Page 14 - Ärzteblatt Sachsen, Januar 2026
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GESUNDHEITSPOLITIK
CIRS – Critical Incident Reporting System
Neue Reihe im „Ärzteblatt Sachsen“
Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler. Ein bekanntes Qualitätsmanagement-Motto lautet „Jeder Fehler ist ein Schatz!“.
Problematisch ist es, aus kritischen Ereignissen und Beinahe-Fehlern nicht zu lernen und sich mit diesen nicht auseinan-
derzusetzen, um eine Wiederholung zu vermeiden.
Schon Ende der 1990er Jahre gab es in einigen Fachgruppen, insbesondere in der Anästhesie, Bestrebungen, zu einer offe-
nen und flexiblen Fehlerkultur auch im Gesundheitswesen überzugehen. Gute Erfahrungen lagen zu dieser Zeit bereits in
der Raumfahrt mit anonymen und sanktionsfreien Meldungen vor, ohne dass es Schwierigkeiten im Rahmen von haftungs-
rechtlichen Konsequenzen gab. Infolgedessen wurde im Gesundheitsbereich ein adaptiertes, webbasiertes „Critical Incident
Reporting System“ entwickelt. Eine Reihe von Internetplattformen begleiten dieses Thema seit vielen Jahren.
Wir möchten zukünftig im „Ärzteblatt Sachsen" Fallbeispiele aus Kliniken, Praxen und Gesundheitsämtern veröffentlichen
und Sie gern motivieren, uns CIRS-Fälle aus Ihrem Bereich zuzusenden an cirs@slaek.de. ■
Dr . med . Diana Becker-Rux Dr . med . Dirk Müller
Ärztliche Geschäftsführerin Vorsitzender Ausschuss Qualitätsmanagement
CIRS-Fall
Medikamentenbestellung und -lieferung gründlich prüfen
Notfallmedikamente für hypertensive
Krisen sind eingeschränkt lieferbar . In TAKE-HOME-MESSAGE
unserer allgemeinmedizinischen Praxis
wurden Nifedipin Tropfen für den
Sprechstunden-Bedarf über die Apo- Homöopathische Präparate
theke bestellt . Nach mehrfacher An- haben zum Teil ähnliche
wendung stellte sich das gelieferte Me- Etikettierung wie wirkstoff-
dikament als homöopathisches Mittel haltige Medikamente . Wie hier
heraus (Foto: roter Deckel rechts) . Die- geschildert, können diese daher
ses wurde entsorgt . Die Tropfen mit versehentlich bestellt, geliefert
tatsächlichem Wirkstoff haben wir er- und angewendet werden .
neut bestellt und erhalten (Foto: weißer Die versehentliche Anwendung
Deckel links) . Es ist nach unserem Wis- von homöopathischen
© Privat sen kein Patient durch die Verwechs- „Nifedipin“ Tropfen kann
schwerwiegende Folgen für
lung in unserer Praxis zu Schaden ge-
Homöopathische Präparate haben den Patienten haben, da sie
zum Teil eine ähnliche Etikettierung kommen . ■ als Notfallmedikament zur
wie wirkstoffhaltige Medikamente .
Hausarztpraxis in Sachsen Blut drucksenkung nicht
geeignet sind .
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