Page 8 - Ärzteblatt Sachsen, April 2026
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GESUNDHEITSPOLITIK
Das Krebsregister Sachsen erfasst flächendeckend, vollzählig und vollständig die Krebserkrankungen im Freistaat . Klinische und onkologische Kennzahlen,
wie die abgebildete altersstandardisierte Neuerkrankungsrate nach Landkreisen im Jahr 2023, machen differenzierte Aussagen zum Krebsgeschehen möglich
und sind Basis gesundheitspolitischer Entscheidungen .
mit dem eigenen Bestand abzuglei - samkeit des Programms abgeleitet ierte Mortalität in der Screening-Grup-
chen . Ziel dieses pseudonymisierten werden können . pe um 20 bis 30 Prozent sank und ent-
Abgleichs ist es, Fälle zu identifizieren, sprechend etwa jeder vierte Brust-
bei denen trotz negativer Screening- Dr . rer . nat . Elisabeth Hand, Referentin krebstodesfall in der anspruchsberech-
Untersuchung innerhalb von zwei Jah- für Evaluation und Qualitätsmanage- tigten Altersgruppe verhindert werden
ren ein Brustkrebs auftrat . Die syste- ment der Kooperationsgemeinschaft konnte .
matische Erfassung sogenannter Inter- Mammographie, erläuterte das Mam-
vallkarzinomen dient der Beurteilung mografie-Screening-Programm und Als Schnittstelle zwischen Früherken-
der Prozess- und Ergebnisqualität, wo- zeigte, dass seit Einführung des Scree- nung und systematischer Krebsfaller-
durch belastbare Aussagen zur Wirk- ning-Programms die brustkrebsassozi- fassung trägt das Krebsregister Sach-
sen zu evidenzbasierten gesundheits-
politischen Entscheidungen bei .
Real-World-Daten:
Umfassende Datengrundlage
für die onkologische Forschung
Krebsregisterdaten stellen eine zentra-
le Quelle von Real-World-Daten dar . Sie
ermöglichen es, die tatsächliche Ver-
sorgungssituation in Deutschland au-
ßerhalb randomisierter, kontrollierter
Studien mit restriktiven Einschlusskri-
terien zu untersuchen .
Dr . med . Anika Kästner von der Ab-
teilung Versorgungsepidemiologie und
Community Health der Universitäts-
medizin Greifswald stellte die Ergeb-
nisse aus dem Innovationsfondsprojekt
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