Tätigkeitsbericht der Gutachterstelle für Arzthaftungsfragen 2007

Die Gutachterstelle für Arzthaftungsfragen beginnt ihren Jahresbericht wieder mit dem Dank an alle Gutachter, die für diese Gutachterstelle tätig geworden sind. Sie haben, wie in den zurückliegenden Jahren, mit ihrer schwierigen und zeitaufwändigen Arbeit die Tätigkeit der Gutachterstelle möglich gemacht. Durch sie genießt diese Einrichtung eine hohe Akzeptanz.
Im März 2007 fasste der Vorstand den Beschluss, den Gutachterstamm weiterhin planmäßig zu entwickeln und dabei in speziellen Fachgebieten auch über die Landesgrenzen hinauszugehen. Dieser Prozess hat inzwischen begonnen und begleitet unsere Tätigkeit kontinuierlich.
Der neu gewählte Vorstand hat den Sachverständigenrat der Gutachterstelle für die Legislaturperiode 2007/2011 berufen. Sowohl die Zusammensetzung dieses Gremiums sowie die Dauer der Tätigkeit der berufenen Mitglieder folgt einem Reglementarium, das der Vorstand der Kammer beschlossen hat. Der Sachverständigenrat besteht nunmehr aus 22 Mitgliedern aller Fachgebiete, hinzugekommen ist ein Vertreter des Fachgebietes Allgemeinmedizin. Der Sachverständigenrat hat inzwischen in seiner neuen Besetzung seine ersten beiden Arbeitssitzungen erfolgreich absolviert.

Der Blick auf das nachfolgend dargestellte Zahlenmaterial für den Berichtszeitraum zeigt, dass in 2007 nach zwei Jahren des Rückganges sowohl die Zahl der eingehenden Anträge wie auch die Zahl der eingeleiteten Begutachtungen wieder zugenommen haben.

Im Ergebnis der Begutachtungen ist die Zahl der abgeschlossenen Verfahren, in denen die Gutachterstelle die Regulierung der erhobenen Ansprüche empfohlen hat, in denen also eine Fehlbehandlung als ursächlich für einen gesundheitlichen- oder Vermögensschaden beurteilt wurden, leicht angestiegen (2007 = 28,77 Prozent; 2006 = 25,71 Prozent).
Die Verteilung der Anträge auf die einzelnen Fachgebiete gibt die im Anhang dargestellte Übersicht wieder.

Im Jahr 2007 wurde auf der Grundlage des Zahlenmaterials von 2006 erstmals eine bundesweite Statistik über die Tätigkeit der Gutachterstellen der deutschen Landesärztekammern erstellt und veröffentlicht. Unser Zahlenmaterial ist in diese Statistik eingegangen. Das Echo auf diese Veröffentlichung war groß, zeigt sie doch nachdrücklich den Umfang der Tätigkeit, den die Ärzteschaft in eigener Verantwortung auf dem Gebiet der Auseinandersetzung um behauptete oder tatsächliche Behandlungsfehler leistet. 2008 wird das bundesweite Material des Jahrganges 2007 veröffentlicht werden.
Wie auch in den letzten Jahren, so wird die Auseinandersetzung um behauptete oder tatsächliche Behandlungsfehler mit großer Schärfe und nicht immer mit der erforderlichen Sachlichkeit geführt. Dies gilt gleichermaßen für die Antragsteller, was sicher nicht verwunderlich ist, aber auch für die Antragsgegner, also die Behandlungseinrichtungen.

Für 2008 werden neben der Bewältigung der laufenden Arbeiten zu unseren Hauptaufgaben eine Neuordnung des Umganges mit Widersprüchen, der Ausbau des Gutachterstammes, die Weiterentwicklung der bundesweiten Statistik und ggf. kleine Veränderungen unserer Verfahrensordnung gehören.

Ein besonderer Dank gilt der Geschäftsstelle, diese hat im vergangenen Jahr den umfangreichen Schrift- und Postverkehr sowie die organisatorischen Probleme, die sich aus der dezentralen Arbeitsweise der Gutachterstelle (Dresden, Nürnberg, Miltitz) ergeben, souverän beherrscht.

Dr. Rainer Kluge, Miltitz, Vorsitzender
(veröffentlicht im "Ärzteblatt Sachsen" 6/2008)

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