Versorgungsstrukturen werden neu definiert

10.03.2004

Den ausführlichen Beitrag finden Sie im Ärzteblatt Sachsen, Heft März 2004.

 

Die Gesundheitsreform ist seit zwei Monaten in Kraft und schon gibt es erste Veränderungen auch in den Versorgungsstrukturen. Vor allem drei Leistungsbereiche sieht das Reformgesetz als die Zukunft für Deutschland an. Dazu gehört der Ausbau der integrierten Versorgung, die Medizinischen Versorgungszentren und die Öffnung der Krankenhäuser für die ambulante Versorgung. Die verschiedenen Leistungserbringer haben notwendige Konzepte bereits in der Tasche. Dass die Umsetzung trotzdem nicht so schnell geht, liegt an der Beschäftigung des Bundesgesundheitsministeriums mit den Problemen Praxisgebühr und Zuzahlungsregelungen. Kehrt dieses zur Sacharbeit zurück, dann kommen die neuen Versorgungsstrukturen recht schnell. Deutlich wurde dies auf einem Seminar der Bundesärztekammer am 10. Februar 2004 in Berlin. Prof. Jörg-Diettrich Hoppe machte zu Beginn der Veranstaltung die Sachlage klar. Danach wird es durch die DRG an Krankenhäusern und die Einführung von DMP zu einer verstärkten Ausrichtung des Gesundheitswesens nach ökonomischen, also statistischen Größen kommen. Medizinische Notwendigkeiten werden in Zukunft verstärkt an finanzielle Ressourcen angepasst. Nur was sich rechnet, ist machbar.

 

Damit aber der Ärzteschaft nicht das Heft aus der Hand genommen wird, bleibt es ein zentrales Anliegen der Bundesärztekammer, der medizinischen Fachgesellschaften und der Selbstverwaltungskörperschaften auch in Zukunft zu definieren, was gute Medizin ist. Jeder Patient muss die Möglichkeit haben, weiterhin am medizinischen Fortschritt teilhaben zu können. Dies wird aber mit der eingeschlagenen Richtung in Zukunft nicht ohne weiteres möglich sein. Auch die ambulante fachärztliche Versorgung wird stark durch neue Strukturen ausgedünnt.

 

Medizinische Versorgungszentren
Als einzigen Partner bei Einzelverträgen mit Krankenkassen nennt das Reformgesetz neben den Hausärzten auch die Medizinischen Versorgungszentren explizit (§ 95 SGB V). Damit ergibt sich für diese eine Sonderstellung und wahrscheinlich eine besondere Förderung durch die Bundespolitik. Zumal einige Berufsgruppen ohne weiteres und außerhalb des Sicherstellungsauftrages solche Zentren gründen können. Denn nach dem Gesetz richtet sich die Gründung nur an der Bedarfsplanung aus. Gleichzeitig ist es einem Gesellschafter mit Sitz in einer Region erlaubt mehrere Versorgungszentren in Deutschland zu betreiben. In ein paar Jahren wird es dann wahrscheinlich Versorgungsketten ähnlich wie bei Lebensmitteln geben.

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