Häufige Fragen

  • Arztausweis

    • Welche Arztausweise gibt es?

      Es gibt den elektronischen Heilberufsausweis (eHBA) und den "normalen" Arztausweis im Scheckkartenformat.
    • Worin bestehen die Unterschiede zwischen Arztausweis und eHBA?

      Mit beiden Arztausweisen weisen Sie sich als Arzt aus und können beispielsweise verschreibungspflichtige Medikamente in der Apotheke erhalten. Dieser Arztausweis ist gebührenfrei.

      Mit dem elektronischen Heilberufsausweis haben Sie zusätzlich die Möglichkeit, Dokumente elektronisch zu signieren, Dokumente zu verschlüsseln und sich an Portalen, Netzen und Computern zu authentifizieren. Für diesen Ausweis ist an den Zertifizierungsdiensteanbieter eine monatliche Gebühr zu zahlen.

    • Welchen Nutzen habe ich vom „normalen“ Arztausweis?

      Mit dem Arztausweis weisen Sie sich als Arzt aus und können Rezepte ausstellen und verschreibungspflichtige Medikamente gegen Vorlage des Arztausweises in der Apotheke erhalten.
    • Wie beantrage ich den Arztausweis?

      Nutzen Sie bitte unser Antragsformular Alternativ senden Sie uns bitte einen formlosen Antrag mit einem Passbild zu.
    • Wie lange ist der Arztausweis gültig?

      Der Arztausweis gilt grundsätzlich 5 Jahre. Danach ist eine Neuausstellung erforderlich. Bei Ärzten, die eine Berufserlaubnis besitzen, die zeitlich eingeschränkt ist, gilt der Arztausweis bis zum Ablauf der Berufserlaubnis.
    • Welchen Nutzen hat der eHBA?

      Mit dem eHBA können Sie neben der Funktion als Sichtausweis auch Dokumente elektronisch signieren. Das ist derzeit z. B. für die Online-Abrechnung bei der Kassenärztlichen Vereinigung, bei der Bestellung von Kontrastmitteln oder dem Einsatz von Telemedizin von Bedeutung und möglich. Weiterhin können Sie Dokumente verschlüsseln und sich an Portalen, Netzen und Computern authentifizieren.
    • Wie beantrage ich den eHBA?

      Da das Antragsverfahren aus mehreren Schritten besteht, bitten wir Sie, uns zunächst nur davon in Kenntnis zu setzen, dass Sie einen eHBA erhalten möchten. Das können Sie mit dem Kontaktformular tun. Wir leiten für Sie alles Weitere in die Wege und begleiten Sie durch den Prozess. Die einzelnen Schritte haben wir Ihnen zur Information in unseren Erläuterungen dargelegt.
    • Mit welchen Kosten ist der eHBA verbunden?

      Beim Zertifizierungsdiensteanbieter Medisign entstehen Ihnen bei einer Mindestvertragslaufzeit von zwei Jahren monatliche Kosten von 7,90 EUR. Die Sächsische Landesärztekammer erhebt keine zusätzlichen Gebühren.
    • Wo erhalte ich weitere Informationen und/oder Antworten zur Antragsstellung, zu technischen Fragen oder den Kosten des eHBA?

      Die wichtigsten Ansprechpartner haben wir Ihnen auf der "blauen" Seite des Informationsflyers "Der elektronische Heilberufsausweis kommt" zusammengetragen. Zu den Kosten bitten wir Sie, sich ebenfalls mit dem Zertifizierungsdiensteanbieter unter der angegebenen Rufnummer in Verbindung zu setzen.
  • „Arzt Notfall“-Schild

    • Was ist ein „Arzt-Notfall“-Schild?

      Dieses Schild ist ein Hinweis für kontrollierende Polizeibeamte, dass der Arzt sein Fahrzeug wegen eines rechtfertigenden Notstandes gemäß § 16 OWiG vorschriftswidrig geparkt hat. Es stellt keine Ausnahmegenehmigung dar, die von der Beachtung der Straßenverkehrsordnung entbindet.
    • Welche Ärzte erhalten das „Arzt-Notfall“-Schild?

      Die Schilder werden nur an Ärzte ausgegeben, die am Kassenärztlichen Notfalldienst teilnehmen, damit nachweisbar Notfallbesuche durchführen und dafür das eigene Fahrzeug nutzen müssen.
    • Gibt es Ausschlusskriterien?

      Ja. Das „Arzt-Notfall“-Schild ist weder für Ärzte gedacht, die sich in ihrer Wohnung in Rufbereitschaft befinden, noch etwa für Krankenhausärzte, die mit ihrem eigenen PKW während der normalen Dienststunden das Krankenhaus ansteuern, an ihrem Dienstort aber Schwierigkeiten haben, Parkplätze zu finden.

      Die Ausgabe des „Arzt-Notfall“-Schildes an Krankenhausärzte wird grundsätzlich nicht möglich sein, da Notfallbesuche aus dem stationären Bereich selten anzunehmen sind.

    • Wie beantrage ich das Arzt-Notfall-Schild?

      Senden Sie uns bitte einen formlosen Antrag und die Bestätigung der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen über die Teilnahme am Vertragsärztlichen Notfalldienst zu. Bei Weiterbildungsassistenten in Praxen ist zusätzlich die Bestätigung des anstellenden Arztes über die tatsächliche Übernahme des Vertragsärztlichen Notfalldienstes erforderlich. Einzelheiten zum Thema finden Sie hier:
  • Asylbewerber - Medizinische Versorgung

    • Wer macht die Erstuntersuchung bei Asylbewerbern?

      Für die Erstuntersuchungen ist der öffentliche Gesundheitsdienst zuständig. Die Erstuntersuchungen werden im Auftrag des Freistaates in der Regel durch das Gesundheitsamt durchgeführt. Im Rahmen dieser Untersuchung findet auch die Registrierung durch die Zentrale Ausländerbehörde der Landesdirektion statt.

      Anfangs wurde die Registrierung und Erstuntersuchung aller Flüchtlinge aus ganz Sachsen zentral in Chemnitz durchgeführt, inzwischen finden sie auch in den Gesundheitsämtern in Chemnitz, Dresden und Leipzig statt. Viele Erstuntersuchungen wurden auch von den Landeskrankenhäusern Altscherbitz und Arnsdorf übernommen. Zusätzlich war in den Wintermonaten in Leipzig eine weitere Untersuchungs- und Registriermöglichkeit in Betrieb. Bei den derzeitig niedrigen Flüchtlingszahlen reichen die Kapazitäten der drei Gesundheitsämter zur Zeit aus, sodass dort die Erstuntersuchungen der Flüchtlinge im jeweiligen Regierungsbezirk durchgeführt werden können.
    • Was wird bei der Erstuntersuchung durchgeführt?

      Inhalt der Erstuntersuchung ist eine Anamneseerhebung und eine allgemeine ärztliche Untersuchung zum Nachweis oder Ausschluss von übertragbaren Krankheiten sowie von Ausscheidertum.
      Dazu gehört eine Röntgen-Untersuchung der Lunge ab dem 16. Lebensjahr, ein Tuberkulintest bei Kindern und Schwangeren (den das Gesundheitsamt abliest) und serologische Untersuchungen.

      Bei Kindern bis zum 16. Lebensjahr werden Größe und Gewicht erfasst. Falls diese unterhalb der untersten Perzentile liegen, wird eine Weiterbehandlung beim Pädiater empfohlen.

      Bei entsprechender Anamnese oder Symptomatik sowie epidemiologischen Anhaltspunkten werden Stuhluntersuchungen oder weitere serologische Untersuchungen durchgeführt. 

      Bisher können die weiterbehandelnden Ärzte nicht routinemäßig die Befunde der Erstuntersuchung einsehen. Wenn es allerdings pathologische Befunde gibt, die eine Weiterbehandlung erfordern bzw. infektiologisch relevant sind, benachrichtigt das Gesundheitsamt die Wohneinrichtung und der Patient erhält einen Befund zur Übermittlung an die weiterbehandelnden Ärzte.

    • Welche akuten Erkrankungen sind häufig?

      Viele Patienten leiden unter Erkältungserkrankungen, Gelenkschmerzen und Gastroenteritiden, Zahnschmerzen und Verletzungen. Entgleiste chronische Erkrankungen wie Hypertonie und Diabetes sind häufig, ebenso Hautinfektionen und chronische Wunden. Aber auch Folgen von Folterungen sowohl körperlich (zum Beispiel Hüftproblemen auf Grund der Tatsache, dass ein Patient stundenlang an den Füßen aufgehängt wurde) als auch seelisch erfordern nicht nur professionelle medizinische sondern auch psychische Hilfe. Nicht nur die Belastungen der Umstände, die zur Flucht geführt haben, sondern auch die extremen Belastungen bei der Flucht zollen ihren Tribut.

       

      Hinweise des Robert-Koch-Institutes zu akut Behandlungsbedürftigen, für Deutschland ungewöhnliche Infektionskrankheiten, die bei Asylsuchenden auftreten können sowie zu Impfungen und Tuberkulose:

       

      Wichtige Informationen zu einzelnen Krankheitserregern bei Menschen finden Sie in den Erregersteckbriefen, die die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes e.V. (BVÖGD) erstellt hat:

       

      Die Fortbildungsfolien zur Fortbildung bezüglich häufiger Erkrankungen Asylsuchender finden Sie hier:

       

      Für speziellere fachliche Informationen können Sie sich gerne unter koordination@slaek.de, Telefon 0351 8267 308 informieren. Wir haben Zugriff auf spezielleres Fachwissen der so genannten Flüchtlingsmedizin, die wir bei Bedarf gerne persönlich an Sie weitergeben.

    • Wie können geschlechterspezifische Informationen weitergegeben werden und wie kann sexuelle Aufklärung stattfinden?

      Laut des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fand im Februar eine Fachkonferenz "Sexuelle Gesundheit von Migrantinnen und Migranten stärken" statt. Beteiligt waren das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), das Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Die Konferenz thematisierte die sexuelle und reproduktive Gesundheit von Menschen mit Migrationshintergrund.
      Im Rahmen dieser Konferenz wurde ein Webportal vorgestellt, welches Informationen zur sexuellen und reproduktiven Gesundheit in 13 Sprachen bereithält. http://www.zanzu.de/de bietet anschauliche Informationen zu sexueller Gesundheit und erleichtert damit die Kommunikation über sensible Themen. Es ist auch möglich, sich die Informationen in der jeweiligen Sprache vorlesen zu lassen und ist somit auch für nichtmedizinisches Personal und die Migrantinnen und Migranten selbst geeignet, kann aber auch von Ärzten als Unterstützung in Aufklärungsgesprächen genutzt werden.
    • Wie ist ein Asylsuchender krankenversichert?

      Ein Asylsuchender ist nicht in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert, daher hat er auch keine Versichertenkarte. Die medizinische Versorgung Asylsuchender ist im Asylbewerberleistungsgesetztes geregelt. Die Kosten für ärztliche Behandlungen im Rahmen dieses Gesetzes übernimmt entweder die Landesdirektion Chemnitz (bei Asylsuchenden, die noch im Aufnahmeverfahren sind und noch keinem Landkreis zugewiesen wurden) oder das Sozialamt des Landkreises, dem der Asylsuchende zugewiesen wurde.  Bei gesichertem Aufenthaltsstatus und einer längeren Aufenthaltsdauer kann über das Sozialamt eine gesetzliche Krankenversicherung erfolgen.

      Daneben gibt es auch Menschen ohne Papiere in Deutschland. Fragen zu Patienten ohne legalen Aufenthaltsstatus in Krankenhaus und Praxis beantwortet dieser Flyer.

    • Welche Leistungen übernimmt der Kostenträger nach Asylbewerberleistungsgesetz §§ 4 und 6?

       

      § 4 Asylbewerberleistungsgesetz

       

      (1) Zur Behandlung akuter Erkrankungen und Schmerzzustände sind die erforderliche ärztliche und zahnärztliche Behandlung einschließlich der Versorgung mit Arznei- und Verbandmitteln sowie sonstiger zur Genesung, zur Besserung oder zur Linderung von Krankheiten oder Krankheitsfolgen erforderlichen Leistungen zu gewähren. Eine Versorgung mit Zahnersatz erfolgt nur, soweit dies im Einzelfall aus medizinischen Gründen unaufschiebbar ist.

       

      (2) Werdenden Müttern und Wöchnerinnen sind ärztliche und pflegerische Hilfe und Betreuung, Hebammenhilfe, Arznei-, Verband- und Heilmittel zu gewähren.

       

      (3) Die zuständige Behörde stellt die ärztliche und zahnärztliche Versorgung einschließlich der amtlich empfohlenen Schutzimpfungen und medizinisch gebotenen Vorsorgeuntersuchungen sicher. Soweit die Leistungen durch niedergelassene Ärzte oder Zahnärzte erfolgen, richtet sich die Vergütung nach den am Ort der Niederlassung des Arztes oder Zahnarztes geltenden Verträgen nach § 72 Abs. 2 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch. Die zuständige Behörde bestimmt, welcher Vertrag Anwendung findet.

       

      §6 Asylbewerberleistungsgesetz

       

      (1) Sonstige Leistungen können insbesondere gewährt werden, wenn sie im Einzelfall zur Sicherung des Lebensunterhalts oder der Gesundheit unerlässlich, zur Deckung besonderer Bedürfnisse von Kindern geboten oder zur Erfüllung einer verwaltungsrechtlichen Mitwirkungspflicht erforderlich sind. Die Leistungen sind als Sachleistungen, bei Vorliegen besonderer Umstände als Geldleistung zu gewähren.

       

      (2) Personen, die eine Aufenthaltserlaubnis gemäß § 24 Abs. 1 des Aufenthaltsgesetzes besitzen und die besondere Bedürfnisse haben, wie beispielsweise unbegleitete Minderjährige oder Personen, die Folter, Vergewaltigung oder sonstige schwere Formen psychischer, physischer oder sexueller Gewalt erlitten haben, wird die erforderliche medizinische oder sonstige Hilfe gewährt.

       

      Ärzte können danach alle wirklich wichtigen Untersuchungen und Behandlungen durchführen. Ausgeschlossen sind z.B. Hörgeräteverordnung bei Altersschwerhörigkeit, normale Vorsorgeuntersuchungen bei Erwachsenen, elektive Operationen wie Gelenksersatz oder Gallenblasenentfernungen ohne akute Entzündungen, Gebisssanierungen ohne akute Schmerzen oder Entzündungen, etc..

       

      Bisher gab es keine einheitliche Vorgehensweise bei der Interpretation des Asylbewerberleistungsgesetzes und zahlreiche Fälle mussten aufwändig abgestimmt werden.

       

      Inzwischen wurde mit der Landesdirektion, der Landesärztekammer, dem Staatsministerium für Soziales und der Kassenärztlichen Vereinigung eine Übereinstimmung bezüglich einer einheitlichen Interpretationshilfe des Asylbewerberleistungsgesetztes erzielt. Diese Interpretation ermöglicht einen Differenzierung von medizinischen Behandlungen, die eindeutig nach AsylbLG abgedeckt sind und anderen Maßnahmen, welche vor Verordnung bzw. Durchführung einer Kostenzusage des Kostenträgers bedürfen. Die Interpretationshilfe gibt einen praxisrelevanten Überblick über die Besonderheiten des AsylbLG, die einen als behandelnden Arzt von Asylsuchenden betreffen.

       

      Sollten mit dieser Version der Interpretationshilfe inhaltich-fachliche Fragen aufgeworfen werden, können Sie diese gerne an Frau Schönemann, medizinische Koordinatorin bei der Sächsischen Landesärztekammer mailen: koordination@slaek.de.

       

      Diese Interpretationshilfe finden Sie unter:

       

      Die Einschränkungen der gesundheitlichen Versorgung von Asylbewerbern durch das AsylBLGes könnten nur durch eine Gesetzesänderung verändert werden - auf politischer Ebene.

    • Wie können Ärzte die Behandlung abrechnen?

