Page 26 - Ärzteblatt Sachsen, Februar 2026
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        hohen Krankheitslast und Stigmatisie- gabe an das Kind zu verhindern . Die  eine sorgfältige Risiko-Nutzen-Ab-
        rung verbunden [25] . Aufgrund der  Erstdiagnose kann durch verschiede - schätzung erfolgen (Risiken einer un-
        meist vorliegenden Gefährdung von  ne Akteure im Gesundheitssystem,  behandelten peripartalen psychischen

        Mutter und Kind werden in der Regel  wie beispielsweise durch Hebammen,  Störung vs . Risiken der Medikamenten-
        ein  psychiatrischer  Krankenhausauf- Hausärzte, Frauenärzte oder Kinder- einnahme) . Entgegen vieler Sorgen hin-
        enthalt und eine antipsychotische Me- ärzte erfolgen (die Kodierung, die im  sichtlich unerwünschter Nebenwirkun-
        dikation erforderlich . Mit der richtigen  ICD-10 festgelegt wurde, wird sich im  gen für Mutter und Kind gibt es inzwi-
        Behandlung – oft eine Kombination aus  ICD-11 verändern) [29, 30] . Im Idealfall  schen zahlreiche Anwendungsbeob-
        Medikamenten (wie Antipsychotika  schließt sich eine unmittelbare Mut- achtungen [24] . Zum Beispiel erhielten
        oder Stimmungsstabilisatoren) und                                       mehr als die Hälfte der Frauen mit einer
        therapeutischer Unterstützung – kön-      „Viele Betroffene             postpartalen  Depression  in  den  USA
        nen die Symptome häufig gut kontrol-                                    eine antidepressive Medikation [35] .
        liert werden [24] . Die meisten Frauen   sprechen psychische            Die Verordnung sollte durch einen er-
        erholen sich innerhalb von Wochen be-  Probleme aus Angst,              fahrenen Psychiater/ärztlichen Psy-
        ziehungsweise Monaten vollständig,    nicht ernst genommen              chotherapeuten mit Unterstützung des
        wobei  eine  regelmäßige  Nachsorge                                     Pharmakovigilanz- und Beratungszen-
        wichtig ist, um Rückfälle zu vermeiden .   oder als ‚unfähige’ Eltern   trums für Embryotoxikologie der Chari-
        Zudem kann durch spezialisierte stati-  gesehen zu werden,              té-Universitätsmedizin Berlin Embryo-
        onäre Mutter-Kind-Behandlungen in              nicht an.“               tox (www .embryotox .de) erfolgen . ■
        vielen Fällen eine Normalisierung der                                                          Literatur unter
        mütterlichen Sensitivität und des kind-                                         www .slaek .de/aerzteblatt-sachsen
        lichen Interaktionsverhaltens erzielt  ter-/Vater-Kind Behandlung in einem
                                                                                              Korrespondierende Autorin
        werden [26] .                       geeigneten  Setting  mit  für  den  indivi-  Prof . Dr . rer . nat . habil . Julia Martini
                                            duellen Fall passenden psychosozialen,    Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und
        Diagnostik und Behandlung           psychotherapeutischen und medika-                         Psychotherapie
                                                                                      Universitätsklinikum Carl Gustav Carus
        Trotz verbesserter Aufklärung und   mentösen Angeboten an [20, 27, 28] .     an der Technischen Universität Dresden
        zunehmender Akzeptanz peripartaler  Die interdisziplinäre Zusammenarbeit         Fetscherstraße 74, 01307 Dresden
        Depressionen besteht weiterhin ein er- von verschiedenen Professionen, wie      E-Mail: julia .martini@tu-dresden .de
        heblicher Aufklärungsbedarf in Bezug  der  Hebammenkunde,  Gynäkologie,
        auf andere psychische Erkrankungen  Kinderheilkunde, Psychiatrie, Psycho-  Aufruf zur Publikation
        im Zusammenhang mit Schwanger- somatik und Psychotherapie ist dabei      von Beiträgen
        schaft und Geburt, die sowohl Mütter  essenziell [28] . Für die Behandlung von   Das Redaktionskollegium „Ärzteblatt
        als auch Väter betreffen können . Viele  peripartalen psychischen Störungen   Sachsen“ bittet die sächsischen
        Betroffene sprechen psychische Pro- hat insbesondere das Fach der Psycho-  Ärztinnen und Ärzte, praxisbezogene,
        bleme aus Angst, nicht ernst genom- somatik  und Psychotherapie in  den   klinisch relevante, medizinisch-
                                                                                 wissenschaftliche Beiträge und
        men oder als „unfähige“ Eltern gesehen  letzten Jahren spezialisierte Schwer-  Übersichten mit diagnostischen und
        zu  werden,  nicht  an .  Dabei  sind  die  punktbehandlungen  entwickelt, deren   therapeutischen Empfehlungen
        frühzeitige Diagnostik und Behandlung  Wirksamkeit eindrücklich gezeigt wur-  einzureichen . Gem . § 10 Fortbildungs-
        in dieser Zeit besonders wichtig für die  de [31, 32] . Diese werden kontinuierlich   ordnung erhalten Autorinnen und
        gesamte Familie [27] . Dadurch können  durch die Fachgebiete der Psychiatrie   Autoren 5 Punkte pro wissenschaft-
        Risiken für Schwangerschaft und Ge- und Psychotherapie ergänzt, um auch   licher Veröffentlichung .
                                                                                 (maximal 50 Punkte in fünf Jahren) .
        burt beziehungsweise eine Chronifizie- psychiatrische Krankheitsbilder umfas-  Ebenso können gern berufs- und
        rung der Symptomatik reduziert und  send zu behandeln [24, 28] . Dadurch   gesundheitspolitische sowie
        zentrale Mechanismen der familiären  kann in vielen Fällen eine Verbesserung   medizingeschichtliche Artikel zur
        Transmission durchbrochen werden [3,  der Symptomatik erreicht und gleich-  Veröffentlichung im „Ärzteblatt
        7, 28] . Gerade in dieser Zeit besteht zu- zeitig die kindliche Entwicklung nor-  Sachsen“ eingereicht werden
        dem möglicherweise bei den (werden- malisiert werden [26, 33, 34] . Die Psy-  (E- Mail: redaktion@slaek .de) .
        den) Eltern ein besonderes Bewusst- chopharmakotherapie weist in der     Unter www .slaek .de → Über uns →
        sein dafür, wie wichtig eine Behandlung  Schwangerschaft und Stillzeit zahlrei-  Presse → Ärzteblatt sind die
                                                                                 Autorenhinweise nachzulesen .
        ihrer Symptomatik ist, um eine Weiter- che Besonderheiten auf und es muss


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