Tätigkeitsbericht der Gutachterstelle für Arzthaftungsfragen 2009

2009 war für die Gutachterstelle der Sächsischen Landesärztekammer in mehrerlei Hinsicht ein schwieriges Jahr. Verglichen mit dem Vorjahr lag die Zahl der eingegangenen Anträge um fast 20 Prozent höher, was zwangsläufig zu einer deutlichen Zunahme des Arbeitsumfanges sowohl in der formalen wie auch in der gutachtlichen Bearbeitung der Anträge geführt hat.

Die Verteilung der Anträge bzw. der Begutachtungsverfahren auf die verschiedenen Fachdisziplinen sowie auf ambulante und stationäre Behandlungseinrichtungen ist in der bereits aus den Vorjahren bekannten Form diesem Bericht angefügt. Wie in den vergangenen Jahren betreffen etwa 2/3 der Begutachtungsverfahren stationäre Behandlungen und etwa 1/3 ambulant ausgeführte Behandlungen. Auch die Verteilung der Verfahren auf die Fachdisziplinen zeigt die bereits hinlänglich bekannte Tatsache, dass bei vergleichbaren Fallzahlen die schneidenden Disziplinen häufiger mit dem Vorwurf einer fehlerhaften Behandlung konfrontiert werden als die eher konservativ ausgerichteten Fachgebiete.

Die Zahl der Verfahren, in denen die Gutachterstelle dem Versicherer eine Schadensregulierung empfohlen hat (dies sind die Verfahren, in denen eine Fehlbehandlung zu gesundheitlichen Konsequenzen für den Patienten geführt hat), lag im Jahre 2009 mit 21,9 Prozent deutlich niedriger als im Vorjahr (28,9 Prozent). Der Trend der vergangenen Jahre, der steigende Anerkennungszahlen erkennen ließ, hat sich also in 2009 erfreulicherweise nicht fortgesetzt. Für eine inhaltliche Bewertung dieser Trendwende ist der Beobachtungszeitraum noch zu kurz; das Jahr 2010 wird hier weitere Erkenntnis bringen.

Diese Ergebnisse gehen wie in den letzten Jahren in die bundesweite Statistik der Gutachterkommissionen/Schlichtungsstellen der deutschen Landesärztekammern ein.

Wie in den vergangenen Jahren ist an dieser Stelle in besonderer Weise unseren Gutachtern Dank zu sagen, die sich neben ihrer beruflichen Belastung bereit gefunden haben, Gutachten für uns zu erstellen und damit eine häufig unbequeme und schwierige Arbeit auf sich genommen haben. Die Gutachterstelle hat den Gutachterstamm planmäßig weiterentwickelt. Dennoch sind uns neue Gutachter, insbesondere in den Fachgebieten Chirurgie (alle Teilbereiche) und Traumatologie/Orthopädie, jederzeit willkommen.

Mit großer Betroffenheit mussten wir erfahren, dass Herr Prof. Dr. Klaus Ludwig, der seit der Gründung der Gutachterstelle für uns als Gutachter tätig war und dessen ausgewogenes Urteil im Sachverständigenrat der Gutachterstelle immer von besonderem Wert war, im Dezember 2009 verstorben ist. Wir haben ihm viel zu danken.

Das juristische Rückgrat unserer Gutachterstelle, Herr Schaffer, hatte im Jahre 2009 schwerwiegende gesundheitliche Probleme zu überstehen, dennoch haben wir die Kontinuität unserer Arbeit gewährleisten können. Dafür gebührt ihm besonderer Dank. Aus gesundheitlichen Gründen wird Herr Schaffer im Jahre 2010 seine Tätigkeit für die Gutachterstelle beenden. Ab dem 01.01.2010 übernimmt Herr Kirchmayer, ebenfalls aus Nürnberg, dieses Amt. Leider war es uns (noch) nicht möglich, einen sächsischen Juristen für diese Tätigkeit zu gewinnen.

In besonderer Weise zu danken ist den beiden Sachbearbeiterinnen der Gutachterstelle: Frau Friedl und Frau Anders managen den immer größer werdenden bürokratischen Aufwand unserer Geschäftsstelle souverän und verlässlich.

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