Page 6 - Ärzteblatt Sachsen, April 2026
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BERUFSPOLITIK



        LFB Sachsen im Gespräch

        mit Prof. Constanze Geiert,

        Sächsische Staatsministerin der Justiz





        Eine schlechte Personalausstattung, zu
        viel  Bürokratie,  mangelnde  Finanzie-
        rung und eine zu lange Verfahrensdau-
        er,  dass  sind  die  wesentlichen  Kritik-
        punkte der Freien Berufe an die Sächsi-
        sche Justizministerin Prof . Constanze
        Geiert . Diese ging beim „LFB Sachsen
        im Gespräch“ dezidiert darauf ein und
        machte  deutlich, dass  auch  sie  sich
        gern mehr Personal, vor allem Rechts-
        pfleger, und eine bessere Finanzierung
        der Gerichte wünschen würde, dies
        aber bei der Haushaltslage im Freistaat
        derzeit nicht möglich sei . Auch eine
        Verkürzung der Verfahrensdauer bei
        Gericht sei für sie ein wichtiges Ziel .                                                                © SLÄK
        Denkbar wäre auch im Einzelfall die
        Abschaffung von Widerspruchsverfah-  Prof . Dr . Constanze Geiert (r .), sächsische Justizministerin zu Gast beim Landesverband der
        ren . Dies sei jedoch nicht Aufgabe der   Freien Berufe (LFB), hier im Bild mit RA Cornelia Süß, Präsidentin des LFB Sachsen .
        Judikative, weil diese nur geltendes
        Recht umsetze . Gesetzesänderungen  cherung die Kosten trägt, muss sich  Gerichten teilweise länger dauert als
        könne nur die Exekutive entwickeln und  nach dem Sinn seines Handelns fragen  die Papierakte, sei ein unhaltbarer Zu-
        über die Legislative umsetzen . Daher  lassen“, so die Ministerin . „Diese zuneh- stand . Dieses Problem müsse schnell
        sollten die Freien Berufe ganz konkrete  mende Individualisierung anstatt eines  technisch gelöst werden . Durch die Di-
        Kritikpunkte oder Maßnahmen benen- Denkens im Sinne der Gemeinschaft ist  gitalisierung könne auch der Mangel an
        nen und an die zuständigen Ministerien  doch das eigentliche Problem . Aber ge- Rechtspflegern etwas ausgeglichen
        senden .                            sellschaftliche Fehlentwicklungen kann  werden .
                                            man nicht mit dem Strafrecht lösen .“
        Auf die Frage, ob man nicht durch die                                  Auf die Frage von RA Cornelia Süß, Prä-
        Einführung von Bagatellgrenzen die  Den in Sachsen geforderten und auch  sidentin des LFB Sachsen, was sich die
        Gerichte entlasten könnte, meinte die  schon begonnenen Prozess des Büro- Justizministerin denn wünschen würde,
        Justizministerin, dass dies im deut- kratieabbaus begrüßte die Ministerin  meinte diese: Mehr Eigenverantwor-
        schen Rechtssystem nicht vorgesehen  ausdrücklich, sieht aber einen langen  tung und Selbstregulierung der Bürge-
        sei, weil damit ein wesentlicher Rechts- Umsetzungsprozess auf Grund der der- rinnen und Bürger statt immer der Ruf
        anspruch der Bürgerinnen und Bürger  zeitigen Minderheitsregierung sowie  „die da oben“ . Denn in einer demokrati-
        eingeschränkt werden würde . Vielmehr  der zahlreichen Verflechtungen von Ge- schen Gesellschaft habe  jeder das
        seien das Anspruchsverhalten sowie  setzen  und  Verordnungen .  Es  sei  wie  Recht, aber auch die Pflicht auf Teilha-
        die Rechtsschutzversicherungen ein  bei einem Netz, zieht man an einer  be, Mitwirkung und ein Engagement für
        Grund für die Überlastung der Gerichte .  Stelle, wackelt das ganze System, so  das Allgemeinwohl . ■
        „Wer sich wegen drei Euro Streitwert  Prof . Geiert . Ebenfalls wichtig ist ihr ei-
        vor Gericht trifft, nur um recht zu be- ne stärkere Digitalisierung der Abläufe .             Knut Köhler M .A .
        halten und weil die Rechtsschutzversi- Dass die Verwendung der eAkte in den   Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit




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