Peer Review Intensivmedizin


Peer-Review-Verfahren verbinden auf freiwilliger Basis das Konzept der Qualitätsentwicklung mit dem Konzept des lebenslangen Lernens.
Die Methode des Peer Reviews ist ein Verfahren der externen Qualitätssicherung, das als unbürokratisches, flexibles und auf den kollegialen Austausch fokussiertes Instrument der Förderung von Qualität und Sicherheit in der Patientenversorgung dient.
In Sachsen begannen Peer Review Verfahren schon in den 90er Jahren in der Pathologie. Die ersten Impulse für die Einführung von weiteren freiwilligen Peer Reviews in Krankenhäusern gingen von der Initiative Qualitätsmedizin sowie der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin, der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin und dem Berufsverband Deutscher Anästhesisten aus. In seiner Durchführung orientiert sich das Peer Review Verfahren Intensivmedizin in Sachsen an den bundesweiten Empfehlungen der Bundesärztekammer. Zur Teilnahme an dem Verfahren ist ein formloser schriftlicher Antrag bei der Sächsischen Landesärztekammer zu stellen.

 

Ziel des Peer Reviews ist die Verbesserung der Prozess- und Ergebnisqualität mittels eines strukturierten und systematischen Bewertungsverfahrens. Die Beratung im kollegialen Dialog während des Vorort-Besuchs des externen Expertenteams bildet den Schwerpunkt nach einer systematischen Selbst- und Fremdbewertung von meist klinischen Inhalten. Die Peers und die Kollegen der besuchten Einrichtung reflektieren selbstkritisch ihr ärztliches und pflegerisches Handeln, identifizieren gemeinsam Verbesserungspotentiale, legen Qualitätsziele fest und leiten daraus konkrete Maßnahmen ab. Nach dem Prinzip der Gegenseitigkeit muss jede Organisation, die sich einem Peer Review unterziehen möchte, ihrerseits Peers zur Verfügung stellen und jede Organisation, die Peers stellt, muss sich auch einem Review unterziehen.
Durch die wechselseitigen Besuche wird der kooperative Ansatz unterstrichen.
Das Verfahren ist ebenso für pädiatrische Intensivstationen geeignet.

Das intensivmedizinische Peer-Review-Team sollte mit zwei verantwortlichen Ärzten in der Intensivmedizin (Fachärzte mit der Zusatzbezeichnung Intensivmedizin bzw. Schwerpunkt Neonatologie, Chefarzt oder Oberarzt) und einer in der Intensivmedizin qualifizierten leitenden Pflegekraft sowie optional einem Facharzt für Anästhesie interdisziplinär und multiprofessionell besetzt sein.
In diesem Rahmen erfolgt ein offener Informationsaustausch mit Fachkollegen aus anderen Einrichtungen auf Augenhöhe.

 

Die am Verfahren beteiligten Peers aus dem ärztlichen und aus dem pflegerischen Bereich müssen im Vorfeld die Fortbildung „Ärztliches Peer Review” nach dem Curriculum der Bundesärztekammer besucht haben.

 

Künftige Schulungstermine zum "Ärztlichen Peer Review" können Sie dem Online-Fortbildungskalender auf unserer Homepage unter www.slaek.de entnehmen oder per E-Mail bei unserem Referat Fortbildung erfragen.

Die Fortbildungen zum IQM-Peer werden von der Sächsischen Landesärztekammer anerkannt, so dass Sie sich auch bei IQM nach möglichen Schulungsterminen erkundigen können.

 

Weitere Kursangebote können über das Fortbildungsportal der Bundesärztekammer recherchiert werden.