      Abgerechnet wird im ambulanten Bereich mit dem für ein Quartal gültigen Behandlungsschein über die Kassenärztliche Vereinigung. Die Behandlungsscheine müssen von der Landesdirektion oder vom Sozialamt unterschrieben sein. Überweisungen sind nur mit Unterschrift des Kostenträgers (also Landesdirektion bzw. zuständiges Sozialamt) abrechenbar. Ausnahme ist einzig die Überweisung zum Labor für die in Anlage 1 der Interpretationshilfe festgelegten Laborparameter (link), hier reicht ein vom anordnenden Arzt unterschriebener Überweisungsschein. In den Flüchtlingsambulanzen Chemnitz, Dresden, Leipzig wird ebenfalls mit den Behandlungsscheinen abgerechnet. Wichtig ist, dass jeder Patient von der Einrichtung einen Behandlungsschein erhält und dieser beim behandelnden Arzt ankommt - denn ohne den Behandlungsschein kann die Behandlung nicht abgerechnet werden. Nur im aktuellen Notfall (der in der Regel ja nicht vorhersehbar ist) ist es möglich, im Nachhinein einen Krankenbehandlungsschein auszustellen. Was generell bei der Behandlung von Asylbewerbern mit Behandlungsschein zu beachten ist, ist im Asylbewerberleistungsgesetz geregelt. Was das konkret für den behandelnden Arzt bedeutet, kann in der neuen "Interpretation zum Asylbewerberleistungsgesetz" nachgelesen werden - hier finden sich konkrete Beispiele und Hilfestellungen bezüglich der Anwendung des Asylbewerberleistungsgesetztes in der Praxis: Diese Interpretationshilfe finden Sie unter

       

      Folien hierzu finden Sie unter:
    • Wie werden Medikamente für Asylbewerber verordnet und abgerechnet?

      Asylbewerber, die in der vertragsärztlichen Versorgung eine Verordnung bekommen, erhalten diese auf einem regulären Rezept, Kostenträger ist, solange der Asylbewerber in einer EAE untergebracht ist, die Landesdirektion Chemnitz. Ist er schon einer Stadt oder Kommune zugewiesen, ist der zuständige Kostenträger das örtliche Sozialamt. Es handelt sich um einen „besonderen Kostenträger", für den ein eigener Vertrag vorliegt. Es muss unbedingt angekreuzt werden „Gebühr frei" (Kästchen oben links). Die Asylbewerber müssen in der Apotheke das Medikament nicht bezahlen und zahlen auch keine Zuzahlung. Allerdings müssen Mehrkosten bei Festbetragsüberschreitungen von Arzneimitteln durch den Asylbewerber getragen werden. Hierbei ist zu beachten, dass eine „aut idem“- Verordnung nur in schriftlich medizinisch begründeten Ausnahmefällen erfolgen darf und vorher mit dem Kostenträger vereinbart werden muss.  Dies ist bei der Rezeptierung zu beachten und am einfachsten über die reine Verordnung von Wirkstoffen umzusetzen. Die Apotheke rechnet direkt mit der Landesdirektion bzw. dem zuständigen Sozialamt ab. Asylbewerber sollen keine Medikamente erhalten, die nach Arzneimittelrichtlinie nicht zu Lasten der GKV verordnungsfähig sind.

      In den Erstaufnahmeeinrichtungen liegen grüne Rezepte aus, die normalerweise für die Rezeptierung von nicht durch die GKV zu übernehmende Medikamente genutzt werden. Auf diesen Rezepten wird als Kostenträger einheitlich „Landesdirektion Chemnitz" eingetragen, ansonsten werden sie entsprechend der Beschriftung ausgefüllt und vom verschreibenden Arzt unterschrieben und gestempelt.
      Auf diesem Stempel müssen der vollständige Name des Arztes, die Berufsbezeichnung, die Adresse (auch Dienstadresse möglich) und die Telefonnummer (für Rückfragen der Apotheke) angegeben sein.
      Kosten für derartige Stempel bewegen sich im Bereich zwischen 10 und 20 Euro - was eine überschaubare Investition darstellt.

      Insgesamt ist bei der Verordnung das Asylbewerberleistungsgesetz zu beachten - was das konkret für den Arzt bedeutet, kann in der neuen „Interpretation zum Asylbewerberleistungsgesetz" nachgelesen werden - hier finden sich konkrete Beispiele und Hilfestellungen bezüglich der Anwendung des Asylbewerberleistungsgesetzes in der Praxis:

      Diese Interpretationshilfe finden Sie unter:
    • Welche Medikamente dürfen verordnet werden?

      Die medizinische Versorgung der Asylbewerber ist durch das Asylbewerberleistungsgesetz geregelt. Hieraus ergeben sich einige Dinge, die der behandelnde Arzt berücksichtigen sollte: Die gesetzlichen Vorgaben des AsylbLG dienen den Kostenträgern (Landesdirektion, Sozialämter) als Grundlage für die Bezahlung der geleisteten Behandlungen. Hier finden sich Einschränkungen gegenüber der Behandlung von gesetzlich Krankenversicherten. Diese Einschränkungen rühren daher, dass nicht alle medizinisch möglichen Untersuchungen und Behandlungen während des ungesicherten Aufenthaltsstatus durchzuführen und abrechenbar sind. Die wichtigsten Einschränkungen sind im Folgenden zusammengestellt:

      PACKUNGSGRÖßEN

      Generell gilt: Bei Patienten, die in Erstaufnahmeeinrichtungen untergebracht sind, dürfen nur N1-Packungen verordnet werden.

      Ausnahmen: Medikamente zur Behandlung von chronische Krankheiten: Bei einzelnen chronischen Erkrankungen (Diabetes, Hypertonie, KHK, Epilepsie), die ohne Behandlung zum Notfall werden, ist die Verschreibung von N3-Packungsgrößen ohne Kostenzusage möglich. Des Weiteren ist die Verschreibung einer N3- Packung Permethrin für Erwachsene möglich.


      ARZNEI- UND VERBANDMITTEL

      In jedem Fall gelten die Vorgaben der Arzneimittelrichtlinie (AM-RL) des GBA. Unter Beachtung der AM-RL ist keine Kostenzusage erforderlich → Ausnahmen siehe Psychiatrie

      Ausgeschlossen sind nach dieser Richtlinie: -Nicht apothekenpflichtige Medikamente -Apothekenpflichtige, nicht verschreibungspflichtige Medikamente (Ausnahmen möglich, wenn Therapiestandard) -Verschreibungspflichtige Medikamente bei sogenannten geringfügigen Gesundheitsstörungen -Medikamente aus der Negativliste.

      Genauere Erläuterungen hierzu finden Sie in unseren Fortbildungsfolien zu dem Thema
    • Wie erfolgt die Abrechnung im akuten Notfall ohne Behandlungsschein?

      Im KV-Bereitschaftsdienst und in der Krankenhausambulanz kann es immer wieder dazu kommen, dass keine unterschriebenen Behandlungsscheine vorliegen. Hier ist immer zu prüfen, ob es sich tatsächlich um einen unaufschiebbaren Notfall handelt. Ist dies zweifelsfrei der Fall, werden die Daten des Patienten erfasst (Name, Geburtsdatum, ZAB-Nr., derzeitiger Wohnort) und der Patient wird behandelt. Die Einschränkungen durch das AsylBLGes sind dabei zu beachten (siehe dort).

      Generell gilt das Asylbewerberleistungsgesetz - was das konkret für den behandelnden Arzt bedeutet, kann in der neuen „Interpretation zum Asylbewerberleistungsgesetz" nachgelesen werden - hier finden sich konkrete Beispiele und Hilfestellungen bezüglich der Anwendung des Asylbewerberleistungsgesetztes in der Praxis:

      Diese Interpretationshilfe finden Sie unter

       

      Folien hierzu finden Sie unter

       

      In Notfällen (Unfall auf offener Straße o.ä.) muss die Einrichtung, in welchem der Patient untergebracht ist, nachträglich einen Behandlungsschein ausstellen. Bei Erstaufnahmeeinrichtungen sind das in Sachsen das DRK, die Malteser-Werke oder die Johanniter. Bei Wohnheimen oder Wohnungen das dafür zuständige Sozialamt.

    • Wie werden Flüchtlinge und Asylsuchende in Krankenhäusern versorgt?

      Generell gilt auch bezüglich der Krankenhausbehandlung das Asylbewerberleistungsgesetz. Zu der Anwendung des Asylbewerberleistungsgesetzes bezüglich der Krankenhausbehandlung hat die Deutsche Krankenhausgesellschaft einen umfassenden Artikel in der Zeitschrift DAS KRANKENHAUS 1/2016 veröffentlicht, den wir Ihnen hier mit freundlicher Genehmigung des Verlages zur Verfügung stellen.
    • Was ist bei Vorliegen einer Schwangerschaft zu beachten?

      Bei positivem Schwangerschaftstest ist die Vorstellung beim Gynäkologen und die Betreuung nach Mutterschaftsrichtlinie des GBA ohne Kostenzusage möglich.

      Der FA für Gynäkologie muss, sofern es sich nicht um Standarduntersuchungen der Schwangerschaftsvorsorgehandelt, vor weiteren diagnostischen Schritten eine Kostenzusage einholen (Labor, Genetik, normale gynäkologische Vorsorge, etc.). Bei akzidentellen Röntgenuntersuchungen in der (Früh-) Schwangerschaft sind alle Sicherheitsmaßnahmen wie bei GKV-Patientinnen ohne Kostenzusage erlaubt.

      Ein Schwangerschaftsabbruch obliegt den gesetzlichen Vorgaben (§§ 218a und 219, Abs. 1 StGB). Bei medizinischer oder kriminologischer Indikation ist keine Kostenzusage erforderlich, in allen anderen Fällen muss eine Kostenzusage eingeholt werden. Reguläre gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen sind nicht möglich.

      Impfungen während Schwangerschaft und Stillzeit
      Impfungen mit einem Lebendimpfstoff, wie z.B. gegen Röteln, Masern-Mumps-Röteln (MMR) oder Varizellen, sind in der Schwangerschaft aus theoretischen Überlegungen grundsätzlich kontraindiziert. Nach einer Impfung mit Lebendimpfstoff sollte eine Schwangerschaft für 1 Monat vermieden werden. Es ist jedoch ausreichend, die zu impfende Frau nach einer Schwangerschaft zu fragen, wenn die Frage verneint wird (und verstanden wurde!) kann die Impfung durchgeführt werden. Eine versehentliche Impfung mit MMR-, Röteln- oder Varizellen-Impfstoff in oder kurz vor einer Schwangerschaft stellt nach nationalen und internationalen Empfehlungen keine Indikation zum Schwangerschaftsabbruch dar. Bei vielen hundert dokumentierten Impfungen während bzw. kurz vor einer Schwangerschaft wurde kein erhöhtes Risiko für kongenitale Fehlbildungen festgestellt. Siehe auch die Hinweise in den Fachinformationen der jeweiligen Impfstoffe und den Übersichtsartikel des Paul-Ehrlich-Instituts im Bulletin zur Arzneimittelsicherheit 4/2014 (S. 16 ff.).

    • Was ist bei Vorliegen einer Suchterkrankung zu beachten?

      Substitutionsbehandlungen sind nur durch Ärzte mit besonderer Genehmigung bei Vorlage eines korrekt ausgefüllten Behandlungsscheines möglich.
    • Wer haftet bei Behandlungsfehlern in Einrichtungen für Asylbewerber?

      Wenn Ärzte in vom Land betriebenen Einrichtungen für Asylbewerber ehrenamtlich oder auf Honorarbasis tätig werden, stellt sich die Frage, ob sie selbst oder das Land für Behandlungsfehler haften. Auch für Kollegen, die bei Impfaktionen des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz (SMS) oder der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen KVs mitwirken oder in den Flüchtlingsambulanzen tätig sind, ist die Haftungsfrage von Bedeutung.

       

      Nach rechtlicher Beurteilung des Gesundheitsministeriums in Nordrheinwestfalen (siehe die pdf-Datei unten) ist eine primäre Haftung des Landes im Wege der Staatshaftung gegeben. Nach Auswertung aktueller Rechtsprechung kommt es auf die Zahlung einer Vergütung nicht an, wenn ansonsten die Voraussetzungen der Amtshaftung gegeben sind. Dies gilt auch für den Freistaat Sachsen und ist unabhängig davon, wo der Arzt in seiner Haupttätigkeit beschäftigt ist.

       

      Eine Rückgriffsmöglichkeit des Landes auf den Arzt besteht nur bei grober Fahrlässigkeit und Vorsatz. Hier ist dann die Berufshaftpflichtversicherung des Arztes von Bedeutung. Daher sollte jeder Arzt bei der eigenen Berufshaftpflichtversicherung nachfragen, ob dies abgedeckt ist und auch die Behandlung von Flüchtlingen beinhaltet.

       

      Die Deutsche Ärzteversicherung hat zum Beispiel aufgrund der aktuellen Flüchtlingssituation beschlossen, Ärzten, die ambulante Behandlungen von Flüchtlingen vornehmen, Versicherungsschutz in der Berufshaftpflicht-Versicherung zu garantieren. Dies gilt für alle laufenden Berufshaftpflichtverträge von Ärzten, die bei der Deutschen Ärzteversicherung versichert sind. Jedem Arzt wird auf Wunsch eine entsprechende Versicherungsbestätigung ausgestellt, wobei diese Regelung auch ohne explizite Bestätigung für alle versicherten Ärzte gilt. Der Versicherungsschutz gilt sowohl für privatrechtliche Ansprüche als auch für öffentlich-rechtliche Ansprüche des jeweiligen Bundeslandes bei grob fahrlässigem Verhalten des Behandelnden.

       

      Das rechtliche Prüfergebnis des Gesundheitsministeriums Nordrhein-Westfalen hat die Bundesärztekammer zur Verfügung gestellt, Sie finden es in vollem Wortlaut hier:

       

      Bei Vertragsärzten, die in ihrer Praxis Flüchtlinge behandeln, greift ihre reguläre Berufshaftpflicht. Dies gilt auch bei Flüchtlingen, die in Krankenhäusern behandelt werden. Die Information der Deutschen Ärzteversicherung finden Sie hier.
    • Wo finde ich Anamnesebögen in anderen Sprachen?

    • Wo finde ich Patienteninformationen in anderen Sprachen?

      Patienteninformationen zu häufigen Erkrankungen in sechs Sprachen:
      Patienteninformationen zur Erstuntersuchung bei Asylbewerbern in 24 Sprachen

      Patienteninformationen praxisnah und informativ zum deutschen Gesundheitssystem in verschiedenen Sprachen als pdf-Version und zum kostenlosen Bestellen:

    • Wo finde ich einen Dolmetscher und wer trägt die Kosten?

      Zuerst sollte der Patient versuchen, der einem Arzt zugewiesen wird, einen Übersetzer, z.B. einen Angehörigen oder anderen Geflüchteten der etwa arabisch-englisch-deutsch übersetzen kann, zum Arztkontakt mitzubringen (rechtliche Aspekte s.u.).

       

      Kostenübernahme für Dolmetscher in der Praxis

      Prinzipiell ist die Landesdirektion Chemnitz der Kostenträger für erforderliche Dolmetscher beim Arztkontakt. Nach Asylbewerberleistungsgesetz kann in Fällen, in denen die oder der Hilfesuchende der deutschen Sprache nicht hinreichend mächtig ist, die Übernahme von Kosten sprachlicher Hilfeleistungen gehören, wenn und soweit der Anspruch auf ärztliche Versorgung ohne sprachliche Hilfestellung nicht erfüllt werden kann. Auf den Aufenthaltsstatus der oder des Leistungsberechtigten kommt es dabei nicht an.

       

      Angehörige als Dolmetscher

      Wegen des in §8 des Asylbewerberleistungsgesetzes geregelten Nachranggrundsatzes hat die oder der Hilfesuchende jedoch zunächst die Möglichkeiten einer unentgeltlichen sprachlichen Hilfestellung durch Verwandte, Bekannte oder sonstige ihr oder ihm nahestehende Personen auszuschöpfen.

