Tätigkeitsbericht der Schlichtungsstelle 2001

Der bereits in den letzten Jahren kontinuierlich anhaltende Trend der Zunahme des zu bewältigenden Arbeitsvolumens für die Schlichtungsstelle hat sich auch im Jahre 2001 in allen Bereichen fortgesetzt (eingegangene Anträge: +15,1 %, eingeleitete Begutachtungen: +4,3 %, abgeschlossene Begutachtungen: +15,8 %). Zwangsläufig bedeutet die erhebliche Zunahme der eingegangenen Anträge mit einer gewissen zeitlichen Verschiebung (formale Vorbereitung der Begutachtungsverfahren) eine Zunahme der einzuleitenden und damit auch der abzuschließenden Begutachtungsverfahren. Dieser Effekt dürfte im Jahre 2002 deutlich werden. Das Zahlenmaterial ist in der angefügten Übersicht und den Grafiken in der bereits bekannten Weise aufbereitet.

Lag in den zurückliegenden Jahren der Prozentsatz der als berechtigt beurteilten Schadensersatzforderungen (Fehlbehandlung ursächlich für gesundheitliche Schädigung) relativ konstant bei etwa 27 %, so liegt dieser Prozentsatz in 2001 deutlich niedriger, bei etwa 21 %. Demgegenüber lag die Zahl der Fälle, in denen eine Fehlbehandlung festgestellt, diese aber als nicht ursächlich für eine Gesundheitsschädigung beurteilt wurde, im Jahre 2001 deutlich höher. Wir meinen, hier macht sich die Tätigkeit unseres Sachverständigenrates bemerkbar, der insbesondere in Problemfällen eine sehr differenzierte Bewertung möglich macht.

Zeigen die eingangs genannten Zahlen einerseits die Akzeptanz unserer Schlichtungsstelle, so bedeuten sie andererseits eine erhebliche Zunahme des Arbeitsvolumens für die Mitarbeiter der Schlichtungsstelle. Unsere Bemühungen, im Berichtsjahr einen weiteren Mitarbeiter für den Bereich der Geschäftsstelle zu gewinnen, waren leider nicht erfolgreich, wir werden diese Bemühungen, um das anfallende Arbeitsvolumen zu bewältigen, im Jahre 2002 zwangsläufig fortsetzen müssen.

An dieser Stelle ist wie in jedem Tätigkeitsbericht insbesondere den Gutachtern zu danken, die im Berichtsjahr wiederum bereitwillig Gutachten für unsere Schlichtungsstelle erstellt haben. Unsere Schlichtungsstelle verfügt gegenwärtig über einen Stamm von 260 aktiven Gutachtern. Insbesondere in den Fachgebieten Allgemeine Chirurgie, Gefäßchirurgie Unfallchirurgie, Orthopädie und Gynäkologie/Geburtshilfe sind wir sehr daran interessiert, weitere Gutachter zu gewinnen. Erfahrene Fachärzte dieser Fachgebiete, die an der Bearbeitung gutachterlicher Fragestellungen interessiert sind, bitten wir sehr herzlich, sich bei der Schlichtungsstelle zu melden.

Unter Federführung des Juristischen Geschäftsbereiches der Kammer ist im Berichtsjahr die seit 1992 geltende Verfahrensordnung unserer Schlichtungsstelle novelliert und den aktuellen Gegebenheiten angepasst worden. Diese Neufassung liegt gegenwärtig unseren Vertragspartnern (Verband der Schadensversicherer, Kommunaler Schadenausgleich) zur Stellungnahme vor und wird nach abschließender Bearbeitung im Jahre 2002 der Kammerversammlung zur Beschlussfassung vorgelegt werden.

Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle unserer Aktenmanagerin Ursula Riedel, die den umfänglichen Schriftverkehr der Schlichtungsstelle und das wohl nach Zentnern zu bemessende Aktenmaterial unserer Geschäftsstelle perfekt organisiert.

Dr. Rainer Kluge, Kamenz, Vorsitzender

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