Page 29 - Ärzteblatt Sachsen, August 2026
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ORIGINALIE




        Innovation und smarten Sensorik des  tive Versorgung, sowohl im stationären,  vanten Endpunkten sowie praxisnahe
        Bundesministeriums  für  Bildung  und  im ambulanten und im häuslichen Um- Aus-, Weiter-und Fortbildungsangebo-
        Forschung (BMBF), unterstreichen die  feld . Ihr Mehrwert liegt insbesondere in  te erforderlich . Gerade für die rehabili-
        strategische Bedeutung KI-gestützter  der Objektivierung klinischer Entschei- tative Versorgung im Freistaat Sachsen
        Bewegungsanalysen und zeigen exem- dungsprozesse, der Reproduzierbar - ergibt sich hier die Chance, digitale In-
        plarisch, wie Forschungsverbünde, bei- keit der Ergebnisse, der Individualisie- novationen gezielt und evidenzbasiert
        spielsweise Projekte wie AKTISmart-KI,  rung therapeutischer Maßnahmen und  einzusetzen . ■
        die Entwicklung translationaler Anwen- der kontinuierlichen Verlaufskontrolle
                                                                                                       Literatur unter
        dungen zwischen Grundlagenforschung  durch den Patienten vor Ort als auch       www .slaek .de/aerzteblatt-sachsen
        und klinischer Praxis vorantreiben .  unabhängig für den Arzt . Die Effizienz-
                                            steigerung durch automatisierte Aus-              Dr . rer . nat . Julia Steinhardt
        Fazit und Ausblick                  wertung  spart  Ressourcen .  Für  eine             Klinik für Neurochirurgie
                                                                                              Klinikum Chemnitz gGmbH
        Zusammenfassend bietet die KI-ge- evidenzbasierte Integration in den kli-       Flemmingstraße 2, 09116 Chemnitz
        stützte Bewegungsanalyse enormes  nischen Alltag sind jedoch weitere ver-          E-Mail: Julia .Steinhardt@skc .de
        Innovationspotenzial für die rehabilita- gleichende Studien mit patientenrele-



                                                                                            LESERBRIEF



        116 117 oder 112? Welche Nummer

        ist im Notfall richtig?



        Reaktion auf den Leserbrief von Dr. med. Meingard Staude im „Ärzteblatt Sachsen“, Heft 3/2026, Seite 25


        Sehr geehrte Damen und Herren,      leichter, diese Verbindungen zu kennen  in eine Krankenhausnotaufnahme be-
        im Leserbrief von Frau Dr . Staude ste- und zu verstehen .              gleitet hat . Seit über zehn Jahren ist die
        hen einige Dinge, die ich unbedingt  Verzeihung, aber beim Thema Finanzen  Finanzierung der Notarzteinsätze mit
        kommentieren muss .                 wird Frau Dr . Staude absolut unsach- einer  Summe  von  28  Euro  brutto  pro
        Prinzipiell hat sie recht, es muss eine  lich . Erstens trifft es definitiv nicht zu,  Einsatz hinterlegt . Ich bezweifle ernst-
        klare Umerziehung der Bürger erfolgen .  dass die Zahl der Einsätze die Finanzie- haft, dass für 14 Euro Nettoverdienst
        Es wird viel zu oft die Nummer 112 ge- rung der Feuerwehr rechtfertigt . Es ist  jemand einen Patienten ins Kranken-
        wählt .                             eine Poolfinanzierung, in die die ge- haus begleitet .
        Völlig  falsch  ist  die  Darstellung,  dass  samten Kosten einfließen . Werden also
        nur in der DDR die SMH-Leitzentrale  weniger  Einsätze  gefahren,  werden  Zusammengefasst bleibt wie oben er-
        die Ströme gesteuert hat und das jetzt  auch weniger Kosten entstehen . Natür- wähnt völlig richtig, dass wir auch beim
        nicht mehr so wäre . Erstens haben so- lich ist der Vorhalteanteil am größten .  Bürger Verständnis dafür erzielen müs-
        wohl die integrierte Regionalleitstelle  Wenige Einsätze bringen also nur mar- sen, dass nicht mehr jeder alles zu je-
        (Rettungsdienst) und die 116117 (Kas- ginale Ersparnis . Ganz sicher erfolgt die  der Zeit bekommt, sondern strukturiert
        senärztlicher Bereitschaftsdienst) struk- finanzielle Rechtfertigung nicht da- nach Bedarf . Die Abfragesysteme un-
        turierte Abfragesysteme . Beide kom- durch, dass man ständig ausrückt .   terliegen einer ständigen Optimierung .
        munizieren über direkte Verbindungen  Als  seit  35  Jahren  in  Sachsen  tätiger  Grauzonen werden bei so sensiblen Sa-
        miteinander und können die Einsätze  Notarzt und Dienstarzt im kassenärzt- chen wie Hilfeersuchen im Krankheits-
        ohne Aufwand gegenseitig zuordnen .  lichen Bereitschaftsdienst verwahre  fall immer in einem gewissen Prozent-

        Damit wird der Vorstellung der besse- ich  mich  klar  dagegen,  dass  Frau  Dr .  satz bleiben . ■
        ren Einsatzlogistik ausreichend ent- Staude darstellt, dass ein Notarzt einen       Dipl .-Med . Peter Raue, Leipzig
        sprochen . Natürlich fällt es mir als aktiv  Patienten mit unproblematischer Fin-  Vorsitzender der Bereitschaftskommission der
        an allen Diensten teilnehmender Arzt  gerverletzung aus finanziellen Gründen   Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen



        Ärzteblatt Sachsen  8|2026                                                                                29
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