       

      Die Hinzuziehung eines Dolmetschers kann sich daher nur auf die Ausnahmefälle beschränken, in denen unentgeltliche sprachliche Hilfeleistungen nicht oder nicht rechtzeitig erlangt werden können und die Leistungsbehörde nicht in der Lage ist, der oder dem Hilfesuchenden eine zur sprachlichen Hilfestellung ohne Entgelt bereite und geeignete Person zu vermitteln.

       

      Sind zum Zwecke einer notwendigen psychotherapeutischen Behandlung einer oder eines Leistungsberechtigten mit Anspruch auf Grundleistungen nach §3 des Asylbewerberleistungsgesetzes die Dienste eines Dolmetschers zwingend erforderlich, hat die jeweils zuständige Behörde unabhängig vom Aufenthaltsstatus der oder des Leistungsberechtigten die dafür notwendigen Kosten zu übernehmen.

       

      Dolmetscher bei Krankenhausbehandlung

      Grundsätzlich sollten die Personalabteilungen der Krankenhäuser die Sprachkenntnisse der angestellten Ärzte systematisch erfassen und bereitstellen, um im Notfall schnell reagieren zu können.

       

      Sollte ein Dolmetscher erforderlich sein, so ist gemäß des Fünften Buches Sozialgesetzbuch jedes zugelassene Krankenhaus verpflichtet, im Rahmen seines Versorgungsvertrages alle Leistungen zu erbringen, die im Einzelfall nach Art und Schwere der Krankheit für die medizinische Versorgung notwendig sind. Diese Regelung wird das Krankenhausentgeltgesetz ergänzt. Danach sind mit den Krankenhausaufenthalten abgegoltene allgemeine Krankenhausleistungen die Leistungen, die unter Berücksichtigung der Leistungsfähigkeit des Krankenhauses im Einzelfall nach Art und Schwere der Krankheit für die medizinisch zweckmäßige und ausreichende Versorgung der Patienten notwendig sind. Zu den notwendigen Leistungen können auch Dolmetscherleistungen gehören, soweit sie im Einzelfall erforderlich sind. Auf den Aufenthaltsstatus der zu behandelnden Person kommt es dabei nicht an. Diese Leistungen werden den Krankenhäusern jedoch nicht gesondert vergütet, sondern sind aus der Krankenhausvergütung zu finanzieren.

       

       

      Sonstige Möglichkeiten

       

      Eine interessante Möglichkeit ist die Hinzuschaltung eines Dolmetschers via Internet über das Portal arztkonsultation.de.
      Dies ist eine zur Zeit kostenfreie Initiative, die Mediziner bei der Behandlung von Flüchtlingen unterstützen soll. Die Nutzung ist nach Anmeldung des Arztes möglich:

      Taschendolmetscher für Ärzte

      Der deutsche Ärzteverlag hat einen Taschendolmetscher für Ärzte herausgebracht, der inzwischen in der 2. Auflage erschienen ist und auch in digitaler Form als eBook und App verfügbar ist:
      Gemeindedolmetscherdienst Dresden
      Sprach- und Integrationsmittlung SprInt Leipzig
      Arztsuche der KV-Sachsen mit Zusatzsuchfunktion Fremdsprache
    • Wie kann ich als Arzt helfen?

      Ärzte, die in der Flüchtlingsversorgung tätig sind oder werden möchten, werden gebeten, sich bei der Sächsischen Landesärztekammer zu melden (koordination@slaek.de, Telefon 0351 8267 308). Wir geben die Kontaktdaten an die entsprechenden Organisatoren vor Ort weiter und stehen gerne als beratender und informierender Ansprechpartner zur Verfügung. Wenn Sie bereits in Kontakt mit einer Einrichtung sind und/oder als niedergelassener Arzt Kontakt mit Flüchtlingen haben und Informationsmaterial fachlicher, abrechnungstechnischer und sonstiger Art erfragen möchten, können wir Ihnen praxisrelevante Informationen zusenden. Gerne beraten wir Sie auch telefonisch unter oben genannter Telefonnummer.
      Möchten Sie einen ausländischen ärztlichen Kollegen anstellen und/oder ihn bezüglich seiner weiteren beruflichen Laufbahn unterstützen, finden Sie hier wichtige Informationen dazu:

    • Was ist bei Gutachten zu Abschiebehindernissen zu beachten?

      Ärzte werden immer wieder gebeten bzw. aufgefordert, Gutachten zu Abschiebehindernissen zu schreiben. Dabei ist nicht klar festgelegt, ob es dazu einer speziellen Qualifikation bedarf und wie diese Gutachten auszusehen haben. Das Bundesinnenministerium hat dazu ein Positionspapier erstellt ‚pdf‘ (siehe Anlage). Wichtig für Ärzte ist, dass sie zur Neutralität verpflichtet sind, d.h. sie haben weder das Interesse des Auftraggebers zu bedienen (Loyalitätskonflikt) noch die empathisch verständlichen Interessen des Patienten zu berücksichtigen (ärztl. Rollenkonflikt). Die Entscheidung fällt letztendlich immer die Ausländerbehörde, der Arzt gibt ‚nur‘ Hilfe zur Entscheidungsfindung. Die Frage zum unbestimmten Rechtsbegriff „Abschiebe-Reisefähig" (ja oder nein) ist daher nicht ärztlich zu beantworten. Dem Arzt obliegt es, sachverständig und ergebnisoffen alle zweckmäßigen Erkenntnisse verständlich an die Ausländerbehörde zu übermitteln, um Grundlagen für eine fundierte und abwägende Entscheidung zu bieten.

    • Online-Bibliothek MEDBOX

      Bei der MEDBOX handelt es sich um eine Internetseite, auf der eine große Anzahl wichtiger Dokumente und Informationen bezüglich weltweit relevanter Gesundheitsthemen zugänglich ist: http://www.medbox.org/

      Es gibt verschiedene „Toolboxes" mit einzelnen Schwerpunktthemen: http://www.medbox.org/toolboxes
      So gibt es auch die Unterkategorie der sogenannten TOOLBOX REFUGEES, deren Schwerpunkt die medizinische Versorgung von Flüchtlingen und Migranten darstellt. Es handelt sich um eine Online-Bibliothek mit praktischen medizinischen Informationsmaterialien, die immer wieder aktualisiert und überprüft wird: http://www.medbox.org/refugee/toolboxes/listing
      Die Seite ist in Bereiche für unterschiedliche Zielgruppen unterteilt. Die jeweiligen Informationen liegen in verschiedenen Sprachen vor und sind für alle einfach zugänglich; die Zielgruppenbereiche erstrecken sich vom Gesundheitspersonal über freiwillige Helferinnen bis hin zu den Flüchtlingen selbst.

    • Weiterführende Informationen

  • Behandlungsfehler

    • Was ist die Aufgabe der Gutachterstelle für Arzthaftungsfragen?

      Zweck der Gutachterstelle ist es, Rechtsstreitigkeiten, mit welchen Patienten Ansprüche gegen einen Arzt wegen des Vorwurfes fehlerhafter ärztlicher Behandlung erheben, zu vermeiden und außergerichtlich zeit- und kostensparend beizulegen.
    • Was sind die Voraussetzungen für ein Gutachterverfahren?

      Die Gutachterstelle kann nur im allseitigen Einverständnis der Parteien (Haftpflichtversicherer, Arzt, Patient) tätig werden. Die Gutachterstelle kann erst angerufen werden, wenn der Haftpflichtversicherer zu dem Schadensersatzanspruch Stellung genommen hat. Der Patient muss den Arzt von der Pflicht zur Berufsverschwiegenheit entbunden haben, ebenso eventuelle weitere Ärzte, welche ihn behandelt haben.
    • Wie verläuft ein Gutachterverfahren?

      Die Gutachterstelle prüft den Sachverhalt und gibt abschließend eine begründete Stellungnahme ab, ob aufgrund einer fehlerhaften Behandlung ein Anspruch dem Grunde nach besteht. Die Gutachterstelle kann, soweit erforderlich, einen weiteren Gutachter mit der Erstattung eines Zusatzgutachtens beauftragen. Die Gutachterstelle entscheidet in der Besetzung eines Vorsitzenden (Arzt) und einem langjährig erfahrenen Richter.
    • Wann kann ein Gutachtenverfahren nicht durchgeführt werden?

      Die Gutachterstelle wird nicht tätig, wenn in einem Streitfall bereits eine zivilrechtliche Entscheidung beantragt oder ergangen ist. Sie muss das Verfahren aussetzen, solange ein staatsanwaltschaftliches Ermittlungsverfahren oder ein Strafverfahren in gleicher Sache anhängig ist.
    • Wer kann sich wegen eines vermuteten Behandlungsfehlers an die Gutachterstelle wenden?

      An die Gutachterstelle können sich Patienten als auch Krankenhausträgern wegen eines vermuteten Behandlungsfehlers wenden.
  • Beitrag

    • Was ist die Bemessungsgrundlage für den Kammerbeitrag?

      Die Bemessungsgrundlage für den Kammerbeitrag bilden die Einkünfte aus ärztlicher Tätigkeit gemäß Einkommensteuergesetz des vorletzten Jahres der Beitragsveranlagung (für den Kammerbeitrag 2016 sind Bemessungsgrundlage die Einkünfte aus ärztlicher Tätigkeit des Jahres 2014).
    • Was ist ärztliche Tätigkeit?

      Ärztliche Tätigkeit im Sinne der Beitragsordnung umfasst nicht nur die Behandlung von Patienten, sondern jede Tätigkeit, bei der ärztliche Fachkenntnisse angewendet oder mitverwendet werden (z. B. in Lehre und Forschung, in Industrie, Wirtschaft und Medien, in der Verwaltung und im öffentlichen Dienst).
    • Wie werden die Einkünfte aus ärztlicher Tätigkeit ermittelt?

      Niedergelassene Ärzte:Betriebseinnahmen - Betriebsausgaben = Gewinn + Einkünfte aus ärztlicher Nebentätigkeit
      Angestellte und beamtete Ärzte:Bruttoarbeitslohn - Werbungskosten = Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit + Einkünfte aus ärztlicher Nebentätigkeit
    • Muss das Kammermitglied den vollständigen Einkommensteuerbescheid des Bemessungsjahres an die Sächsische Landesärztekammer übersenden?

      Nein, das ist nicht erforderlich. Zur Beitragseinstufung wird lediglich eine Kopie des Auszuges aus dem Einkommensteuerbescheid (§ 5 Absatz 2) benötigt, aus welcher folgende Positionen hervorgehen:
      • Einkünfte aus selbständiger Arbeit und / oder
      • Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit
      Alle anderen auf diesem Blatt befindlichen Zahlen können geschwärzt werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Name und das Jahr erkennbar sein müssen. Einkunftsarten wie Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, Einkünfte aus Kapitalvermögen, Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft und Sonstige Einkünfte bleiben außer Betracht und können geschwärzt werden.
    • Der Einkommensteuerbescheid für das Bemessungsjahr liegt noch nicht vor.

      Es kann die Bestätigung des Steuerberaters über die Einkünfte aus ärztlicher Tätigkeit akzeptiert werden. Haben Sie keinen Steuerberater und sollte Ihnen der Einkommensteuerbescheid für das Bemessungsjahr noch nicht vorliegen, beantragen Sie bitte telefonisch oder schriftlich eine Fristverlängerung für die Einreichung der Nachweise:
      Sollten Sie für das Bemessungsjahr keine Einkommensteuererklärung abgegeben haben bzw. abgeben werden, setzen Sie sich bitte mit den Mitarbeiterinnen des Referates Beitragswesen in Verbindung. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass eine Fristverlängerung für die Einreichung des Nachweises keine Stundung des Kammerbeitrages einschließt. Bitte veranlagen Sie sich in diesem Fall auf der Grundlage der Ihnen vorliegenden Unterlagen und überweisen Sie den voraussichtlichen Kammerbeitrag. Die endgültige Veranlagung erfolgt dann bei Vorliegen des Nachweises. Für Ärzte, die der Sächsischen Landesärztekammer eine Einzugsermächtigung erteilt haben, gilt dies nicht, da der Einzug des Kammerbeitrages erst nach Vorliegen des Nachweises erfolgen kann.
    • Das Kammermitglied wird im Beitragsjahr voraussichtlich arbeitslos oder geht in Mutterschaftsurlaub / Elternzeit.

      Auch in diesem Fall ist es möglich, eine Fristverlängerung für die Einreichung des Nachweises (z. B. Kopie des Bescheides der Bundesagentur für Arbeit, Kopie des Nachweises des Beginns der Mutterschutzfrist) zu gewähren. Auf Antrag und bei Vorliegen der Nachweise erfolgt dann eine anteilige Berechnung des Kammerbeitrages nach den vollen Monaten der ärztlichen Tätigkeit auf der Basis der Einkünfte aus ärztlicher Tätigkeit des Jahres 2014 und eine anteilige Berechnung des Mindestbeitrages (vergleiche § 3 Abs. 2).

      anteilige Berechnung Kammerbeitrag 2016

       

      (bei Mutterschutz und/oder Elternzeit)

       

      Berechnung nach vollen Monaten

      es wird jeweils der Status zum Monatsersten zugrunde gelegt.

       

      Beispiel:

       

      Mutterschutzbeginn: 15.06.2016

       

      Berechnung

       

      01.01.2016 - 30.06.2016

      Basis: Einkünfte 2014:   57.096,28 EUR (Beitragsstufe 12/280,00 EUR)

      anteilig für 6 Monate140,00 EUR
      01.07.2016 - 31.12.2016
      Basis: Mindestbeitrag 15,00 EUR
      anteilig für 6 Monate7,50 EUR
       
      Kammerbeitrag für das Jahr 2016 gesamt147,50 EUR
    • Das Kammermitglied geht im Beitragsjahr in den Ruhestand.

      Auch in diesem Fall ist es möglich, eine Fristverlängerung für die Einreichung des Nachweises (z. B. Kopie des Rentenbescheides, Kopie des Nachweises der Kassenärztlichen Vereinigung über die Beendigung der vertragsärztlichen Tätigkeit) zu gewähren.

       

      Mit dem Eintritt in den Ruhestand entfällt grundsätzlich auch die Beitragspflicht zum Kammerbeitrag, sofern etwaige Einkünfte aus gelegentlicher ärztlicher Tätigkeit einen Betrag von 5.000,00 EUR im Beitragsjahr nicht überschreiten.

      Mitglieder im Ruhestand mit Einkünften aus gelegentlicher ärztlicher Tätigkeit

      • in Höhe von mehr als 5.000,00 EUR bis 15.000,00 EUR im Beitragsjahr zahlen einen Kammerbeitrag in Höhe der Beitragsstufe 2,
      • in Höhe von mehr als 15.000,00 EUR bis 25.000,00 EUR im Beitragsjahr zahlen einen Kammerbeitrag in Höhe der Beitragsstufe 4,
      • in Höhe von mehr als 25.000,00 EUR bis 50.000,00 EUR im Beitragsjahr zahlen einen Kammerbeitrag in Höhe der Beitragsstufe 6.

       

      Sofern der Eintritt in den Ruhestand während des Beitragsjahres erfolgt, wird der Jahresbeitrag auf Antrag anteilig nach vollen Monaten festgesetzt (vergleiche § 4 Abs. 3).


      Bei Einkünften über 50.000,00 EUR im Beitragsjahr erfolgt die Bemessung des Kammerbeitrages, unabhängig vom Bezug einer Altersrente, nach den Einkünften aus ärztlicher Tätigkeit des vorletzten Jahres vor dem Beitragsjahr.
    • Wie werden Kammermitglieder nach ihrem Medizinstudium und Erhalt der Approbation veranlagt?

