Noch keine Lösung zum Ärztemangel in Sachsen

Dresden: "Der Mangel an Hausärzten in Sachsen ist ein weiterhin drängendes Problem. Aus 80 Prozent der sächsischen Kreise werden freie Arztpraxen oder fehlender Nachwuchs gemeldet.", so der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, Prof. Dr. Jan Schulze, in seiner Rede auf der 31. Kammerversammlung der sächsischen Ärzte.

 

Endlich hat das Problem auch den Bundestag erreicht. Und genau die gleichen Rot-Grünen Politiker, die vor einem Jahr noch keine Anhaltspunkte für einen drohenden Ärztemangel gesehen haben, sprechen heute von notwendigen Maßnahmen zur Sicherung der hausärztlichen Versorgung. Aktuell sind in Sachsen rund 50 Arztpraxen und 217 Klinikstellen unbesetzt.

 

Die existierenden Lösungsvorschläge sind bisher nicht wesentlich vorangekommen.
Zu den finanziellen Vorschlägen gehören:
  • Landarztzulage oder
  • Umsatzgarantie oder
  • Unterversorgungsregelungen oder
  • eine Vergütung nach Westniveau bei Übernahme einer freien Arztpraxis auf dem Lande.

 

Die strukturellen Lösungsansätze beinhalten:
  • eine Erhöhung der WB-Stellen Allgemeinmedizin in Sachsen auf 150 ab 2005,
  • die Neuregelung der Anstellung und deren Vergütung von Ärzten in Niederlassung
  • die Erhöhung des Anteils ausländischer Ärzte

 

Eine Einigung zu den finanziellen Vorschlägen ist trotz intensiver Gespräche bisher nicht gelungen. Einzig die Erhöhung der Weiterbildungsstellen Allgemeinmedizin auf 150 ab 2005 wurde beschlossen. Ein weiteres Gespräch zwischen dem Sozialministerium, der KV-Sachsen und den Krankenkassen ist am 3. Dezember.

 

Die Sächsische Landesärztekammer nutzt ihre Möglichkeiten um Ärzte zu gewinnen. Eine Veranstaltung mit Vorträgen zum Weg in die Niederlassung wurde durchgeführt. Gleichzeitig wird der Präsident zusammen mit Vertretern des Sozialministeriums und der Krankenhausgesellschaft Sachsen eine Informationsveranstaltung für österreichische Ärzte am 20 November 2004 in Wien durchführen, weil in diesem Land ein Ärzteüberschuss vorhanden ist.

 

Weitere Informationen unter 0351 / 82 67 350.

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