Förderung von Medizinstudenten

28.05.2008

Um dem drohenden Hausärztemangel in ländlichen Regionen zu begegnen, sollen Medizinstudenten mit einem neuen Förderprogramm für eine spätere Tätigkeit als Hausarzt im Freistaat Sachsen gewonnen werden. Das Sächsische Sozialministerium, die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen (KVS) und die gesetzlichen Krankenkassen wollen in den nächsten sechs Jahren dafür 2,8 Millionen Euro bereitstellen.

 

Medizinstudenten bekommen dann einen finanziellen Zuschuss, wenn sie sich verpflichten, nach dem Ende der Arztausbildung mindestens vier Jahre als Hausarzt in einer unterdurchschnittlich versorgten Region Sachsens tätig zu sein. Die Höhe des Zuschusses richtet sich nach dem Studienfortschritt: Im ersten und zweiten Förderjahr sind es 300 Euro, im dritten 400 Euro und im vierten schließlich 600 Euro, jeweils pro Monat. Ab dem Herbstsemester 2008 sollen die ersten 50 Studierenden nach abgeschlossenem Physikum gefördert werden, in den beiden folgenden Jahren weitere 100. Die Förderung muss zurückgezahlt werden, wenn sich der Arzt später doch anders entscheidet.

 

Bereits heute stehen nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung in Sachsen 78 Hausarztpraxen leer. Von den derzeit rund 2600 Hausärzten werden 40 Prozent in den nächsten zehn Jahren in den Ruhestand gehen. "Wir haben bald nicht mehr nur einen gefühlten Ärztemangel, sondern einen tatsächlichen", sagte KVS-Vorstandschef Klaus Heckemann. Betroffen sind vor allem ländliche Regionen wie die niederschlesische Oberlausitz, das mittlere Erzgebirge oder Torgau-Oschatz.

 

Politik, Sächsische Landesärztekammer und die Kassenärztliche Vereinigung versuchen schon seit Längerem, mit verschiedenen Maßnahmen das Problem in den Griff zu bekommen. Zum Beispiel gibt es das Modellprojekt, bei dem Gemeindeschwestern den Ärzten unter die Arme greifen. Ferner werden Mediziner aus Österreich für Sachsen gewonnen. Schließlich wurden Medizinische Versorgungszentren (MVZ) gegründet und die Anstellung von Ärzten in der Niederlassung erleichtert. Das neue Förderprogramm ist somit ein weiterer Baustein. Es richtet sich an Medizinstudenten an allen deutschen Universitäten, die bereits die ersten beiden Studienjahre erfolgreich absolviert haben.

 

Informationen zum Förderprogramm erhalten Interessierte von der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen.

Seitenfunktionen

Partner

Meine SLÄK

Schnelleinstieg

Fort- und Weiterbildungskurse für Ärzte

Veranstaltungen für MFA