      Im Jahr des Erhaltes der Approbation werden Kammermitglieder grundsätzlich mit dem anteiligen Mindestbeitrag veranlagt, da noch keine Einkünfte aus ärztlicher Tätigkeit aus den Vorjahren vorliegen. Im darauffolgenden Jahr erfolgt die Einstufung entsprechend der Einkünfte aus ärztlicher Tätigkeit des Vorjahres und im Folgejahr entsprechend der Einkünfte aus ärztlicher Tätigkeit des vorletzten Jahres wie bei allen anderen berufstätigen Kammermitgliedern auch.
    • Wer sind meine Ansprechpartner zum Kammerbeitrag?

       

      Wir hoffen, Ihre wichtigsten Fragen zur Beitragsordnung mit unseren Ausführungen beantwortet zu haben. Sollten Sie noch weitere Fragen zu Ihrer Beitragsveranlagung haben, können Sie sich unter folgenden Rufnummern an die Mitarbeiterinnen des Referates Beitragswesen wenden, die Ihnen zu unseren Geschäftszeiten gern zur Verfügung stehen:

      (A, B, C, D, E, F, G)

      Dipl.-Betriebswirt Birgit Altmann

      Schützenhöhe 16
      01099 Dresden

      Telefonnummer
      0351 8267 - 437
      Faxnummer
      0351 8267 - 446

      (H, K, L, M)

      Betriebswirt (VWA) Carola Wagner
      (Franziska Rasche)

      Schützenhöhe 16
      01099 Dresden

      Telefonnummer
      0351 8267 - 436
      Faxnummer
      0351 8267 - 446

      (I, J, N, O, P, Q, R, U, V, W, X, Y, Z)

      Mandy Schiebold

      Schützenhöhe 16
      01099 Dresden

      Telefonnummer
      0351 8267 - 438
      Faxnummer
      0351 8267 - 446

      (S, Sch, St, T)

      Dipl.-Ing.-Ök. Ramona Grünberg

      Schützenhöhe 16
      01099 Dresden

      Telefonnummer
      0351 8267 - 432
      Faxnummer
      0351 8267 - 446
  • Fortbildung

    • Unterliegen Ärzte, die in erlaubter Teilzeit tätig sind, der gleichen Fortbildungspflicht wie vollzeitbeschäftigte Ärzte?

      Die Regelungen gelten uneingeschränkt auch für Ärzte, die in erlaubter Teilzeit tätig sind. Die sozialrechtliche Fortbildungspflicht knüpft nicht an den zeitlichen Umfang der Tätigkeit an. Entscheidend ist vielmehr, dass nach dem Sinn und Zweck des Gesetzes jede im Rahmen der gesetzlichen Versorgung erbrachte ärztliche Leistung auf dem aktuellen Stand der Medizin zu erfolgen hat.
    • Wie häufig muss man die Erfüllung der Fortbildungsverpflichtung nachweisen?

      Die Erfüllung der Fortbildungspflicht ist alle 5 Jahre nachzuweisen.
    • Wie wird die kontinuierliche Fortbildung innerhalb der 5 Jahre bestätigt?

      Der Nachweis einer kontinuierlichen ärztlichen Fortbildung erfolgt in Form von Punkten, wobei ein Punkt einer Fortbildungseinheit von 45 Minuten entspricht (ohne Pausen, Industrieausstellungen, Rahmenprogramm o.ä.). Die Punktvergabe erfolgt im Rahmen der Anerkennung als ärztliche Fortbildungsveranstaltung.

      Die Fortbildungspflicht ist erfüllt, wenn innerhalb von fünf Jahren 250 Fortbildungspunkte erworben wurden. Dem Arzt steht es frei, wann er innerhalb des für ihn maßgeblichen Fünfjahreszeitraums die Punkte erwerben will. Von den 250 Fortbildungspunkten müssen mindestens 150 Punkte durch fachspezifische Fortbildung erworben worden sein. Unter fachspezifischer Fortbildung sind solche Fortbildungsinhalte zu verstehen, die dem Erhalt und der Weiterentwicklung der fachärztlichen Kompetenz dienen.

      Das Zertifikat erhält jede Ärztin / jeder Arzt, wenn innerhalb von 5 Jahren mindestens 250 Fortbildungspunkte erworben und dokumentiert wurden und ein Antrag auf Erteilung des Fortbildungszertifikates bei der Sächsischen Landesärztekammer gestellt wird. Das Fortbildungszertifikat besitzt für die folgenden 5 Jahre Gültigkeit. Um das Zertifikat danach zu erneuern, müssen in diesen 5 Jahren erneut 250 Punkte gesammelt werden.
    • Wann muss erstmalig die erfolgte Fortbildung von niedergelassenen Vertragsärzten nachgewiesen werden?

      Der erste Nachweiszeitraum für niedergelassene Vertragsärzte, die am 01.07.2004 bereits vertragsärztlich tätig waren, endete zum 30.06.2009. Für alle nach dem 1.7.2004 niedergelassenen Ärzte gilt, dass der erste Nachweis exakt 5 Jahre nach erfolgter Niederlassung zu führen ist.
    • Wie erfährt die Kassenärztliche Vereinigung von der Erfüllung der Fortbildungspflicht?

      Sofern die Ärztin / der Arzt der gemeinsamen Vereinbarung zum Datenaustausch zwischen der Sächsischen Landesärztekammer und der Kassenärztliche Vereinigung Sachsen nicht widersprochen hat, wird diese über die Zuerkennung eines gültigen Fortbildungszertifikats informiert. Anderenfalls muss die Ärztin/ der Arzt das Zertifikat bei der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung vorlegen.
    • Wann muss erstmalig die erfolgte Fortbildung von Fachärzten im Krankenhaus nachgewiesen werden?

      Der erste Nachweiszeitraum für Fachärzte im Krankenhaus, die bereits am 01.01.2006 in ihrem Haus tätig waren, endet zum 31.12.2010. Bei späterer Aufnahme einer Tätigkeit ist der vertraglich bestimmte erste Arbeitstag plus 5 Jahre maßgeblich.
    • Kann man vor Ablauf der Gültigkeit des Fortbildungszertifikates ein neues Zertifikat beantragen, wenn die 250 Punkte bereits erreicht wurden?

      Nein, ein neues Zertifikat kann erst nach Ablauf der Gültigkeit des alten Zertifikates erteilt werden.
    • Können überzählige Punkte in den nächsten Fünfjahreszeitraum übernommen werden?

      Nein, eine Übernahme von überzähligen Punkten in den folgenden Fünfjahreszeitraum ist vom Gesetzgeber nicht vorgesehen.
    • Ist das Fortbildungszertifikat ankündigungsfähig?

      Ja, das Fortbildungszertifikat ist als Qualifikation des Arztes - der Ärztin - gemäß § 27, Absatz 4 der Berufsordnung ankündigungsfähig, z.B. in Form eines Aushangs im Wartezimmer und durch Anbringen der Plakette auf dem Praxisschild oder an anderer Stelle des Tätigkeitsbereiches.
    • Werden alle besuchten Veranstaltungen als ärztliche Fortbildung anerkannt?

      Voraussetzung für die Anrechnung ist, dass die Fortbildungsveranstaltung vorher von einer Ärztekammer zertifiziert wurde. Die Ärztekammer entscheidet über den Antrag nach Kriterien, die in der Satzung Fortbildung und Fortbildungszertifikat festgelegt sind. Dem Veranstalter wird das Ergebnis sowie ggf. die vergebenen Fortbildungspunkte und die zugehörige Kategorie mitgeteilt. Beim Besuch von Fortbildungsveranstaltungen in anderen Bundesländern werden die von der jeweils zuständigen Ärztekammer bzw. in Einzellfallprüfung von anderen Heilberufekammern vergebenen Punkte 1:1 anerkannt. Die Teilnahme wird bei einer von einer Landesärztekammer anerkannten Veranstaltung automatisch elektronisch an das persönliche Fortbildungspunktekonto gemeldet, sofern die Barcode-Etiketten für die Teilnahmeregistrierung eingesetzt wurden. Die Zusendung der Teilnahmebestätigung ist somit nicht erforderlich.
    • Wie wird der Besuch von Fortbildungsveranstaltungen im Ausland gewertet?

      Für die Teilnahme an internationalen Kongressen, Tagungen bzw. Symposien können auch Fortbildungspunkte erworben werden. Hier ist eine Teilnahmebescheinigung notwendig, außerdem ein Tagungs- oder Kongressprogramm. Nach der Veranstaltung können diese Unterlagen zur Prüfung und Aufnahme in das Punktekonto an die Sächsische Landesärztekammer gesendet werde.
    • Werden CME-Punkte anerkannt, die von nationalen oder internationalen Fach-Fortbildungsakademien erworben wurden?

      Alle Fortbildungsveranstaltungen, die mit CME-Punkten ausgestattet sind, werden von den Ärztekammern gemäß § 12 der Fortbildungssatzung anerkannt.
    • Erhält man für die Tätigkeit als Referent zusätzliche Fortbildungspunkte?

      Autoren erhalten für wissenschaftliche Veröffentlichungen und Vorträge 1 Punkt pro Beitrag, Referenten/Qualitätszirkelmoderatoren 1 Punkt pro Beitrag/Poster/Vortrag zusätzlich zu den Punkten der Teilnehmer bei Teilnahme an der Gesamtveranstaltung. Über die Referententätigkeit sollte ein geeigneter Nachweis (z. B. Honorarvertrag, Programm, Einladung) geführt werden, welcher mit der Antragstellung für das Fortbildungszertifikat geltend gemacht werden kann.
    • Wie erfolgt der Nachweis der erworbenen Fortbildungspunkte?

      Die Veranstalter von anerkannten (zertifizierten) Fortbildungsmaßnahmen sind verpflichtet, Teilnehmerlisten für jede einzelne Fortbildungsveranstaltung zu führen und diese nach Ablauf der Veranstaltung der Ärztekammer zu übermitteln, bzw. elektronisch über das Internet die Teilnehmermeldung vorzunehmen. Es ist wichtig, dass sich die Teilnehmer unter Verwendung der Barcode-Etiketten auf der Teilnehmerliste eintragen. Außerdem erhalten die Teilnehmer/-innen weiterhin eine individuelle Teilnahmebestätigung.

      Ab 2006 erscheinen als Nachweis für jede besuchte Veranstaltung die erworbenen Punkte auf dem persönlichen Fortbildungspunktekonto. Im Ausnahmefall kann auch die Teilnahmebestätigung als Nachweis bei Antragstellung zum Fortbildungszertifikat dienen.
    • Was ist das „Fortbildungspunktekonto”?

      Für die Verwaltung von Fortbildungspunkten führte die Sächsische Landesärztekammer 2006 ein personenbezogenes Fortbildungskonto für alle Mitglieder ein. Auf diesem Punktekonto werden die Punkte für alle Fortbildungsveranstaltungen, an denen der Arzt/ die Ärztin teilgenommen hat, gesammelt. Sofern die Registrierung der Teilnahme an einer ärztlichen Fortbildungsveranstaltung mit dem Barcode-Etikett erfolgt, sollte die Teilnahme elektronisch erfasst werden. Das Online-Fortbildungspunktekonto ermöglicht nach Anmeldung einen komfortablen Überblick über die bisher erworbenen und registrierten Fortbildungspunkte. Für den Erhalt persönlicher Zugangsdaten für das individuelle Online-Fortbildungspunktekonto ist die Zusendung der unterschriebenen Einwilligungserklärung (per Fax oder Post) notwendig. Die Versendung der Online-Zugangsdaten erfolgt per Post.
    • Können Barcode-Etiketten auch in anderen Bundesländern verwendet werden?

      Ja, Barcode-Etiketten sollten generell für die Eintragung in die Teilnehmerlisten benutzt werden.
    • Ist es notwendig, weiterhin Teilnahmebestätigungen aufzubewahren?

      Es ist empfehlenswert, Teilnahmebestätigungen aufzubewahren, um ggf. Rückfragen und Unstimmigkeiten klären zu können. Die Teilnahmebestätigungen dienen auch gegenüber den Finanzämtern dem Nachweis etwaiger Werbungskosten aus beruflicher Fortbildung.
  • Führung im Ausland erworbener akademischer Grade

    • Wie kann ich meinen im Ausland erworbenen akademischen Grad/Titel führen?

      Die Führbarkeit der im Ausland erworbenen akademischen Grade richtet sich nach den Beschlüssen der Kultusministerkonferenz. Maßgeblich ist dafür die Datenbank ANABIN (Anerkennung ausländischer Bildungsnachweise).
    • Welche Unterlagen muss ich bei der Sächsischen Landesärztekammer einreichen, um meinen im Ausland erworbenen akademischen Grad in Sachsen nachweisen zu können?

      Für die Registrierung bei der Sächsischen Landesärztekammer senden Sie uns bitte eine amtlich oder notariell beglaubigte Kopie des im Original ausgestellten akademischen Grades und eine amtlich oder notariell beglaubigte Kopie der Übersetzung zu.
  • MFA - für Ausbilder

    • Wie finde ich eine geeignete Auszubildende?

      Bei der Suche nach einer Auszubildenden ist Ihnen die Berufsberatung der zuständigen Agentur für Arbeit gern behilflich. Oftmals sprechen auch Schulabgängerinnen persönlich in den Arztpraxen vor.

      Außerdem können Sie ein Lehrstellenangebot bei der Stellenbörse der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen einstellen oder dort Lehrstellengesuche von Schulabgängerinnen einsehen.
    • Was ist zu tun, wenn ich eine geeignete Bewerberin gefunden habe?

      Wenn Sie sich für eine Bewerberin entschieden haben, kontaktieren Sie die Sächsische Landesärztekammer. Die erforderlichen Ausbildungsunterlagen werden Ihnen dann zugesandt.
    • Wie lange dauert die Ausbildung?

      Die Ausbildung dauert 3 Jahre. Allerdings kann bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen eine Verkürzung der Ausbildungszeit oder eine vorzeitige Abschlussprüfung beantragt werden.
    • Was ist bei dem Abschluss eines Ausbildungsvertrages zu veranlassen?

      Nach § 11 Berufsbildungsgesetz hat der Ausbildende unverzüglich nach Abschluss des Berufsausbildungsvertrages, spätestens vor Beginn der Berufsausbildung, den wesentlichen Inhalt des Vertrages schriftlich niederzulegen.
      Die entsprechenden Berufsausbildungsverträge erhalten Sie von der Sächsischen Landesärztekammer.

      Die Niederschrift ist vom Ausbildenden, der Auszubildenden und deren gesetzlichen Vertretern zu unterzeichnen.
    • Welche Unterlagen müssen bei der Sächsischen Landesärztekammer eingereicht werden?

      • Berufsausbildungsvertrag (3-fach),
      • Antrag auf Eintragung in das Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse,
      • bei Jugendlichen eine Bescheinigung über die Erstuntersuchung nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz,
      • Kopie des Schulabschlusszeugnisses
    • Müssen Änderungen des Ausbildungsvertrages bei der Sächsischen Landesärztekammer angezeigt werden?

      Ja, Adressänderung, Namensänderung etc. müssen unbedingt bei der Sächsischen Landesärztekammer angezeigt werden.
    • An wie vielen Tagen in der Woche muss die Auszubildende bei mir arbeiten?

      Die Auszubildende besucht im ersten und zweiten Jahr zwei Tage in der Woche das jeweilige Berufliche Schulzentrum und erwirbt drei Tage in der Woche in der Arztpraxis praktische Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten.

      Im dritten Ausbildungsjahr besucht die Auszubildende das Berufliche Schulzentrum einen Tag in der Woche und erwirbt an vier Tagen in der Woche praktische Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten in der Arztpraxis.
    • Wann beginnt die Ausbildung regulär? Was passiert, wenn die Ausbildung erst später beginnt (z.B. bei Praxisurlaub)?

      Ausbildungsbeginn ist der 1. August eines Jahres.

      Bei Vertragsbeginn nach dem 1. September ist nach dem Berufsbildungsgesetz eine reguläre Zulassung zur Abschlussprüfung drei Jahre später nicht gegeben, sondern erst zum nächsten Prüfungstermin.

      Eine Verkürzung der Ausbildungszeit ist im Rahmen von Einzelfallprüfungen möglich.

