Page 33 - Ärzteblatt Sachsen, Februar 2026
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PERSONALIA



        Nachruf für Dr. med.

        Hans-Heinrich Trinckauf



        *25. Oktober 1928                   † 3. Dezember 2025


        Hans-Heinrich Trinckauf wurde als                                      Themen der Blasen- und Hodentumore,
        Sohn von Dr . med . Arno Trinckauf und                                 zur retroperitonealen modifizierten
        Eleonore  Trinckauf  (geb .  von  Grumb-                                Lymphadenektomie oder zu urologi-
        kow) am 25 . Oktober 1928 in Dresden                                    schen  Programmen  bei  Kindern  mit
        geboren . Nach der Volksschule besuch-                                  Spina bifida cystica in hochrangigen
        te  er  die König-Georg-Schule  (1939 –                                Zeitschriften erschienen . So erinnerte
        1944) in Dresden . 16-jährig wurde er                                   ein Budapester Kollege zur Feier „100
        zum Luftwaffenhelfer dienstverpflich-                                  Jahre Deutsche Urologische Gesell-
        tet, im Januar 1945 zum Arbeitsdienst                                   schaft“ (2006) an seine Hospitation
        und zur Wehrmacht einberufen und                                       1975 in der Dresdner Urologischen Kli-
        war nach Kriegsende bis Juli 1945 in                                    nik mit den Wor -ten: „Hier war ich erst-
        russischer Gefangenschaft . Erst im Ok-                                 mals mit The -men konfrontiert, wie
        tober 1945 konnte er den Schulbesuch                                    Harnröhreneingriff  (Raatzsch),  Lymph-
        an der Oberschule Dresden-Ost fort-                                 © Privat  adenektomie (Trinckauf) und Uroflow-
        setzen  und  im Juli 1947  die  Reifeprü-                               metrie (Wehnert)“ [4] .
        fung ablegen . Danach war er als Kran-  Dr . med . Hans-Heinrich Trinckauf  Geehrt wurde Hans-Heinrich Trinckauf
        kenpfleger in Dresden tätig, um im Ok- Ab 1949 etablierte sich die Urologie im  1978 durch die Verleihung des Titels
        tober 1947 das Studium der Medizin in  Haus 8 des kriegsbeschädigten Stadt- Medizinalrat und 1996 durch die Ehren-
        Leipzig aufzunehmen, das er erfolg- krankenhauses Dresden-Johannstadt,  mitgliedschaft der Sächsischen Gesell-
        reich abschloss . Er heiratete 1953 die  der Keller bis 1952 vorstand [1, 2] . In  schaft für Urologie e . V . Seine größte
        Kinderärztin Dr . med . Margarete Dö- diese noch junge Urologische Klinik war  Wertschätzung erfuhr er 1991 mit Be-
        ring . Aus dieser Ehe gingen zwei Söhne,  Trinckauf nach zwei Jahren chirurgi- rufung als kommissarischer Direktor
        vier Enkel und sieben Urenkel hervor .  scher Ausbildung eingetreten . Nach  der Urologischen Klinik an der Medizini-
        Trinckauf wurde an der Universität Leip- Gründung der Medizinischen Akademie  schen Akademie Dresden, die er in Kli-
        zig 1955 mit der Dissertation „Über das  Dresden 1954 war die Urologische Kli- nik, Lehre und Forschung [5] bis zur
        Schicksal der Nephrektomierten unter  nik zur Lehre, Forschung und Kranken- Übergabe an Prof . Dr . med . habil . Man-
        besonderer Berücksichtigung der Stein- versorgung beauftragt und wurde ab  fred Wirth im Dezember 1992 vertrat
        bildung in der Restniere“ promoviert .  1957 kommissarisch von Dr . med . Ernst  und nach 33 Dienstjahren am 1 . März
        Nach seiner Approbation 1956 arbeite- Kirsch geleitet . Unter seiner Ägide wur- 1994 altersgemäß verließ .
        te er zwei Jahre lang als Assistenz- und  de Trinckauf 1961 Facharzt für Urologie,  Nicht nur zahlreiche Patienten, sondern
        Stationsarzt in der chirurgischen Abtei- 1962 Oberarzt und war später leitender  viele Kollegen, Freunde und Nachbarn
        lung des Kreiskrankenhauses Heidenau,  Oberarzt der Klinik . Trinckauf galt stets  werden den hageren, hochgewachse-
        um sich ab 1958 an der Urologischen  als ein hervorragender Operateur und  nen, feinen und empathischen Arzt,
        Klinik der damaligen Medizinischen  Kliniker, der neben Diagnostik und Me- diesen kreativen, hervorragenden Ope-
        Akademie Dresden der Urologie zuzu- thodik zur Lymphadenektomie und zu  rateur, diesen ruhigen, bescheidenen
        wenden . Diese war als Fach in der zwölf  transurethralen  Eingriffen, innovative  und humorvollen und stets hilfsberei-
        Jahre zuvor gegründeten, ersten selbst- plastisch-rekonstruktive Operationsver- ten Menschen mit Hochachtung in bes-

        ständigen Urologischen Klinik auf dem  fahren, insbesondere die Kin derurologie  ter Erinnerung behalten . ■
        Gebiet der damaligen Sowjetischen Be- an der Medizinischen Akademie Dres-                      Literatur unter
        satzungszone von Dr . med . Johannes  den aufbaute .                            www .slaek .de/aerzteblatt-sachsen
        Keller, einem Peter Janssen-Schüler, im  Nicht nur klinisch, sondern auch wis-
                                                                                               Prof . Dr . med . Hans Zwipp
        „Hilfskrankenhaus  Dresden-Plauen“  in  senschaftlich brachte er zur Forschung     Prof . Dr . med . habil . Jan Schulze
        der Schleiermacher-Schule im Dezem- und Lehre zwischen 1955 und 1989            Prof . Dr . med . habil . Heinz Raatzsch
        ber 1946 initiiert worden .         insgesamt 18 Beiträge [3] ein, die zu          Dr . med . Wolf-Diether U . Böhm



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