Page 5 - Ärzteblatt Sachsen, Januar 2026
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BERUFSPOLITIK
Mehr Vertrauenskultur
in der Steuerverwaltung
Freie Berufe im Gespräch mit dem sächsischen Finanzminister Christian Piwarz
Ende letzten Jahres sprach der Landes-
verband Freie Berufe (LFB) Sachsen mit
dem sächsischen Finanzminister Chris-
tian Piwarz über Vertrauen in der Steu-
erverwaltung, über Bürokratieabbau
und seine Erfahrungen in der Minder-
heitsregierung . Die Gäste nutzten die
Gelegenheit zu sehr offenen State-
ments, auf die der Finanzminister kon-
struktiv und sachlich reagierte . Auch er
plädiere für mehr Vertrauen des Staa-
tes in seine Bürger und Steuerzahler .
Es müsse mehr automatische Fallent-
scheidungen bei online eingereichten
Steuerklärungen als bisher geben .
Sachsen bilde bisher ein Schlusslicht .
Beschleunigt werden müsse auch die © LFB Sachsen
Digitalisierung und der Einsatz von KI,
um Verwaltungsprozesse, wie zum Bei- RA Cornelia Süß (r .), Präsidentin des Landesverbandes der Freien Berufe (LFB) Sachsen, moderierte das
spiel Betriebs- oder Praxisprüfungen, Gespräch mit dem sächsischen Finanzminister Christian Piwarz .
effektiver zu gestalten . Dazu brauche
es den entsprechenden gesetzlichen den Jahren . Dieser Aufgabe könne sich Zum Abschluss rief er die anwesenden
Rahmen . Diesen Rahmen in einer Min- keiner entziehen, denn die Verwaltung Ärzte, Zahnärzte, Rechtsanwälte und
derheitsregierung zu gestalten, sei müsse sich der Demografie anpassen . Physiotherapeuten sowie Ingenieure,
schwierig . Dies gelte auch für notwen- Steuerberater und Wirtschaftsprüfer
dige Anpassungen im Sozialbereich, wo Einer Forderung nach neuen Förder- auf, sich mit ihren konkreten Hinweisen
die Ausgaben auf Grund von rechtlich maßnahmen für einzelne Gesundheits- zum Bürokratieabbau in der Steuerver-
vorgegebenen Ansprüchen stärker berufe entgegnete er mit einem Hin- waltung jederzeit an sein Büro zu wen-
steigen, als die Steuereinnahmen . Denn weis auf bereits zahlreich vorhandene den, auch wenn dafür der Bund maß-
„man überlegt es sich zwei Mal, ob man Fördertöpfe, die teils nicht in Anspruch geblich zuständig sei . ■
bei unklaren Mehrheitsverhältnissen genommen werden . Zunächst müssten
eine herausfordernde Gesetzesinitiati- seiner Meinung nach erst einmal un-
ve überhaupt auf den Weg bringt“, so brauchbare Förderrichtlinien abgeschafft
der Finanzminister . werden . Gleiches gelte für die Forde-
rung nach neuen Studiengängen, über
Eine große Herausforderung sei auch die man erst reden könne, wenn exoti-
der notwendige Stellenabbau in der öf- sche und nicht ausgelastete Studien- Knut Köhler M .A .
fentlichen Verwaltung in den kommen- richtungen eingespart werden . Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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