      Die Auszubildende muss dafür folgende Kriterien erfüllen:
      • Ausbildungsende bis spätestens 30. November,
      • Nachweis befriedigender Leistungen in der Praxis,
      • Lernergebnisse bis 3,0 in der Berufsschule.
      Das Vorliegen von Abitur, Berufsgrundbildungsjahr sowie der Abschluss einer fachfremden privaten Berufsfachschule rechtfertigen grundsätzlich keine Verkürzung von vornherein.
    • Vermittelt die Ärztekammer bei Schwierigkeiten im Ausbildungsverhältnis?

      Ja, wenden Sie sich hierzu einfach an die Sachbearbeiterinnen des Referates Medizinische Fachangestellte in der Sächsischen Landesärztekammer

      Leiterin Medizinische Fachangestellte

      Marina Hartmann

      Leiterin Medizinische Fachangestellte

      Schützenhöhe 16
      01099 Dresden

      Telefonnummer
      0351 8267-170
      Faxnummer
      0351 8267-172
      Kathrin Majchrzak

      Schützenhöhe 16
      01099 Dresden

      Telefonnummer
      0351 8267-171
      Dana Preißler

      Schützenhöhe 16
      01099 Dresden

      Telefonnummer
      0351 8267-173
    • Welche Pflichten habe ich als Ausbilder zu erfüllen? Und welche die Auszubildende?

      Der Ausbildungsvertrag regelt die Pflichten zwischen dem Ausbildenden und der künftigen Auszubildenden.

      Zu den Pflichten des Ausbilders gehören insbesondere:
      • die Vermittlung der beruflichen Handlungsfähigkeit, die zum Erreichen des Ausbildungszieles erforderlich ist,
      • kostenlos Schutzkleidung zur Verfügung zu stellen,
      • die Auszubildende zum Besuch der Berufsschule entsprechend den von der Schule angesetzten Tagen freizustellen,
      • Erstellung eines schriftlichen Ausbildungsplans,
      • der Auszubildenden nur Verrichtungen zu übertragen, die dem Ausbildungszweck dienen und ihren körperlichen Kräften angemessen sind,
      • unverzüglich (spätestens innerhalb von 14 Tagen) nach Abschluss des Berufsausbildungsvertrages die Eintragung in das Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse bei der Sächsischen Landesärztekammer zu beantragen (Entsprechendes gilt bei Änderungen des wesentlichen Vertragsinhalts),
      • die Auszubildende rechtzeitig zu den angesetzten Zwischen- und Abschlussprüfungen anzumelden und für die Teilnahme freizustellen.
      Zu den Pflichten der Auszubildenden gehören insbesondere:
      • Lernpflicht (muss sich bemühen, das Ausbildungsziel zu erreichen)
      • Pflicht zur Teilnahme am Berufsschulunterricht und an den Prüfungen
      • Einhaltung der Schweigepflicht
      • Übertragene Aufgaben sorgfältig ausführen
      • Führen des schriftlichen Ausbildungsnachweises und regelmäßige Vorlage beim Ausbilder
    • Wie errechnet sich der Urlaubsanspruch der Auszubildenden?

      Der Urlaub richtet sich nach den geltenden Bestimmungen des Bundesurlaubsgesetzes und Jugendarbeitsschutzgesetzes.

      Der Urlaub für Jugendliche (unter 18 Jahre) beträgt jährlich
      1. 1.mindestens 30 Werktage, wenn die Auszubildende zu Beginn des Kalenderjahres noch nicht 16 Jahre alt ist,
      2. 2.mindestens 27 Werktage, wenn die Auszubildende zu Beginn des Kalenderjahres noch nicht 17 Jahre alt ist,
      3. 3.mindestens 25 Werktage, wenn die Auszubildende zu Beginn des Kalenderjahres noch nicht 18 Jahre alt ist.
      Der Urlaub für Volljährige beträgt jährlich mindestens 24 Werktage. Als Werktage gelten alle Kalendertage, die nicht Sonn- oder gesetzliche Feiertage sind (also Montag bis Samstag).

      Der Urlaub soll möglichst zusammenhängend und in der Zeit der Berufsschulferien erteilt und von der Auszubildenden wahrgenommen werden. Soweit Sie ihn nicht in die Berufsschulferien legen, ist unter 18-Jährigen für jeden Berufsschultag, an dem die Berufsschule während des Urlaubs besucht wird, ein weiterer Urlaubstag zu gewähren.

      Wenn Sie als Ausbilder die Regelungen des Manteltarifvertrages anwenden, beträgt der Urlaub jährlich 26 Arbeitstage (Arbeitstage = Montag bis Freitag) (Manteltarifvertrag für Medizinische Fachangestellte).
    • Ist eine Verkürzung der Ausbildungszeit möglich?

      Im Rahmen von Einzelfallprüfungen ist eine Verkürzung der Ausbildungszeit möglich.

      Die Auszubildende muss dafür folgende Kriterien erfüllen:
      • Ausbildungsende bis spätestens 30. November,
      • Nachweis befriedigender Leistungen in der Praxis,
      • Lernergebnisse bis 3,0 in der Berufsschule.
      Das Vorliegen von Abitur, Berufsgrundbildungsjahr sowie der Abschluss einer fachfremden privaten Berufsfachschule rechtfertigen grundsätzlich keine Verkürzung von vornherein.

      Bitte beachten Sie dazu die Veröffentlichung der Prüfungsordnung sowie die Beschlüsse des Berufsbildungsausschusses im Internet.
    • Wer bezahlt die Vergütung der Auszubildenden? Welche Kosten kommen auf mich zu?

      Gemäß Berufsbildungsgesetz hat der Ausbilder der Auszubildenden eine angemessene Vergütung zu gewähren. Sie ist nach dem Lebensalter der Auszubildenden so zu bemessen, dass sie mit fortschreitender Berufsausbildung, mindestens jährlich, ansteigt.

      Die Ausbildungsvergütung beträgt ab 01.04.2016 (siehe Gehaltstarifvertrag für Medizinische Fachangestellte 2016)
      • im 1. Ausbildungsjahr (brutto) 730 Euro
      • im 2. Ausbildungsjahr (brutto) 770 Euro
      • im 3. Ausbildungsjahr (brutto) 820 Euro.
      Weitere Kosten für die Ausbildung entstehen durch die Prüfungsgebühren (Zwischenprüfung: 50,00 EUR, Abschlussprüfung: 100,00 EUR) und die bereitzustellende Schutzkleidung nach den Unfallverhütungsvorschriften der Berufsgenossenschaft.
    • Wie ist die Ausbildung inhaltlich aufgebaut?

      Die Inhalte der praktischen Ausbildung sind im bundeseinheitlichen Ausbildungsrahmenplan zur Ausbildung von Medizinischen Fachangestellten festgelegt.

      Er zeigt die Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten auf, welche die Auszubildende mindestens nach Ablauf der Ausbildungszeit, unabhängig von der Fachrichtung der Ausbildungspraxis, beherrschen muss. Die vorgegebenen zu vermittelnden Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten sind Beschreibungen des geforderten Endverhaltens.

      Für detaillierte Informationen zu den einzelnen Fertigkeiten siehe § 4 Verordnung über die Berufsausbildung zum Medizinischen Fachangestellten/zur Medizinischen Fachangestellten und Ausbildungsrahmenplan.
      Grundlage für die Vermittlung der theoretischen Inhalte in der Berufsschule ist der Rahmenlehrplan.
    • Wann endet die Berufsausbildung?

      Die Berufsausbildung endet mit dem Ablauf der vertraglich vereinbarten Ausbildungszeit. Wenn die Auszubildende vor Ablauf des Ausbildungsverhältnisses die Abschlussprüfung besteht, dann endet das Berufsausbildungsverhältnis mit Bekanntgabe des Ergebnisses durch den Prüfungsausschuss.
  • MFA - für Auszubildende

    • Wie lange dauert die Ausbildung?

      Die Ausbildung dauert 3 Jahre. Bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen kann eine Verkürzung der Ausbildungszeit oder eine vorzeitige Abschlussprüfung beantragt werden.
    • Wo erhalte ich einen Ausbildungsvertrag?

      Der Ausbildungsvertrag wird dem Arzt zugestellt, der Sie ausbilden möchte.
    • Welche Unterlagen muss mein Ausbilder einreichen?

      • Ausbildungsvertrag (3-fach),
      • Antrag auf Eintragung in das Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse,
      • bei Jugendlichen eine Bescheinigung über die Erstuntersuchung nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz,
      • Kopie des Schulabschlusszeugnisses
    • Müssen Änderungen des Ausbildungsvertrages bei der Ärztekammer angezeigt werden?

      Ja, Adressänderung, Namensänderung etc. müssen unbedingt bei der Ärztekammer angezeigt werden.
    • Wie hoch ist meine monatliche Ausbildungsvergütung?

      Gemäß Berufsbildungsgesetz hat der Ausbilder Ihnen eine angemessene Vergütung zu gewähren. Sie ist nach Ihrem Lebensalter so zu bemessen, dass sie fortschreitend mit der Ausbildung mindestens jährlich ansteigt.

      Die Ausbildungsvergütung beträgt ab 01.04.2016
      • im 1. Ausbildungsjahr (brutto) 730,- EUR,
      • im 2. Ausbildungsjahr (brutto) 770,- EUR,
      • im 3. Ausbildungsjahr (brutto) 820,- EUR.
    • Leistet die Ärztekammer bei der Ausbildungsplatzsuche Unterstützung?

      Die Sächsische Landesärztekammer selbst vermittelt keine Ausbildungsplätze. Das heißt, sie müssen sich selbst auf die Suche nach einem geeigneten Ausbildungsplatz begeben.

      Wenden Sie sich hierzu beispielsweise an die Agentur für Arbeit in Ihrer Region.
      Eine weitere Anlaufstelle ist die Stellenbörse der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen. Hier können Sie Ausschau nach einem geeigneten Ausbildungsplatz halten oder Gesuche einstellen.
      Bei Fragen zur Ausbildungsplatzsuche können Sie sich an die Sachbearbeiterinnen des Referates Medizinische Fachangestellte in der Sächsischen Landesärztekammer, Frau Hartmann, Frau Majchrzak und Frau Preißler wenden.

      Leiterin Medizinische Fachangestellte

      Marina Hartmann

      Leiterin Medizinische Fachangestellte

      Schützenhöhe 16
      01099 Dresden

      Telefonnummer
      0351 8267-170
      Faxnummer
      0351 8267-172
      Kathrin Majchrzak

      Schützenhöhe 16
      01099 Dresden

      Telefonnummer
      0351 8267-171
      Dana Preißler

      Schützenhöhe 16
      01099 Dresden

      Telefonnummer
      0351 8267-173
    • Wer meldet mich bei der Berufsschule an?

      Die ausbildende Praxis meldet Sie bei der zuständigen Berufsschule an.
    • Welche Berufsschulen bilden in Sachsen Medizinische Fachangestellte aus?

      Berufliches Schulzentrum
      für Wirtschaft, Ernährung und Forstwirtschaft „Anne Frank”
      Reißiger Straße 44-46
      08525 Plauen
      Tel.: 03741/2912302
      E-Mail: info@bsz-annefrank.de
      www: www.bsz-annefrank.de
      Berufliches Schulzentrum
      für Gesundheit und Sozialwesen
      An der Markthalle 10
      09111 Chemnitz
      Tel.: 0371/675210
      E-Mail: Poststelle@bsz-gsc.de
      www: www.bsz-gsc.de
      Berufliches Schulzentrum
      Christoph Lüders Görlitz
      Carl-von-Ossietzky-Straße 13-16
      02826 Görlitz
      Tel.: 03581/485200
      E-Mail: info@bszgoerlitz.de
      www: www.bszgoerlitz.de
      Berufliches Schulzentrum
      für Gesundheit und Sozialwesen
      „Karl August Lingner” Dresden
      Maxim-Gorki-Straße 39
      01127 Dresden
      Tel.: 0351/2069340
      E-Mail: kontakt@bsz-gesundheit.de
      www: www.bsz-gesundheit.de
      Ruth-Pfau-Schule
      Berufliches Schulzentrum der Stadt Leipzig
      Schönauer Straße 160
      04207 Leipzig
      Tel.: 0341/426410
      E-Mail: schule@bsz9.de
      www: www.bsz9.de
    • Welche Berufsschule muss ich besuchen?

      Sie müssen die Berufsschule besuchen, in deren Einzugsbereich sich Ihr Wohnort befindet.
    • Vermittelt die Ärztekammer bei Schwierigkeiten im Ausbildungsverhältnis?

      Ja, wenden Sie sich hierzu einfach an die Sachbearbeiterinnen des Referates Medizinische Fachangestellte in der Sächsischen Landesärztekammer, Frau Hartmann, Frau Majchrzak und Frau Preißler.
    • Wie errechnet sich mein Urlaubsanspruch?

      Der Urlaub richtet sich nach den geltenden Bestimmungen des Bundesurlaubsgesetzes und Jugendarbeitsschutzgesetzes.

      Der Urlaub für Jugendliche (unter 18 Jahre) beträgt jährlich
      1. 1.mindestens 30 Werktage, wenn Sie zu Beginn des Kalenderjahres noch nicht 16 Jahre alt sind,
      2. 2.mindestens 27 Werktage, wenn Sie zu Beginn des Kalenderjahres noch nicht 17 Jahre alt sind,
      3. 3.mindestens 25 Werktage, wenn Sie zu Beginn des Kalenderjahres noch nicht 18 Jahre alt sind.
      Sind Sie volljährig, beträgt der Urlaub jährlich mindestens 24 Werktage. Als Werktage gelten alle Kalendertage, die nicht Sonn- oder gesetzliche Feiertage sind (also Montag bis Samstag.

      Der Urlaub soll möglichst zusammenhängend und in der Zeit der Berufsschulferien von Ihrer ausbildenden Praxis erteilt und von Ihnen wahrgenommen werden. Soweit er nicht in den Berufsschulferien gegeben wird, ist unter 18-Jährigen für jeden Berufsschultag, an dem die Berufsschule während des Urlaubs besucht wird, ein weiterer Urlaubstag zu gewähren.

      Wenn der ausbildende Arzt die Regelungen des Manteltarifvertrages anwendet, beträgt der Urlaub jährlich 26 Arbeitstage (Arbeitstage = Montag bis Freitag) (Manteltarifvertrag für Medizinische Fachangestellte).
    • Wie ist die Ausbildung inhaltlich aufgebaut?

      Die Inhalte der praktischen Ausbildung sind im bundeseinheitlichen Ausbildungsrahmenplan zur Ausbildung von Medizinischen Fachangestellten festgelegt.

      Für detaillierte Informationen zu den einzelnen Fertigkeiten siehe § 4 Verordnung über die Berufsausbildung zum Medizinischen Fachangestellten/zur Medizinischen Fachangestellten und Ausbildungsrahmenplan.
      Für die Berufsschule gilt der Rahmenlehrplan.
    • Welche Pflichten habe ich als Auszubildende?

      Leistungs- und Einsatzbereitschaft, Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Ehrlichkeit und selbstständige Arbeitsweise gehören zu den selbstverständlichen Verhaltensregeln im Berufsalltag.

      Die Lernpflicht umfasst, dass Sie alles tun müssen, um das Ausbildungsziel zu erreichen. Spezielle Pflichten, die aus dem Berufsbild der Medizinischen Fachangestellten erwachsen, sind z.B. die Pflicht zur Verschwiegenheit, die Pflicht zum verantwortungsbewussten Handeln und die Sorgfaltspflicht. Sie sind verpflichtet, am Berufsschulunterricht teilzunehmen. Darüber hinaus müssen Sie einen schriftlichen Ausbildungsnachweis führen. Dieser ist regelmäßig dem Ausbilder vorzulegen.
    • Wann endet die Berufsausbildung?

      Die Berufsausbildung endet mit dem Ablauf der vertraglich vereinbarten Ausbildungszeit.

      Wenn Sie vor Ablauf des Ausbildungsverhältnisses die Abschlussprüfung bestehen, dann endet das Berufsausbildungsverhältnis mit Bekanntgabe des Ergebnisses durch den Prüfungsausschuss.
    • Woher bekomme ich das Anmeldeformular für Prüfungen?

