowie  im Kontext von peripartalen Panikstö- troffene selbst oder andere dem Kind
        eine mangelnde soziale Unterstützung  rungen eine geringere soziale Unter- Schaden zufügen könnten [23] .
        [20] . Differenzialdiagnostisch stellt die  stützung, Frühgeburtlichkeit, frühkind- Zwangsgedanken sind typischerweise
        Unterscheidung von typischen Angst- liche Regulationsstörungen, ein ver än- ungewollt und werden als unangemes-
        symptomen, wie Herzrasen, Atemnot  dertes  Bindungsverhalten  und  Beson- sen erlebt . Betroffene zeigen dann ent-
        und Übelkeit, zu normalen Begleiter- derheiten bezüglich des Stillens (zum  sprechendes Zwangs- und Vermei-
        scheinungen der Schwangerschaft für  Beispiel kürzere Stilldauer) [20, 22] .  dungsverhalten (Gedanken neutralisie-
        den Kliniker mitunter eine Herausfor-                                   ren, Vermeiden mit dem Kind allein zu
        derung dar [20] .                   Zwangsstörungen                     sein) und einen erheblichen Leidens-
        Einige Angststörungen wurden bereits  Auch für Zwangsstörungen wurde ein  druck [23] . Aufgrund der oft vorliegen-
        häufiger untersucht als andere . Bei- erhöhtes Risiko für das Erstauftreten  den Scham- und Schuldgefühle sollten
        spielsweise gibt es zahlreiche Publika- sowie für vorbestehende Zwangsstö- Zwangsgedanken direkt erfragt und
        tionen zu peripartalen Panikstörungen,  rungen eine häufige Verschlechterung  differenzialdiagnostisch  von postpar-
        für die heterogene Verlaufsmuster be- insbesondere  nach  der  Geburt  be- talen Psychosen (die oft auch mit
        schrieben wurden [21, 22] . Möglicher- schrieben [20] . Die erhöhte Vulnerabili- Wahn,  Halluzination  und  Verwirrung
        weise besteht im Zusammenhang mit  tät könnte durch die hormonellen Ver- einhergehen) abgegrenzt werden [24] .
        den enormen Veränderungen des ma- änderungen, aber auch durch die neue  Diese sind deutlich seltener (Prävalenz:
        ternalen Herz-Kreislaufsystems insbe- Verantwortung für das Kind begründet  0,1–0,2 %) jedoch mit einer besonders



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