Page 18 - Ärzteblatt Sachsen, Juli 2026
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KLIMA UND GESUNDHEIT
Hitze als Gesundheitsrisiko:
Aktionstag setzt auf Vorsorge
Am 11. Juni 2026 beteiligte sich die Hitze gilt inzwischen als das größte nahmen zum Schutz vor Hitze in Sach-
Sächsische Landesärztekammer am klimabedingte Gesundheitsrisiko in sen. Ergänzende Vorträge und Mitmach-
bundesweiten Hitzeaktionstag unter Deutschland und stellt insbesondere angebote um das Thema Hitze bezie-
dem diesjährigen Motto „Gemeinsam für ältere Menschen, Kinder, chronisch hungsweise Hitzeschutz rundeten das
vorsorgen gegen Extremhitze“. Erkrankte, Pflegebedürftige, Schwan- gut besuchte Programm ab.
Ziel des jährlichen Aktionstages ist es, gere, Obdachlose sowie im Freien
die Bevölkerung für die gesundheitli- arbeitende Personen eine erhebliche In der Diskussionsrunde machte Dr.
chen Risiken bei Hitze zu sensibilisieren Gefahr dar. Ueberschär deutlich, dass Hitzeereig-
und die Bedeutung wirksamer Schutz- nisse zunehmend zu einer Herausfor-
maßnahmen hervorzuheben. Klima- Die zentrale Veranstaltung des Hitze- derung für das Gesundheitswesen
wandel braucht, neben Verhältnisprä- aktionstages für Sachsen fand, nach werden und wie wichtig Fragen der
vention, einen Verhaltenswandel! Chemnitz 2025, in diesem Jahr vor dem Prävention und der gesundheitlichen
Kulturpalast Dresden statt. Organisiert Aufklärung sind. Auch Ärztinnen und
Das bedeutet natürlich nicht, dass wir wurde sie unter Federführung von Ärzte leisten hierzu sowohl im ambu-
unsere Umwelt nicht so gut wie mög- Health für Future (H4F) in Zusammen- lanten und stationären Bereich, im Öf-
lich schützen sollten. Aber wir müssen arbeit verschiedener Akteure aus dem fentlichen Gesundheitsdienst und in
uns auch zwingend auf die sich verän- Gesundheits- und Umweltbereich so- der Arbeitsmedizin einen sehr wichti-
dernden klimatischen Lebensbedin- wie der Landeshauptstadt Dresden. gen Beitrag.
gungen in unserem Verhalten und in In einer moderierten Diskussionsrunde
unseren Lebensgewohnheiten einstel- sprachen Bürgermeisterin Dr. Kristin Aus Sicht der Sächsischen Landesärz-
len. Die Menschen müssen lernen, mit Klaudia Kaufmann, Beigeordnete für tekammer ist Hitzeschutz eine gesamt-
den veränderten klimatischen Bedin- Arbeit, Soziales, Gesundheit und Woh- gesellschaftliche Aufgabe. Die steigen-
gungen umzugehen und sich dabei nen, Dr. med. Ina Ueberschär, Aus- de Zahl von Hitzetagen auch in Sach-
auch etwas von den Menschen ab- schuss Prävention und Rehabilitation sen, besonders im urbanen Raum, ver-
schauen, die schon immer mit heißen der Sächsischen Landesärztekammer, deutlicht, dass extreme Temperaturen
Sommern konfrontiert waren und sind, und Dr. med. Thomas Pfeiffer, Sächsi- längst kein Ausnahmeereignis mehr
beispielsweise von den Südeuropäern. scher Hausärzteverband, über Maß- darstellen. Neben der individuellen Vor-
sorge sind deshalb auch strukturelle
Maßnahmen erforderlich. Dazu gehö-
ren kommunale Hitzeaktionspläne, hit-
zeresiliente Gesundheits- und Pflege-
einrichtungen, eine verbesserte Krisen-
vorsorge sowie gezielte Informations-
angebote für besonders gefährdete
Personengruppen.
Die Sächsische Landesärztekammer
begrüßt die wachsende öffentliche
Aufmerksamkeit für dieses wichtige
Thema und wird sich auch zukünftig bei
entsprechenden Veranstaltungen aktiv
© I. Ueberschär einbringen.
Dr. med. Ina Ueberschär
Die zentrale Veranstaltung des Hitzeaktionstages für Sachsen fand in diesem Jahr am 11. Juni vor dem Vorsitzende Ausschuss Prävention und
Kulturpalast Dresden statt. Rehabilitation
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