      Das Anmeldeformular für Prüfungen wird durch die Sächsische Landesärztekammer an die ausbildende Praxis geschickt.
    • Wer bezahlt die Prüfungsgebühren?

      Die Prüfungsgebühren bezahlt Ihre ausbildende Arztpraxis (Zwischenprüfung - 50,00 EUR, Abschlussprüfung - 100,00 EUR).
    • Kann ich vorzeitig zur Prüfung zugelassen werden? Wie stelle ich einen Antrag auf eine vorzeitige Abschlussprüfung und welche Kriterien muss ich dafür erfüllen?

      Grundsätzlich ist es möglich, vorzeitig zur Abschlussprüfung zugelassen werden. Die vorzeitige Prüfungszulassung ist eine Einzelfallentscheidung und verkürzt die Ausbildung um maximal 6 Monate.

      Das Formular für die vorzeitige Prüfungszulassung erhalten Sie von der Sächsischen Landesärztekammer.

      Sie müssen folgende Kriterien erfüllen:
      • mindestens gute Lern- und Ausbildungsergebnisse in der Arztpraxis,
      • gute Lernmotivation und Lernergebnisse mit Notendurchschnitt bis 2,0 in der Berufsschule und
      • mindestens befriedigende Note in der Zwischenprüfung.
      Die Inhalte der Ausbildung müssen vollständig zur Anwendung bereit sein.
    • Welche Unterlagen zur Prüfungsanmeldung muss ich einreichen?

      Folgende Unterlagen sind einzureichen:
      • die Anmeldung zur Abschlussprüfung einschließlich der Fehlzeiten in der Praxis und in der Berufsschule,
      • der schriftliche Ausbildungsnachweis (Ausbildungsnachweisheft) einschließlich des Sichtvermerkes,
      • ein Nachweis über ausreichende Kenntnisse in der Ersten Hilfe (= Nachweis über die Teilnahme an einem Kurs „Erweiterte Notfallkompetenz” - 16 Stunden, nicht älter als 2 Jahre)
      • ein unterschriebener tabellarischer Lebenslauf und gegebenenfalls
      • eine Bescheinigung über Art und Umfang einer Behinderung.
      Bei einer Ausbildungsverkürzung oder vorzeitiger Abschlussprüfung sind zusätzliche Nachweise, wie z.B. eine Leistungseinschätzung des Ausbilders und die Notenübersicht sowie eine Einschätzung zur Lernmotivation in der Berufsschule erforderlich.
    • Wann werde ich zur Abschlussprüfung zugelassen?

      Sie werden zur Abschlussprüfung zugelassen, wenn Sie Ihre Ausbildungszeit von 3 Jahren zurückgelegt haben bzw. wenn die Ausbildung nicht später als 2 Monate nach der Prüfung endet. Die Ausbildungszeit gilt dann als zurückgelegt, wenn eine Fehlzeit wegen Krankheit, Schwangerschafts- oder Mutterschutzurlaub zusammengerechnet nicht mehr als 10% der im Ausbildungsvertrag vorgesehenen Ausbildungszeit beträgt. Außerdem müssen Sie an der Zwischenprüfung teilgenommen und Ihren schriftlichen Ausbildungsnachweis geführt haben.

      Ihr Berufsausbildungsverhältnis muss ordnungsgemäß in das Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse eingetragen sein.
    • Was beinhaltet die Abschlussprüfung?

      Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf die im Ausbildungsrahmenplan aufgeführten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie auf den im Berufsschulunterricht zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er für die Berufsausbildung wesentlich ist.

      Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil.

      Der schriftliche Teil der Prüfung besteht aus den Prüfungsbereichen Behandlungsassistenz, Betriebsorganisation und -verwaltung sowie Wirtschafts- und Sozialkunde.

      Im praktischen Teil der Prüfung müssen Sie eine komplexe Prüfungsaufgabe bearbeiten sowie ein Fachgespräch darüber führen. Bei der Prüfungsaufgabe sollen Sie praxisbezogene Arbeitsabläufe simulieren, demonstrieren, dokumentieren und präsentieren.

      Der detaillierte inhaltliche Aufbau der Abschlussprüfung ist in § 9 der Verordnung über die Berufsausbildung zum Medizinischen Fachangestellten/zur Medizinischen Fachangestellten geregelt.
    • Was passiert, wenn ich die Abschlussprüfung nicht bestehe?

      Wenn Sie die Abschlussprüfung nicht bestehen, verlängert sich das Berufsausbildungsverhältnis auf Ihr Verlangen bis zur nächsten Wiederholungsprüfung, allerdings höchstens um ein Jahr.

      Ihre ausbildende Praxis ist dann verpflichtet, das Ausbildungsverhältnis fortzuführen. Die Verlängerung ist bei der Sächsischen Landesärztekammer anzuzeigen.
  • Mitgliedschaft

    • Was sind die Voraussetzungen für die Mitgliedschaft und welche Ärztekammer ist für mich zuständig?

      Sie sind Pflichtmitglied, wenn Sie
      1. 0.die deutsche Approbation oder eine gültige Berufserlaubnis besitzen und
      2. 1.in Sachsen ärztlich tätig sind oder,
      3. 2.wenn Sie keiner ärztlichen Tätigkeit nachgehen, Ihren Hauptwohnsitz in Sachsen haben.
    • Wie melde ich mich bei der SLÄK an?

      Am schnellsten geht die Anmeldung, wenn Sie sich auf unserer Homepage den Meldebogen herunterladen, diesen ausfüllen, ausdrucken und unterschrieben an die

      Sächsische Landesärztekammer

      PF 10 04 65

      01074 Dresden

      senden.

    • Welche Unterlagen werden für die Anmeldung benötigt?

      Wenn Sie sich zum ersten Mal in einer Ärztekammer in Deutschland anmelden, senden Sie bitte mit dem Meldebogen amtlich oder notariell beglaubigte Urkunden Ihrer Approbation/Berufserlaubnis und ggf. der Promotion zu.

       

      Kommen Sie aus einem anderen Bundesland und waren bereits Mitglied einer Ärztekammer, senden Sie uns nur den Meldebogen zu. Ihre Urkunden erhalten wir von der vorherigen Kammer.

    • Welche Fristen gelten für die Anmeldung?

      Für Ihre Anmeldung, das Einreichen von Urkunden und für Veränderungsmeldungen gilt die Frist von einem Monat.
    • Bin ich mit der Anmeldung bei der Sächsischen Landesärztekammer automatisch bei der Sächsischen Ärzteversorgung gemeldet?

      Nein. Sie müssen sich gesondert bei der Sächsischen Ärzteversorgung anmelden. Beachten Sie bitte, dass die vollständige Meldung bei der Sächsischen Landesärztekammer Voraussetzung für die Meldung bei der Sächsischen Ärzteversorgung und die Befreiung von der gesetzlichen Rentenversicherung zugunsten des Ärzteversorgungswerkes ist!

       

      Informationen und Hinweise zur Meldung bei der Sächsischen Ärzteversorgung erhalten Sie hier:

    • Welche Urkunden müssen in der Sächsischen Landesärztekammer vorgelegt werden?

      Grundsätzlich gilt, dass alle Urkunden, die in engem Zusammenhang mit Ihrer Berufsausübung stehen, eingereicht werden müssen.

       

      Dazu gehören insbesondere:

      • Approbation/Berufserlaubnis
      • akademische Grade/Titel
      • Urkunden zur Weiterbildung wie Facharztanerkennungen, Schwerpunkte, Zusatzbezeichnungen, Fachkunden
    • Welche Meldungen müssen darüber hinaus gemacht werden?

      Im Überblick:
      • Dienststellenwechsel
      • Tätigkeitswechsel
      • Änderungen der Privatadresse
      • Namensänderungen
      Die Meldepflicht gilt insbesondere für den Wechsel der Arbeitsstätte sowie für Veränderungen, die eine Beendigung der Mitgliedschaft bei der Sächsischen Landesärztekammer zur Folge haben.
    • In welcher Form sollte die Änderungsmeldung erfolgen?

      Nutzen Sie bitte unsere Formulare für die Veränderungsmeldungen auf unserer Homepage. Sie sehen anhand der von Ihnen vorzunehmenden Änderungsmeldung, welches Formular benötigt wird.
    • Kann ich meine Mitgliedschaft bei der Sächsischen Landesärztekammer kündigen?

      Nein, eine Kündigung im herkömmlichen Sinne ist nicht möglich, da Sie aufgrund eines Gesetzes Pflichtmitglied sind, sobald die Voraussetzungen (siehe oben) vorliegen. Eine Entbindung von der Mitgliedschaft wäre nur möglich, wenn Sie auf Ihre Approbation/Berufserlaubnis verzichten.
    • Wie werde ich freiwilliges Mitglied?

      Sie können eine freiwillige Mitgliedschaft nur beantragen, wenn Sie Ihre heilberufliche Tätigkeit vom Inland ins Ausland verlegen.
    • Welche Voraussetzungen müssen für eine freiwillige Mitgliedschaft vorliegen?

      Sie müssen vor dem Auslandsaufenthalt in Sachsen eine ärztliche Tätigkeit ausgeübt haben. Direkt im Anschluss zu dieser ärztlichen Tätigkeit nehmen Sie eine ärztliche Tätigkeit im Ausland auf. ("heilberufliche Tätigkeit verlegen").
    • Welchen Beitrag habe ich für eine freiwillige Mitgliedschaft zu entrichten.

      Freiwillige Mitglieder sind wie Pflichtmitglieder zur Zahlung eines Kammerbeitrages verpflichtet. Es wird jedoch keine Beitragsbemessung nach den Einkünften aus ärztlicher Tätigkeit vorgenommen, vielmehr sieht die Beitragsordnung einen feststehenden jährlichen Betrag für jedes freiwillige Mitglied in Höhe von 60,00 EUR vor, ggf. anteilig.
    • Wann ist eine freiwillige Mitgliedschaft ratsam?

      Mit der Einführung der freiwilligen Mitgliedschaft besteht auch für die betreffenden Ärzte das Recht, den Antrag auf Anerkennung von Weiterbildungsbezeichnungen (z.B. Antrag auf Zulassung zur Prüfung für Gebietsbezeichnungen) während des Auslandsaufenthaltes zu stellen.
    • Kann ich eine freiwillige Mitgliedschaft kündigen?

      Die Beendigung der freiwilligen Mitgliedschaft vor Ablauf des Auslandsaufenthaltes ist mit einer dreimonatigen Frist möglich. Die Kündigung ist schriftlich gegenüber der Kammer zu erklären. Von Seiten der Sächsischen Landesärztekammer endet die freiwillige Mitgliedschaft, wenn das freiwillige Mitglied mit seinem Jahresbeitrag nach der ersten Mahnung im Rückstand ist.
  • Qualitätssicherung bei der Anwendung von Blut und Blutprodukten

    • Wir sind eine Praxis. Können wir selber einen Qualitätsbeauftragten Hämotherapie stellen?

      Gemäß Abschnitt „1.6.2 - Einrichtungen mit Anwendung von Blutkomponenten und/oder Plasmaderivaten für die Behandlung von Hämostasestörungen (außer Fibrinkleber)“ der o. g. Richtlinien gilt Folgendes:

      „Der Träger einer Einrichtung benennt im Benehmen7 mit der zuständigen Ärztekammer einen ärztlichen Ansprechpartner zur Überwachung des Qualitätssicherungssystems (Qualitätsbeauftragter), der nach Abschnitt 1.6.3 qualifiziert und in dieser Funktion gegenüber dem Träger weisungsunabhängig ist. Den Nachweis der Qualifikation gemäß Abschnitt 1.6.3 hat der Qualitätsbeauftragte gegenüber der Ärztekammer zu erbringen. Der Qualitätsbeauftragte darf nicht gleichzeitig Transfusionsverantwortlicher oder Transfusionsbeauftragter der Einrichtung sein. Der Qualitätsbeauftragte hat die wesentlichen Bestandteile des Qualitätssicherungssystems der Einrichtung im Bereich der Anwendung von Blutprodukten zu überprüfen (detaillierte Ausführungen hierzu sind dem Anhang 7.1 zu entnehmen). Die Aufgaben des Qualitätsbeauftragten können auch durch Heranziehung von externem, ärztlichem, entsprechend qualifiziertem Sachverstand gewährleistet werden. Die Zuständigkeit und Aufgaben müssen vertraglich festgelegt und Interessenkonflikte ausgeschlossen sein. Der Qualitätsbeauftragte sendet jährlich bis zum 01. März einen Bericht über die Ergebnisse seiner Überprüfungen (nach Anhang 7.1) für den Zeitraum des jeweils vorausgegangenen Kalenderjahres zeitgleich an die zuständige Ärztekammer und den Träger der Einrichtung.“

        

      • „7 -Protokollnotiz: Die Herstellung des Benehmens erfordert, dass der Träger der Einrichtung der Ärztekammer den Namen eines nach Abschnitt 1.6.3 qualifizierten Qualitätsbeauftragten mitteilt. Qualifikationsmängel muss die Ärztekammer dem Träger der Einrichtung melden. Der Träger bezieht ggf. bei der Ernennung die eventuell erhobenen Einwände der Ärztekammer in seine Entscheidung ein.“

       

      Der Qualitätsbeauftragte muss demnach entsprechend den Richtlinien zur Hämotherapie in seiner Funktion gegenüber dem Träger weisungsunabhängig sein.

    • Sind wir verpflichtet, einen Transfusionsbeauftragten zu bestellen?

      Die Bestellung eines Transfusionsbeauftragten für jede Behandlungseinheit ist nach Abschnitt 1.4.3 der Richtlinien vorgeschrieben. Dem Glossar der Richtlinien ist folgende Definition des Begriffs „Behandlungseinheit“ zu entnehmen: „Eine Behandlungseinheit im Sinne dieser Richtlinien ist in der Regel definiert durch die Zuordnung des Behandlungsgeschehens zu Gebietsinhalten nach (Muster-)Weiterbildungsordnung. In fachlich begründeten Ausnahmefällen ist es möglich, Einheiten mit einem Behandlungsgeschehen in verschiedenen verwandten Gebieten (z. B. operative Fächer) als eine Behandlungseinheit im Sinne dieser Richtlinien aufzufassen. Insbesondere Belegärzte können so Behandlungseinheiten zugeordnet werden.“

      Es gibt eine Sonderregelung für Einrichtungen mit nur einer Ärztin/einem Arzt. Dazu heißt es in Abschnitt 1.4.3.1 der Richtlinien:

      „In Einrichtungen mit nur einem Arzt ist dieser verantwortlich. Er ist dann zugleich behandelnder, transfusionsverantwortlicher und transfusionsbeauftragter Arzt; es gelten die Qualifikationsvoraussetzungen für Transfusionsverantwortliche.“
    • Bei uns gab es einen personellen Wechsel des Transfusionsverantwortlichen und des/der Transfusionsbeauftragten. Die Personen verfügen noch nicht über die erforderliche Qualifikation. Was ist zu tun?

