Medizinische Fakultät Dresden fördert Habilitation von Frauen

07.05.2009

Gezielte Unterstützung von Wissenschaftlerinnen / Reaktion auf Missverhältnis zwischen habilitierten Männern und Frauen

 

Die Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus hat ein Habilitationsförderungsprogramm für Frauen ins Leben gerufen. Konkreter Anlass ist die große Diskrepanz zwischen der hohen Zahl weiblicher Studierender und Promovenden und der deutlich geringeren Zahl an habilitierten Frauen und Professorinnen. Mit dem Förderprogramm kommt die Fakultät auch der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG geforderten Etablierung von Gleichstellungsstandards nach. Künftig will die DFG nur noch die Institutionen mit Forschungsgeldern unterstützen, die aktiv den Anteil weiblicher Wissenschaftler in Spitzenpositionen erhöhen.

 

Bei der Auswertung der Statistiken der Medizinischen Fakultät hat sich gezeigt, dass es insbesondere nach der Promotion zu einem Missverhältnis zwischen Männern und Frauen in der weiteren akademischen Laufbahn kommt. Die Gründe hierfür sind vielschichtig - beispielsweise spielt die für Frauen noch immer oft schwierigere Vereinbarkeit von Karriere und Familie eine Rolle.

 

Um wissenschaftlich arbeitenden Mitarbeiterinnen eine Chance zu bieten sich weiterzuentwickeln, hat sich die Medizinische Fakultät entschlossen, ein eigenes Habilitationsförderprogramm für Frauen ins Leben zu rufen. Aus Mitteln der Fakultät werden zunächst für drei Jahre jeweils bis zu drei Habilitandinnen pro Jahr eine Möglichkeit erhalten, sich schwerpunktmäßig mit Ihrer Habilitation zu beschäftigen und diese zeitnah zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen.

 

"So soll der Anteil weiblicher Habilitanden an der Fakultät gezielt erhöht werden und damit letztendlich auch mehr geeignete Bewerberinnen für Professuren zur Verfügung stehen", sagt Prof. Heinz Reichmann, Dekan der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus und Initiator des Förderprogramms. Im vergangenen Jahr 2008 wurden an der Medizinischen Fakultät 23 Habilitationen erfolgreich abgeschlossen, darunter vier von Frauen.

 

Angesprochen sind erfolgreiche Nachwuchswissenschaftlerinnen bis zum Alter von 38 Jahren, die eine Habilitation anstreben, aber noch nicht abgeschlossen haben und deren dokumentierte Vorleistungen erwarten lassen, dass am Ende der Förderungszeit die für eine Zulassung zur Habilitation notwendigen Voraussetzungen erbracht sind. Die Fakultät finanziert den geförderten Frauen für ein Jahr eine Vollzeitstelle in der jeweiligen Einrichtung. Für die Zeit der Förderung soll ihnen die Möglichkeit gegeben werden, ihre wissenschaftliche Tätigkeit im Rahmen ihrer Habilitation vorrangig zu betreiben und zeitnah zum Abschluss zu bringen. Auch soll ihnen eine aktive Beteiligung in der Lehre sowie eine Vertiefung ihrer didaktischen Ausbildung während der Förderphase ermöglicht werden.

 

Kontakt:
Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus
Prof. Andreas Deußen
Prodekan für Forschung
Tel.: 0351 458 6030
Fax: 0351 458 6301
Email: andreas.deussen@tu-dresden.de

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