Page 31 - Ärzteblatt Sachsen, Februar 2026
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PERSONALIA



        Nachruf für Dr. med. habil. Günter Woratz


        * 16. September 1923                † 17. Juli 2025


        Am 17 . Juli 2025 verstarb nach einem                                   für Innere Medizin im November 1990
        langen und erfüllten Leben im Kreise                                    unter  seiner  Leitung  wieder zusam-
        seiner Familie Dr . med . habil . Günter                                mengeführt und nach Schwerpunkten
        Woratz .                                                                neu profiliert .
        Günter Woratz wurde am 16 . Septem-
        ber 1923 in Tilsit/Ostpreußen geboren .                                 Dr . med . habil . Günter Woratz beendete
        Nach Abitur und Kriegseinsatz mit ei-                                   am 31 . Mai 1993 seine über 28-jährige
        ner schweren Verwundung studierte er                                   Tätigkeit als Chefarzt der Klinik für
        von 1944 an Medizin . 1949 schloss er                                   Innere Medizin des damaligen Erzge-
        das Studium mit Staatsexamen und                                        birgskrankenhauses Annaberg .
        Promotion ab . Anschließend war er bis                                  Seine fachliche Souveränität, das ge-
        1959 Assistenzarzt bei Prof . Dr . med .                                samte Fachgebiet der Inneren Medizin
        Max Bürger an der Medizinischen Klinik                                  überblickend,  war  bestechend .  Jegli-
        der Universität Leipzig, 1957 legte er                              © Privat  chen Situationen begegnete er mit Ru-
        die Prüfung zum Facharzt für Innere                                     he und Kompetenz . Der Umgang mit
        Medizin ab . 1959 bis 1961 leitete er die   Dr . med . habil . Günter Woratz  Patienten und auch mit den Mitarbei-
        Innere Abteilung des Sophienkranken-                                    tern wurde von seiner ausstrahlenden
        hauses in Weimar, wo 1960 die Habili- beiten sowie eine Promotion-B hervor .  menschlichen Wärme begleitet .
        tation mit Privatdozentur erfolgte . Eine  Das Spektrum der Krankheiten in der
        zweite Facharztausbildung zum Fach- Klinik für Inneren Medizin wandelte  Seine Berufsausübung war mehr als
        arzt für Röntgendiagnostik und Strah- sich im Laufe der Zeit seit 1965 erheb- Berufung . Somit schloss sich nach Be-
        lentherapie schloss sich von 1961 bis  lich . Anfangs war die Behandlung von  endigung der stationären Tätigkeit die
        1964 an .                           Infektionskrankheiten eine wesentliche  nahtlose Fortführung des Arztberufes
                                            Aufgabe . Allein im Jahr 1966 wurden  in eigener Niederlassung an . In kleinen,
        Nach Bewerbung und Berufung am   666 ikterische Hepatitis-Kranke statio- bescheidenen Praxisräumen, ohne auf-
        1 . Januar 1965 übernahm Dr . med . habil .  när behandelt . Mehrere Ruhrepidemien  wändige beziehungsweise moderne
        Günter Woratz die Chefarztstelle der  forderten den ganzen Einsatz des Per- Technik war er als Hausarzt noch bis
        Inneren Abteilung des Annaberger  sonals . Von Anfang an war ein Schwer- kurz  vor seinem 100 . Geburtstag  An-
        Krankenhauses .                     punkt seiner Arbeit die Betreuung von  sprechpartner für unzählige dankbare
        Als  Ausbilder  qualifizierte  er  etwa  40  Alkoholsuchtkranken . In den fast drei  Patientinnen und Patienten .
        ärztliche Kolleginnen und Kollegen zum  Jahrzehnten wurden etwa 3 .000 Alko-
        Facharzt für Innere Medizin . Nennens- holiker stationär und später mit großer  Die Ärzteschaft und die Bevölkerung
        wert ist gleichfalls sein Engagement  Aufopferung von ihm auch ambulant  des Erzgebirgskreises trauern um eine
        als Mitglied in der Facharzt-Prüfungs- betreut .                        außergewöhnliche Arztpersönlichkeit .
        kommission des damaligen Bezirkes                                       Dr . med . habil . Günter Woratz hat sein
        Karl-Marx-Stadt .                   Das 1965 eingeführte und damals be- ganzes Leben in den Dienst der ärztli-
                                            währte Prinzip einer Aufnahmestation  chen Profession gestellt . Die Kraftquel-
        Sein wissenschaftliches Interesse galt  wurde bis zur Übergabe des Neubaus  le für seine hohen ethischen Ansprüche
        der Infektologie, der Radiologie und Hu- des Klinikums (1997) beibehalten . Früh- fand er in seiner weltanschaulichen
        mangenetik und der  Erbberatung im  zeitig entstand eine Innere Intensivsta- Geradlinigkeit  als  bekennender  Christ
        Erzgebirge . Er veröffentlichte zahlrei- tion mit vorwiegend kardiologischem  auch zu DDR-Zeiten . ■
        che wissenschaftliche Arbeiten . Diese  Charakter . Engagiertes ärztliches Per-
        befassten sich unter anderem mit dem  sonal stand Chefarzt Dr . med . habil .
        Infektionsschutz bei Hepatitis und In- Günter Woratz stets zur Seite bei der               Dr . med . Dirk Müller
        fluenza . Aus diesen Untersuchungen  Entwicklung des Profils der Klinik . Nach           Dipl .-Med . Sven Spenke
        gingen etliche Diplom- und Doktorar- zeitweiser Trennung wurde die Klinik   Prof . Dr . med . habil . Hans-Jürgen Volkmann



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