      Für Transfusionsverantwortliche schreiben die Richtlinien folgende Qualifikationen vor:

      "1.4.3.1 Transfusionsverantwortlicher

      Der Transfusionsverantwortliche ist ein Arzt und muss eine den Aufgaben entsprechende Qualifikation und Kompetenz besitzen. Er muss transfusionsmedizinisch qualifiziert sein und sollte über hämostaseologische Grundkenntnisse verfügen. Seine Aufgabe ist es, die Einhaltung der einschlägigen Gesetze, Verordnungen, Richtlinien, Leitlinien und Empfehlungen sicherzustellen und eine einheitliche Organisation bei der Vorbereitung und Durchführung von hämotherapeutischen Maßnahmen zu gewährleisten sowie das Qualitätssicherungssystem fortzuentwickeln. Er sorgt für die qualitätsgesicherte Bereitstellung der Blutprodukte, ist konsiliarisch bei der Behandlung der Patienten mit Blutprodukten tätig und leitet ggf. die Transfusionskommission. Der Transfusionsverantwortliche muss eine der folgenden Qualifikationen oder Voraussetzungen besitzen:
      1. `.Facharzt für Transfusionsmedizin
      2. a.Facharzt mit Zusatzbezeichnung „Bluttransfusionswesen“
      3. b.Facharzt mit theoretischer, von einer Ärztekammer anerkannten Fortbildung (16 Stunden, Kursteil A und B) und zweiwöchiger Hospitation in einer zur Weiterbildung für Transfusionsmedizin zugelassenen Einrichtung
      4. c.Werden in einer Einrichtung nur Plasmaderivate angewendet, sind für die Qualifikation als Transfusionsverantwortlicher 8 Stunden theoretische, von einer Ärztekammer anerkannte Fortbildung (Kursteil A) Voraussetzung. Eine Hospitation kann entfallen.
      5. d.Werden in einer Einrichtung nur Immunglobuline zur passiven Immunisierung (z. B. Tetanusprophylaxe, auch Rhesusprophylaxe) angewendet, genügt eine Qualifikation nach Abschnitt 1.4.3.6.
      6. e.Unter den in Abschnitt 1.6.2.1 beschriebenen besonderen Bedingungen ist eine Qualifikation als Facharzt mit einer von einer Ärztekammer anerkannten theoretischen Fortbildung (16 Stunden, Kursteil A und B) ausreichend.
      7. f.Die Tätigkeit des Transfusionsverantwortlichen kann, soweit die Voraussetzungen von a) bis d) nicht gegeben sind, durch Heranziehung externen, entsprechend qualifizierten Sachverstands (Qualifikation nach a) oder b)) entsprechend § 15 TFG gewährleistet werden. Die Zuständigkeit und Aufgaben müssen vertraglich festgelegt, Interessenkonflikte ausgeschlossen sein.
      In Einrichtungen mit nur einem Arzt ist dieser verantwortlich. Er ist dann zugleich behandelnder, transfusionsverantwortlicher und transfusionsbeauftragter Arzt; es gelten die Qualifikationsvoraussetzungen für Transfusionsverantwortliche."

      Bitte beachten Sie die Übergangsvorschriften:

      "1.5 Übergangsvorschriften

      Eine Funktion nach Abschnitt 1.4.3.1 (Transfusionsverantwortlicher), 1.4.3.2 (Transfusionsbeauftragter), 1.4.3.3 (Leitung immunhämatologisches Laboratorium oder Leitung Blutdepot) darf weiterhin ausüben,
      1. `.wer zum 07.07.1998 eine entsprechende Tätigkeit auf der Grundlage der Richtlinien von 1996 ausübte (vgl. § 33 TFG),
      2. a.wer auf Grundlage der Übergangsvorschriften der bisherigen Richtlinien eine entsprechende Funktion ausübte.
      Bei Einrichtungen der Krankenversorgung mit mindestens einer Behandlungseinheit, aber mehreren tätigen Ärzten, wird diese Tätigkeit in der Regel durch eine schriftliche Bestellung durch die Einrichtung (z.B. Klinikdirektion) nachgewiesen werden können. Bei Einrichtungen der Krankenversorgung mit nur einem Arzt (z. B. Arztpraxis) hat der Arzt auch ohne notwendige Bestellung die Funktion des Transfusionsverantwortlichen. Der Nachweis der Benennung als Voraussetzung zur Inanspruchnahme der Übergangsregelung entfällt."

      Für Transfusionsbeauftragte schreiben die Richtlinien folgende Qualifikationen vor:

      "1.4.3.2 Transfusionsbeauftragter

      Für jede Behandlungseinheit ist ein Arzt als Transfusionsbeauftragter zu bestellen, der in der Krankenversorgung tätig und transfusionsmedizinisch qualifiziert ist. Er muss über eine entsprechende Erfahrung und sollte über hämostaseologische Grundkenntnisse verfügen. Die jeweilige Behandlungseinheit ist durch die Organisationsstruktur der Einrichtung der Krankenversorgung vorgegeben. Diese wird im Wesentlichen durch die Gebiets- bzw. Facharztkompetenz nach der (Muster-) Weiterbildungsordnung geprägt. In fachlich begründeten Ausnahmefällen ist es möglich, Einheiten mit einem Behandlungsgeschehen in verschiedenen verwandten Gebieten bzw. Facharztkompetenzen (z. B. operative Fächer) als eine Behandlungseinheit im Sinne dieser Richtlinien aufzufassen. Insbesondere Belegärzte können einer Behandlungseinheit zugeordnet werden.

      Der Transfusionsbeauftragte stellt in Zusammenarbeit mit dem Transfusionsverantwortlichen bzw. der Transfusionskommission der Einrichtung die Durchführung der festgelegten Maßnahmen in der Abteilung sicher:

      Er berät in Fragen der Indikation, Qualitätssicherung, Organisation und Dokumentation der Hämotherapie, sorgt für den ordnungsgemäßen Umgang mit den Blutprodukten, regelt die Unterrichtung nach § 16 Abs. 1 Satz 2 TFG und beteiligt sich an den Ermittlungen in Rückverfolgungsverfahren nach § 19 Abs. 2 TFG. Der Transfusionsbeauftragte muss eine der folgenden Qualifikationen oder Voraussetzungen besitzen:
      1. `.Facharzt für Transfusionsmedizin
      2. a.Facharzt mit Zusatzbezeichnung „Bluttransfusionswesen“
      3. b.Facharzt mit theoretischer, von einer Ärztekammer anerkannten Fortbildung (16 Stunden, Kursteil A und B)
      4. c.Werden in einer Einrichtung nur Plasmaderivate angewendet, sind für die Qualifikation als Transfusionsbeauftragter 8 Stunden theoretische, von einer Ärztekammer anerkannte Fortbildung (Kursteil A) Voraussetzung.
      5. d.Werden in einer Einrichtung nur Immunglobuline zur passiven Immunisierung (z. B. Tetanusprophylaxe, auch Rhesusprophylaxe) angewendet, genügt eine Qualifikation nach Abschnitt 1.4.3.6.“
      Bitte beachten Sie die Übergangsvorschriften:

      "1.5 Übergangsvorschriften

      Eine Funktion nach Abschnitt 1.4.3.1 (Transfusionsverantwortlicher), 1.4.3.2 (Transfusionsbeauftragter), 1.4.3.3 (Leitung immunhämatologisches Laboratorium oder Leitung Blutdepot) darf weiterhin ausüben,
      1. `.wer zum 07.07.1998 eine entsprechende Tätigkeit auf der Grundlage der Richtlinien von 1996 ausübte (vgl. § 33 TFG),
      2. a.wer auf Grundlage der Übergangsvorschriften der bisherigen Richtlinien eine entsprechende Funktion ausübte.

       

      Bei Einrichtungen der Krankenversorgung mit mindestens einer Behandlungseinheit, aber mehreren tätigen Ärzten, wird diese Tätigkeit in der Regel durch eine schriftliche Bestellung durch die Einrichtung (z. B. Klinikdirektion) nachgewiesen werden können.

      Bei Einrichtungen der Krankenversorgung mit nur einem Arzt (z. B. Arztpraxis) hat der Arzt auch ohne notwendige Bestellung die Funktion des Transfusionsverantwortlichen. Der Nachweis der Benennung als Voraussetzung zur Inanspruchnahme der Übergangsregelung entfällt.“

      Die Sächsische Landesärztekammer bietet regelmäßig Kurse für Transfusionsbeauftragte/ -verantwortliche an. Termine und Angaben dazu können Sie dem Online-Fortbildungskalender auf unserer Homepage www.slaek.de entnehmen oder per E-Mail bei unserem Referat Fortbildung erfragen. Weitere Kursangebote finden Sie in dem Fortbildungsportal der Bundesärztekammer.

      Kontakt - Ärztliche Fortbildung
      Silke Schmidt

      Schützenhöhe 16
      01099 Dresden

      Telefonnummer
      0351 8267-321
      Faxnummer
      0351 8267-322
      Holen Sie die Qualifikationsnachweise bitte umgehend bei den Transfusionsverantwortlichen bzw. Transfusionsbeauftragten ein. Wirken Sie bitte darauf hin, dass neue Transfusionsverantwortliche bzw. Transfusionsbeauftragte zeitnah die geforderten Qualifikationen erwerben. Teilen Sie der Sächsischen Landesärztekammer, Referat Qualitätssicherung, bitte zeitnah schriftlich mit, bis wann die Qualifikationen erworben sein werden.
    • Im Formular „Jährlicher Bericht ...“ wird die Frage „Handelt es sich bei Ihrer Einrichtung um eine Einrichtung der Krankenversorgung mit Akutversorgung, mit Spendeeinrichtung oder um ein Institut für Transfusionsmedizin?“ gestellt. Was ist unter „Einrichtung der Krankenversorgung mit Akutversorgung“ zu verstehen?

      In den "Richtlinien zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen und zur Anwendung von Blutprodukten (Hämotherapie)" heißt es dazu in Abschnitt 5 - Glossar:

      "Einrichtungen mit Akutversorgung

      'Akutversorgung' kann dann angenommen werden, wenn die Einrichtung der Krankenversorgung einen Versorgungsauftrag zu erfüllen hat, der grundsätzlich auf ein breit angelegtes Angebot an diagnostischen und therapeutischen Leistungen ausgerichtet ist und auch die Notfallversorgung einschließt. Vorsorge- oder Spezialeinrichtungen, wie Kurkliniken oder z. B. ausschließlich orthopädische Kliniken, fallen grundsätzlich nicht darunter."

      Bitte beachten Sie, dass nach Abschnitt 1.4.3 der Richtlinien für Einrichtungen mit Akutversorgung eine Kommission für transfusionsmedizinische Angelegenheiten (Transfusionskommission) zu bilden ist.
    • Welche Qualifikationsvoraussetzungen gelten für die Leitung unseres Labors und unseres Blutdepots?

      In den o. g. Richtlinien ist dazu Folgendes geregelt:

      "1.4.3.3 Leitung eines immunhämatologischen Laboratoriums und/oder Blutdepots

      Der Leiter eines immunhämatologischen Laboratoriums und/oder eines Blutdepots muss eine der folgenden Qualifikationen oder Voraussetzungen erfüllen:3
      1. `.Facharzt für Transfusionsmedizin
      2. a.Facharzt für Laboratoriumsmedizin
      3. b.Facharzt mit Zusatzbezeichnung „Bluttransfusionswesen“
      4. c.Facharzt mit sechsmonatiger Tätigkeit in einer zur Weiterbildung für Transfusionsmedizin zugelassenen Einrichtung
      5. d.Für die Leitung eines Blutdepots ohne Anbindung an ein immunhämatologisches Laboratorium genügt die Qualifikation als Facharzt mit theoretischer, von einer Ärztekammer anerkannten Fortbildung (16 Stunden, Kursteil A und B) und zweiwöchiger Hospitation in einer zur Weiterbildung für Transfusionsmedizin zugelassenen Einrichtung4.
      6. e.In Ausnahmefällen ist die Heranziehung von externem Sachverstand (Qualifikation nach 1.4.3.1 a) oder b)) möglich. Die Zuständigkeiten und Aufgaben müssen vertraglich festgelegt sein.“
      Die Fußnote 3 sagt aus:
      • „3 -Falls immunhämatologische Untersuchungen insgesamt oder teilweise in einem Labor durchgeführt werden, das durch einen Naturwissenschaftler geleitet wird, ist nach § 13 Abs. 1 Satz 3 TFG die Einbeziehung ärztlichen Sachverstands sicherzustellen. Diese Funktion nach § 13 TFG muss durch eine ärztliche Person durchgeführt werden, die entsprechend 1.4.3.3 a), b), c) oder d) qualifiziert ist. Abschnitt 4.2.1 ist zu beachten.“
      Die Fußnote 4 sagt aus:
      • „4 -Ein „Fachwissenschaftler in der Medizin“ (Berufsbezeichnung in der ehemaligen DDR) kann die Leitung eines Blutdepots übernehmen, falls er über eine äquivalente Qualifikation nach den Buchstaben a), b) oder c) verfügt.“

      Danach kann ein Naturwissenschaftler ein Labor unter Einbeziehung ärztlichen Sachverstandes leiten. Die ärztlichen Personen müssen über die entsprechenden Qualifikationen verfügen. Ein Fachwissenschaftler in der Medizin mit äquivalenter Qualifikation kann ein Blutdepot leiten.

      Die Heranziehung von externem entsprechend qualifiziertem Sachverstand ist in Ausnahmefällen möglich.

    • Was besagen die in den Richtlinien unter Abschnitt 1.5 genannten Übergangsvorschriften?

      Der Abschnitt sagt aus:

      "1.5 Übergangsvorschriften

      Eine Funktion nach Abschnitt 1.4.3.1 (Transfusionsverantwortlicher), 1.4.3.2 (Transfusionsbeauftragter), 1.4.3.3 (Leitung immunhämatologisches Laboratorium oder Leitung Blutdepot) darf weiterhin ausüben,
      1. `.wer zum 07.07.1998 eine entsprechende Tätigkeit auf der Grundlage der Richtlinien von 1996 ausübte (vgl. § 33 TFG),
      2. a.wer auf Grundlage der Übergangsvorschriften der bisherigen Richtlinien eine entsprechende Funktion ausübte.
      Bei Einrichtungen der Krankenversorgung mit mindestens einer Behandlungseinheit, aber mehreren tätigen Ärzten, wird diese Tätigkeit in der Regel durch eine schriftliche Bestellung durch die Einrichtung (z. B. Klinikdirektion) nachgewiesen werden können.

      Bei Einrichtungen der Krankenversorgung mit nur einem Arzt (z. B. Arztpraxis) hat der Arzt auch ohne notwendige Bestellung die Funktion des Transfusionsverantwortlichen. Der Nachweis der Benennung als Voraussetzung zur Inanspruchnahme der Übergangsregelung entfällt."

      § 33 des am 07. Juli 1998 in Kraft getretenen Transfusionsgesetzes sagt aus:

      "Wer bei Inkrafttreten dieses Gesetzes die Tätigkeit der Anwendung von Blutprodukten ausübt und die Voraussetzungen der in diesem Zeitpunkt geltenden Vorschriften erfüllt, darf diese Tätigkeit weiter ausüben."
    • Müssen wir die Frage „Werden in der Einrichtung hauseigene Listen über die Wahrscheinlichkeit von und den Bedarf an Transfusionen für planbare ‚Standardoperationen/ Prozeduren’ geführt? (Transfusionswahrscheinlichkeit von mindestens 10 %, z. B. definiert durch hauseigene Daten)“ beantworten?

      Ja, eine Antwort ist erforderlich.

      Diese Bedarfslisten sollten in Einrichtungen mit einem umfangreichen Leistungsspektrum an größeren Operationen geführt werden.
    • Worauf beruht die Frage im jährlichen Bericht „Erfolgt eine Meldung des Verbrauchs von Blutprodukten (und Plasmaprodukten zur Behandlung von Hämostasestörungen) gem. § 21 Transfusionsgesetz an das Paul-Ehrlich-Institut?“

      Die Meldepflicht ist in § 21 des Transfusionsgesetzes festgeschrieben. Nähere Informationen entnehmen Sie bitte der Mitteilung des Paul-Ehrlich-Institutes vom 14. Januar 2009, die Sie auch auf unserer Homepage finden.

      Bitte setzen Sie sich diesbezüglich mit dem Paul-Ehrlich-Institut in Verbindung.
    • Im jährlichen Bericht lautet eine Frage „Werden vom Qualitätsbeauftragten Hämotherapie gemeinsam mit dem Transfusionsverantwortlichen regelmäßig Begehungen mit anschließender Ergebnisbesprechung durchgeführt?“ Müssen wir solche Begehungen durchführen?

