Page 7 - Ärzteblatt Sachsen, Juli 2026
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BERUFSPOLITIK
aber auch Schutzkonzepte mit trans-
parenten Verfahrenswegen, angemes-
sene Konsequenzen bei bestätigten
Verstößen sowie externe und unab-
hängige Meldestellen. Die Sächsische
Landesärztekammer müsse ein wichti-
ges Signal für einen längst überfälligen
Kulturwandel geben.
Ausländische Berufsqualifikationen
Diskutiert wurde ebenfalls der Refe-
rentenentwurf zur Beschleunigung der
Anerkennung ausländischer Berufs-
qualifikationen in Heilberufen. Begrüßt
wurden vom Präsidenten insbesondere
© SLÄK © SLÄK digitale Verfahren, bundeseinheitliche
Vorgaben sowie die Möglichkeit, im
Dr. med. Andreas Teubner kritisierte die Constanze Schwarz äußerte sich zur
aktuelle Gesundheitspolitik geplanten Strukturreform bei der Ausland begonnene Ausbildungen in
Sächsischen Landesärztekammer Deutschland fortzuführen. Auch die
etwa im Bereich der Arbeitnehmer- schen Ärztetages. Die entsprechenden Einführung moderner Kenntnisprüfun-
überlassung. Gleichzeitig müsse das Vorfälle verurteilte der Präsident. Zu- gen und eine verbesserte Abstimmun-
Be rufsrecht weiterentwickelt werden, gleich nannte er den Anstoß der öf- gen zwischen den Bundesländern wur-
insbesondere im Hinblick auf neue Ver- fentlichen Debatte durch die Studen- den als wichtige Schritte bewertet.
sorgungsformen. tinnen wichtig, richtig und mutig. Die
Sächsische Landesärztekammer hatte Notfallreform
Digitalisierung frühzeitig betont, dass sexuelle Beläs- Die geplante Notfallreform befindet
Ein weiterer Schwerpunkt seines Be- tigung sowie verbale oder körperliche sich weiterhin im parlamentarischen
richtes lag auf der Digitalisierung: Er Übergriffe in keiner Weise mit dem Verfahren, berichtete der Präsident.
erwarte eine praxisorientierte, sichere ärztlichen Selbstverständnis vereinbar Ziel sei eine bessere Steuerung der Pa-
Umsetzung von Digitalisierungsprojek- sind. Delegierte trügen hierbei eine be- tientinnen und Patienten, um Fehlsteu-
ten, die Ärztinnen und Ärzte tatsäch- sondere Vorbildfunktion. Zugleich ver- erungen zu reduzieren und Notaufnah-
lich entlaste. Zudem müssten IT-Syste- wies Erik Bodendieck auf bestehende men zu entlasten. Vorgesehen sind
me vor ihrer Einführung verpflichtend Unterstützungsangebote der Landes- unter anderem standardisierte Erstein-
unter realen Bedingungen getestet und ärztekammer, darunter die beiden Om- schätzungen, eine stärkere Vernetzung
Anwender aktiv einbezogen werden. budsstellen, die Gleichstellungsbeauf- der Rufnummern 116 117 und 112 so-
Auch die Auswirkungen von KI-Anwen- tragte sowie die Ansprechpartner für wie der Ausbau telemedizinischer An-
dungen in der Medizin sollten systema- Menschenrechte und Antidiskriminie- gebote. Sachsen nimmt hierbei mit
tisch in klinischen Studien überprüft rung. Rechtliche Instrumente der Be- Projekten wie die Strukturierte medizi-
werden. Klar positionierte er sich zur rufsordnung ermöglichten zudem ein nische Ersteinschätzung in Deutsch-
Haftungsfrage: Ärztinnen und Ärzte konsequentes Vorgehen, ergänzt durch land (SmED) und der Telenotfallmedizin
dürften bei korrekter Anwendung nicht Prüfungen der persönlichen Eignung eine Vorreiterrolle ein. Dennoch sähe er
für Fehler oder Fehlfunktionen von von Weiterbildungsbefugten und Vor- und andere Delegierte für die Notauf-
KI-Systemen verantwortlich gemacht Ort-Besuchen in Weiterbildungsstät- nahmen keine Entlastung. Denn das
werden. ten. Auch Praxisverbote für übergriffi - Hauptproblem 24/7 bliebe bestehen.
ge Patienten seien möglich. Die Dele - Es gebe zudem keine Exitstrategie so-
Sexualisierte Belästigung gierten forderten in einem Beschluss wie ungeklärte Transporterfordernisse.
Ein weiteres Thema waren die Berichte regelmäßige Fortbildungen für Füh-
über grenzüberschreitendes sexuali- rungskräfte und Mitarbeitende zu se- Fazit Reformbedarf
siertes Verhalten gegenüber Medizin- xualisierter Belästigung sowie weiteren Im Fazit formulierte der Präsident auf
studentinnen im Kontext des Deut- Diskriminierungsformen. Wichtig seien Grund der demografischen und finanzi-
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