 

Am 16. Januar 2013 fand die erste Besprechung zur Implementierung eines Peer-Review-Verfahrens Intensivmedizin in der Sächsischen Landesärztekammer statt.
Nach zwei erfolgreich durchgeführten Pilotverfahren zum Peer Review Intensivmedizin im Freistaat Sachsen im Jahr 2013 konnten für die beiden visitierten Kliniken die entsprechenden Teilnahmebestätigungen ausgestellt werden. Noch im selben Jahr fand am 09. Dezember 2013 ein erster gemeinsamer Erfahrungsaustausch in der Sächsischen Landesärztekammer statt. Die Beteiligten berichteten übereinstimmend, dass die Peer Review Verfahren in der Ärzteschaft und im Pflegebereich gut angenommen werden.
Dem Sinn eines Peer Reviews folgend wurden in diesem ersten Erfahrungsaustausch Ideen, Ansätze und Konzepte zur Verfahrensverbesserung gemeinsam von allen Beteiligten erarbeitet. Die Ergebnisse des Erfahrungsaustausches waren sehr praxisnah und an die Gegebenheiten der Gesundheitseinrichtungen vor Ort angepasst. In dem gemeinsamen Erfahrungsaustausch am 09. Dezember 2013 wurde beschlossen, eine entsprechende Richtlinie zu entwickeln.
Im Laufe des Jahres 2014 wurde diese neue Richtlinie Freiwillige Qualitätskontrolle - „Peer Review Intensivmedizin im Freistaat Sachsen” erarbeitet. Vom Vorstand der Sächsischen Landesärztekammer wurde sie am 03. Dezember 2014 beschlossen, am 01. Januar 2015 ist die Richtlinie in Kraft getreten und wurde 2018 aktualisiert.

 

Die Richtlinie beinhaltet neben allgemeinen Angaben zur Zielsetzung eines Peer-Review-Verfahrens und zum Kompetenzprofil der ärztlichen und pflegerischen Peers auch Regelungen zur Rollenverteilung innerhalb des Peer-Review-Teams sowie Regelungen zu den grundsätzlichen Anforderungen an den Ablauf und die Durchführung eines Peer Reviews Intensivmedizin. Zur Erweiterung des Verfahrens auf pädiatrische Intensivstationen wurde ein Pädiatrischer Kriterienkatalog in die Verfahrensunterlagen aufgenommen.
Für die Weiterentwicklung des Verfahrens soll die Richtlinie eine verbindliche Grundlage sein. Daher wurden Neuerungen seitens der DIVI im Jahr 2018 auf das sächsische Peer-Review-Verfahren übertragen und die sächsische Richtlinie sowie alle Verfahrensunterlagen wurden entsprechend angepasst. Interessierte können sich über die Voraussetzungen zur Teilnahme informieren, und neuen Verfahrensbeteiligten wird ein schnellerer Einstieg in die Thematik ermöglicht. Durch die Festlegung der administrativen Abläufe in der Richtlinie wird eine gemeinsame Basis für alle künftigen Verfahren zur gegenseitigen Qualitätsbeurteilung in der Intensivmedizin im Freistaat Sachsen geschaffen.

 

 

Die aktuell zu verwendenden Unterlagen zur Durchführung eines Peer- Review-Verfahrens sind:

 

Zur Dokumentation der Teilnahme an dem Verfahren Peer-Review-Intensivmedizin in Sachsen erteilt die Sächsische Landesärztekammer Teilnahmebestätigungen.
Nach Erteilung des Einverständnisses veröffentlichen wir hier die jeweils 3 Jahre gültigen Bestätigungen über die Teilnahme an der freiwilligen Qualitätskontrolle Peer Review Intensivmedizin im Freistaat Sachsen.

 

Datum des Peer Review TreffensBesuchte EinrichtungTeilnahmebestätigung (.PDF)
05.04.2016Klinik und Poliklinik für Neurologie- Neurologische Intensivstation, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus an der Technischen Universität Dresden, AöR
14.06.2016Klinik für Anästhesiologie, Intensiv- und Schmerztherapie, Klinikum St. Georg gGmbH Leipzig
13.09.2016Zentrum für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie, Heinrich-Braun-Klinikum gGmbH
24.11.2016Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus an der Technischen Universität Dresden, AöR
20.12.2017Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie, Universitätsklinikum Leipzig, AöR
22.08.2018Klinik für Anästhesiologie, Intensiv- und Schmerztherapie, Klinikum St. Georg gGmbH Leipzig

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Referat Qualitätssicherung

Mag. iur. Ulrike Minkner

Schützenhöhe 16
01099 Dresden

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