      Wir weisen Sie darauf hin, dass die Sächsische Landesärztekammer die regelmäßigen Begehungen mit anschließender Ergebnisbesprechung aus Gründen der Patientensicherheit als notwendig erachtet.
    • Wir sind nach Abschnitt 1.6.2.1 der „Richtlinien zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen und zur Anwendung von Blutprodukten (Hämotherapie)“ eine Einrichtung, in der besondere Voraussetzungen vorliegen. Wir müssen bei der Sächsischen Landesärztekammer unter anderem eine vom ärztlichen Leiter der Einrichtung selbst unterzeichnete Arbeitsanweisung zur Transfusion eines Erythrozytenkonzentrats, mit der Selbstverpflichtung, diese als Standard zu beachten, einreichen. Wo bekommen wir eine solche Arbeitsanweisung her?

      Die Bundesärztekammer hat eine Musterarbeitsanweisung erarbeitet, die auch die vorgenannte Selbstverpflichtung enthält. Die Sächsische Landesärztekammer empfiehlt die Verwendung dieser Musterarbeitsanweisung. Sie finden sie auf der Homepage der Sächsischen Landesärztekammer.
    • Wir sind eine Praxis, die neben ihrer Hauptniederlassung Zweigstellen betreibt, welche zum Teil in anderen Kammerbereichen (Bundesländern) liegen. Bei welcher Landesärztekammer ist der jährliche Bericht zur Gewinnung und Anwendung von Blut und Blutprodukten einzureichen? Müssen die einzelnen Niederlassungen getrennt an die Landesärztekammer berichten?

      Für die "Hauptniederlassung" einschließlich der Zweigstelle/n ist die Landesärztekammer zuständig, in der die "Hauptniederlassung" ihren Sitz hat. Ein Splitting der Zuständigkeit ist nicht vorgesehen, da die "Hauptniederlassung" die Eigenschaften und die Verantwortung eines Einrichtungsträgers/-inhabers übernimmt. Die Meldung/en der Zweigstelle/n sollten im erforderlichen Umfang Eingang in den jährlichen Bericht der "Hauptniederlassung" gegenüber der zuständigen Landesärztekammer finden.
    • Wir sind eine Praxis mit mehreren Ärzten (mehr als 1 Arzt) innerhalb der gleichen Gebietszuordnung (lt. WBO). Müssen wir neben dem Transfusionsverantwortlichen auch einen Transfusionsbeauftragten bestellen? Können beide Funktionen vom gleichen Arzt wahrgenommen werden?

      Der Verzicht auf die Benennung eines Transfusionsbeauftragten ist lt. Punkt 1.4.3.1 der Richtlinie ausschließlich für Praxen mit nur einem Arzt gestattet. In diesen Einrichtungen ist der Arzt "…zugleich behandelnder, transfusionsverantwortlicher und transfusionsbeauftragter Arzt; es gelten die Qualifikationsvoraussetzungen für Transfusionsverantwortliche." Für Praxen mit mehreren Ärzten und gebietseinheitlichem Behandlungsgeschehen (Behandlungseinheit) ist es deshalb erforderlich, die Regelungen lt. Punkt 1.4.3 der Richtlinie zur Benennung eines Transfusionsverantwortlichen und Transfusionsbeauftragten zu Grunde zu legen. Die Benennung eines Transfusionsbeauftragten ist damit erforderlich. Das Verknüpfen der Funktionen des Transfusionsverantwortlichen und des Transfusionsbeauftragten in einer Person ist möglich. In diesem Fall müssen die Qualifikationsvoraussetzungen für Transfusionsverantwortliche erfüllt sein. Dazu finden Sie auf der Homepage der Sächsischen Landesärztekammer www.slaek.de -> Qualitätssicherung -> Downloads einen "Auszug zu Zugangs- und Qualifikationsvoraussetzungen für die Übernahme von Aufgaben im Rahmen der Qualitätssicherung bei der Anwendung von Blut und Blutprodukten".
      Die Sächsische Landesärztekammer bietet regelmäßig Kurse für Transfusionsbeauftragte/ -verantwortliche an. Die Kurstermine können Sie dem Online-Fortbildungskalender auf unserer Homepage www.slaek.de entnehmen oder per E-Mail bei unserem Referat Fortbildung erfragen.
      Silke Schmidt

      Schützenhöhe 16
      01099 Dresden

      Telefonnummer
      0351 8267-321
      Faxnummer
      0351 8267-322
      Weitere Kursangebote finden Sie in dem Fortbildungsportal der Bundesärztekammer.
    • Wie sind die haftungsrechtlichen Verantwortlichkeiten eines Transfusionsverantwortlichen geregelt? Kann der Transfusionsverantwortliche für Versäumnisse anderer bei der Anwendung von Blut und Blutprodukten haftungsrechtlich in Anspruch genommen werden?

      Grundsätzlich liegt die Verantwortung für den sachgerechten hausinternen Transport von Blut und Blutprodukten für die Transfusion sowie deren Dokumentation beim transfundierenden Arzt. Neben der unmittelbaren Verantwortung, die jeder transfundierende Arzt trägt, hat der Transfusionsverantwortliche nach § 15 Transfusionsgesetz eine übergeordnete transfusionsmedizinische Verantwortung für einen ordnungsgemäßen transfusionsmedizinischen Alltag. Daneben ist er Ansprechpartner der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für diesen Themenkreis.

      Hieraus ist für den Transfusionsverantwortlichen zumindest eine organisatorische Haftung innerhalb des Hauses abzuleiten. Er hat im Wege von Handlungsanweisungen und Leitfäden bzw. Belehrungen und Kontrollen sicher zu stellen, dass die Empfehlungen zum Umgang mit Blut und Blutprodukten in der stationären Einrichtung angemessen berücksichtigt werden. Dies ist vom Transfusionsverantwortlichen auch umfassend zu dokumentieren.

      Daneben hat der Transfusionsverantwortliche für die Absicherung eines Notfallmanagements im Falle unerwünschter Transfusionsreaktionen Sorge zu tragen.

      Die Verletzung von Auswahl-, Überwachungs- und Anleitungspflichten können ein Organisationsverschulden darstellen. Die Frage der Haftung und der haftenden (natürlichen und/oder juristischen) Person bestimmt sich danach, wem die Pflichtverletzung zurechenbar ist. Dies kann auch zu einer "Mithaftung" des Transfusionsverantwortlichen führen. (Siehe Urteil des Bundesgerichtshofs vom 14.06.2005, Aktenzeichen: VI ZR 179/04. Dieses Urteil bezieht sich zwar nicht auf die unmittelbar praktische Tätigkeit des Transfusionsverantwortlichen, führt jedoch zu den Haftungsaspekten bei Dokumentationsfehlern im Rahmen der Qualitätssicherung aus.)

  • Rechtsgrundlagen

    • Rezepte nach Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung

      • Erhalte ich meine BTM Rezepte über die Sächsische Landesärztekammer?

        Nein. Die Beantragung der BTM Rezepte ist ausschließlich über die Online-Formulare der Bundesopiumstelle möglich.
      • Kann ich die notwendige amtliche Beglaubigung der Approbation von der Sächsischen Landesärztekammer vornehmen lassen?

        Nein. Die Bundesopiumstelle verlangt eine amtlich beglaubigte Kopie der Approbationsurkunde. Die Sächsische Landesärztekammer kann als Körperschaft des öffentlichen Rechts keine amtlichen Beglaubigungen von Urkunden, die sie nicht selbst ausgestellt hat, anfertigen. Wenden Sie sich dazu bitte an die Behörden des Freistaates Sachsen, die zur amtlichen Beglaubigung befugt sind. Eine Auflistung finden Sie HIER:

         

        Befugt zur amtlichen Beglaubigung sind im Freistaat Sachsen gemäß § 1 BglVO die  

        1. Behörden des Freistaates Sachsen, dazu gehören:
        • Regierungspräsidien
        • Oberfinanzdirektion
        • Finanzämter
        • Städte und Gemeinden
        2. Gerichte des Freistaates Sachsen, dazu gehören:
        • Arbeits-, Sozial-, Verwaltungs-, Amts- und Landgerichte sowie das Landesarbeitsgericht, Landessozialgericht, Oberverwaltungsgericht, Oberlandesgericht und der Verwaltungsgerichtshof
        3. Gemeinden, Verwaltungsverbände und Landkreise, dazu gehören:
        • Einwohnermeldeämter, Bürgerämter
    • Weiterbildung

      • Zu welchem Zeitpunkt kann man frühestens mit der Weiterbildung zum Facharzt beginnen?

        Mit der Weiterbildung darf erst begonnen werden, wenn der Arzt über die ärztliche Approbation oder über einen gleichwertigen Ausbildungsstand oder einen gleichwertigen Kenntnisstand, der durch Ablegen einer Kenntnisprüfung nachzuweisen ist (§28 Abs. 2 SächsHKaG), verfügt.
      • Welche Behörde ist in Sachsen für die Erteilung der Approbationen oder Berufserlaubnisse Zuständig?

        Für die Erteilung der Approbationen oder Berufserlaubnisse nach der Bundesärzteordnung ist im Freistaat Sachsen die Landesdirektion Sachsen zuständig.

         

        Die Adressen lauten:

         

        Landesdirektion Sachsen - Standort Leipzig

        Abteilung Inneres, Soziales und Gesundheit, Referat 22

        Braustraße 2, 04107 Leipzig

        Tel.: 0341 977-0

         

        Landesdirektion Sachsen - Standort Dresden

        Abteilung Inneres, Soziales und Gesundheit, Referat 22

        Stauff enbergallee 2, 01099 Dresden

        Tel.: 0351 825-0

         

        Landesdirektion Sachsen - Standort Chemnitz

        Abteilung Inneres, Soziales und Gesundheit, Referat 22

        Altchemnitzer Straße 41, 09120 Chemnitz

        Tel.: 0371 532-0

        E-Mail: post@lds.sachsen.de

        Internet: www.lds.sachsen.de

         

        Weiterführende Hinweise für Staatsangehörige der EU und aus Drittstaaten finden Sie unter:

      • Wie finde ich für mich die richtige Fachrichtung?

        Wichtig für Ihre Entscheidung sind vor allem Ihre persönlichen Interessen und Vorlieben. Erkenntnisse aus Famulaturen und der Promotion können bei der Entscheidungsfindung herangezogen werden.

      • Wie läuft die Weiterbildung?

          

        1.      Rechtsgrundlage

         

        Die Weiterbildungsordnung der Sächsischen Landesärztekammer gibt Auskunft zu den Regelungen über Dauer und Inhalt der Weiterbildung.

         

        Die Weiterbildung erfolgt im Rahmen angemessen vergüteter ärztlicher Berufstätigkeit unter Anleitung zur Weiterbildung befugter Ärzte oder durch Unterweisung in anerkannten Weiterbildungskursen. Dauer und Inhalt der Weiterbildung richten sich nach den Bestimmungen der Weiterbildungsordnung.

         

        Die festgelegten Weiterbildungszeiten und Weiterbildungsinhalte sind Mindestzeiten und Mindestinhalte. Die Mindestweiterbildungszeit zum Facharzt beträgt je nach Fachrichtung fünf oder sechs Jahre.

         

         

        2.      Ab wann kann ein Weiterbildungsabschnitt auf die Weiterbildungszeit angerechnet werden?

         

        Grundsätzlich können Weiterbildungs- und Tätigkeitsabschnitte unter sechs Monaten nur dann als Weiterbildungszeit anerkannt werden, wenn dies nach WBO vorgesehen ist.

         

         

        3.      Wie wirken sich Unterbrechungen durch Krankheiten etc. auf die Weiterbildung aus?

         

        Eine Unterbrechung der Weiterbildung, insbesondere wegen Schwangerschaft, Elternzeit, Wehr- und Ersatzdienst, Bundesfreiwilligendienst, wissenschaftliche Aufträge - soweit eine Weiterbildung nicht erfolgt - oder Krankheit kann nicht als Weiterbildungszeit angerechnet werden (tariflicher Erholungsurlaub stellt keine Unterbrechung dar).

         

        Ärztliche Tätigkeiten in eigener Praxis sind grundsätzlich nicht anrechnungsfähig.

         

         

        4.      Kann die Weiterbildung in Teilzeit absolviert werden?

         

        Eine Weiterbildung in Teilzeit ist anzurechnen, wenn sie mindestens die Hälfte der regelmäßigen Arbeitszeit beträgt und hinsichtlich Niveau und Qualität der Vollzeitweiterbildung entspricht. Um der Gesamtdauer der Vollzeitweiterbildung gerecht zu werden, verlängert sich die Weiterbildungszeit entsprechend.

         

         

        5.      Kann die Weiterbildung auch ambulant erfolgen?

         

        Sofern für die Facharzt-, Schwerpunkt- und Zusatzweiterbildung nichts anderes bestimmt ist, kann die Weiterbildung sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich erfolgen. In Abhängigkeit vom gewählten Fachgebiet ist genau festgelegt, welche Weiterbildungszeiten im stationären bzw. ambulanten Bereich gefordert/anrechenbar sind.

         

         

        6.      Welche Ärzte sind in Sachsen zur Weiterbildung befugt?

         

        Die Weiterbildung zum Facharzt und in Schwerpunkten wird unter verantwortlicher Leitung der von der Ärztekammer befugten Ärzte in einer zugelassenen Weiterbildungsstätte durchgeführt.

         

        7.      Wie erfolgt der Nachweis der Weiterbildungszeiten und -inhalte?

           

        Die Weiterbildung erfolgt auf der Grundlage der aktuellen Weiterbildungsordnung. Über jeden Weiterbildungsabschnitt sind ausführliche Zeugnisse gemäß § 9 WBO und die Dokumentation gemäß § 8 WBO (Richtlinie über den Inhalt der Weiterbildung und Nachweis über das jährliche Gespräch) erforderlich. Diese sind bei Beantragung der Prüfungszulassung bei der Sächsischen Landesärztekammer vorzulegen.

         

         

        8.      Bei welcher Landesärztekammer wird die Anerkennung einer Arztbezeichnung beantragt?

         

        Ein Antrag auf Anerkennung kann nur bei der Kammer gestellt werden, bei der der Arzt zum Zeitpunkt der Antragstellung als Mitglied gemeldet ist, auch wenn ein Großteil der Weiterbildung in anderen Kammerbereichen absolviert wurde.

         

        9.      Welche Kurse werden für Weiterbildungen anerkannt?

         

        Wenn in einer Weiterbildung Kurse gefordert werden, sind diese anerkannt, wenn sie von der jeweiligen Kammer als Weiterbildungskurse genehmigt wurden.

      • Wer kann eine Weiterbildungsbefugnis beantragen?

        Die Weiterbildungsbefugnis wird auf Antrag an die jeweiligen verantwortlichen Chefärzte und ärztlichen Leiter einer Klinik erteilt. Auch niedergelassene Ärzte können eine Weiterbildungsbefugnis beantragen.

         

        Voraussetzung für die Erteilung der Weiterbildungsbefugnis ist u. a. eine mehrjährige Tätigkeit im beantragten Fachgebiet, im Schwerpunkt oder in der Zusatz-Weiterbildung.

         

        Die Zulassung der Einrichtung als Weiterbildungsstätte erfolgt ebenfalls durch die Sächsische Landesärztekammer und ist Voraussetzung für eine Weiterbildungsbefugnis. Ausgenommen davon sind Universitätskliniken bzw. Einrichtungen der Hochschulen, akademische Lehrkrankenhäuser und Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitsdienstes und Praxen niedergelassener Ärzte.

    Seitenfunktionen

    Partner

    Meine SLÄK

    Fort- und Weiterbildungskurse für Ärzte

    Veranstaltungen für MFA

    Ärzteblatt

    • 8/2016 Editorial: Mit Sorge – Verlust der Selbstverwaltung und Freiberuflichkeit
      Denkzettel BREXIT
      Von der Stipendiatin zur Hausärztin
      Indikationsstellung der Substitutionsbehandlung Opiatabhängiger
      Der sächsische Gesundheitszieleprozess
      Frühe Rezidivdiagnostik des Prostatakarzinoms
      Das kurze Leben des Vincent van Gogh
      25 Jahre Europa-Notruf 112