Page 35 - Ärzteblatt Sachsen, Juli 2026
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PERSONALIA



        Nachruf für Prof. Dr. med. habil.

        Michael Flach



        *26. Februar 1935                   † 3. April 2026


        Im  April  2026  mussten  wir  von  unse-                               gie.  Zu  seinen  herausragenden  Eigen-
        rem verehrten Chef, Prof. Dr. med. habil.                               schaften  gehörte  es,  Verbindungen
        Michael Flach, Abschied nehmen.                                        zwischen Phoniatrie und Otologie, zwi-
        Michael Flach wuchs im Osterzgebirge                                    schen Physiologie der Singstimme und
        auf.  Seine  ersten  Berufswünsche  wa-                                 Larynxchirurgie zu ziehen und daraus
        ren  eine  Uhrmacherlehre  bei  Lange  &                                praxisrelevante Forschung zu machen.
        Söhne oder ein Musikstudium. Dem Rat                                    Diese musikalische Perspektive auf die
        seines  Vaters  folgend,  der  als  Prakti-                             Medizin  entsprang  seiner  Verbunden-
        scher Arzt und als Neurologe und Psy-                                   heit  mit  Musik  und  den  Kraftquellen
        chiater tätig war, studierte er von 1953                                des  Musikerdaseins.  Das  eigene  Kla-
        bis  1958  Medizin  in  Leipzig  und  Dres-                             vierspiel  war  ihm  Quelle  der  Lebens-
        den. Facharztausbildung bis 1964, Pro-                                  freude. Unvergessen sind seine solisti-
        motion 1960 und Habilitation 1967 in                                    schen  Darbietungen,  zum  Beispiel  an-
        der HNO-Klinik der Medizinischen Aka-                                   lässlich  eines  Kongresses  1986  ge-
        demie  „Carl  Gustav  Carus“  Dresden                               © Archiv  meinsam mit Mitgliedern der Staatska-
        folgten.  Danach  baute  Michael  Flach   Prof. Dr. med. habil. Michael Flach  pelle  Dresden  und  bei  seiner  Verab-
        seine  Hochschullaufbahn  unter  dem                                    schiedung als Chefarzt im März 2000,
        maßgeblichen Einfluss seines Lehrers  zur Singstimme gemeinsam mit Musik- bei  der  er  bezeichnenderweise  mit  ei-
        Prof.  Dr.  med.  Fredo  Günnel  systema- pädagogen fanden weithin Beachtung.  nem  Cembalo-Solo  den  Schlusspunkt
        tisch  aus.  1969  erfolgte  die  Berufung  Seit  1960  arbeitete  er  nebenberuflich  setzte.
        zum  Hochschuldozenten.  1980  wurde  im  Studio  für  Stimmforschung  der  Das hier skizzierte Persönlichkeitsbild
        er  Chefarzt  der  Friedrichstädter  HNO- Hochschule für Musik „Carl Maria von  von Michael Flach wäre unvollkommen,
        Klinik  und  1983  Honorarprofessor  an  Weber“ Dresden und leitete das Studio  wenn  nicht  auch  auf  seine  ethische
        der Medizinischen Akademie „Carl Gus- von 1971 bis 1991. 2005 wurde ihm von  Ganzheitsperspektive in der Arzt-Pati-
        tav Carus“.                         der Hochschule die Auszeichnung „Eh- enten-Beziehung verwiesen würde. Die
        Schwerpunkte seiner Forschung waren  rensenator“ verliehen.             Unterzeichnenden  dürfen  in  Dankbar-
        die Elektrophysiologie des Innenohres  Prof.  Flach  betreute  90  Promotionen  keit  konstatieren,  dass  Michael  Flach
        und  objektive  audiometrische  Verfah- und zehn Habilitationen, etwa 110 Pu- als Arzt, klinischer und wissenschaftli-
        ren. Mit Prof .  Dr.-Ing.  Gert  Hofmann  blikationen  entstammen  seiner  Feder  cher  Lehrer  und  charakterformende
        gelang es ihm 1974 erstmals in Osteu- beziehungsweise  entstanden  unter  Persönlichkeit ihr Leben begleitet hat.
        ropa,  akustisch  evozierte  Potenziale  seiner  Mitwirkung.  Mit  Gründung  der  Gern erinnern wir uns daran, wie nach
        vom  Hirnstamm  abzuleiten.  Diese  Ar- Zeitschrift Oto-Rhino-Laryngologia No- langen  tumormikrochirurgischen  Ein-
        beiten fußten auf seiner Habilitations- va 1991 in Basel wurde er in deren wis- griffen  an  Glandula  parotis  und  Schä-
        schrift  „Ableitung  von  Mikrofonpoten- senschaftlichen Beirat gewählt. Er war  delbasis  mit  funktioneller  Erhaltung
        tialen vom menschlichen Ohr bei mik- Vorstandsmitglied  der  Nordostdeut- des  für  das  Sprechen  so  wichtigen  N.
        rochirurgischen Eingriffen“. Das aktuel- schen  Gesellschaft  für  Oto-Rhino-La- facialis Prof. Flach hörbar, mit sich und
        le  Thema  des  intraoperativen  Monito- ryngologie und zervikofaziale Chirurgie  der Welt zufrieden, die Melodie „Freude,
        rings wurde von ihm weit vorausschau- und  seit  Gründung  der  Sächsischen  schöner Götterfunken“ summte.
        end  schon  damals  verfolgt.  Weitere  Landesärztekammer  bis  2003  Vorsit-
        Schwerpunkte  der  wissenschaftlichen  zender  der  Prüfungsausschüsse  zum  In  dankbarer  Erinnerung,  auch  im  Na-

        Aktivitäten  waren  Tumorchirurgie  der  Facharzt  für  HNO-Heilkunde  und  für  men aller früheren Mitarbeiter
        Speicheldrüsen  und  des  Kehlkopfes,  Spezielle HNO-Chirurgie.
        Chirurgie der Otosklerose und das Ge- 1994  erwarb  er  die  Zweit-Facharztan-  Prof. Dr. med. habil. Eckart Klemm, Dresden
        biet  der  Sängerstimme.  Die  Arbeiten  erkennung  für  Phoniatrie/Pädaudiolo-  Prof. Dr. med. Friedemann Pabst, Dresden


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