Stärkere Fokussierung auf den stationären Bereich bei der Einführung medizinischer Telematikanwendungen gefordert

Ulm: Der 111. Deutsche Ärztetag fordert auf Initiative der Sächsischen Landesärztekammer von der gematik sowie dem Bundesgesundheitsministerium die intensivierte Weiterentwicklung von standardisierten medizinischen Telematikanwendungen für den klinischen Datenaustausch im Sinne einer verbesserten Patientenversorgung (elektronischer Arztbrief, Arzneimittelverordnung, elektronische Patientenakte). "Zunächst soll dies schwerpunktmäßig für den stationären Sektor des Gesundheitswesens umgesetzt werden und unter freiwilliger Einbeziehung niedergelassener Ärzte im regionalen Umfeld", so Prof. Dr. med. habil. Jan Schulze, Präsident der Sächsischen Landesärztekammer. "Und natürlich müssen die ärztlichen Prämissen strikt beachtet werden und es darf keine Beeinträchtigung des Vertrauensverhältnisses zwischen Arzt und Patient geben." Die Bereitstellung eines elektronischen Arztausweises mit qualifizierter elektronischer Signatur und einer Komfortsignatur durch die Landesärztekammern ist dafür unbedingt notwendig.

Die Akzeptanz von Telematikanwendungen hängt in entscheidendem Maße vom nachgewiesenen Nutzen ab, Kosten und Qualität der Implementierungen von den gegebenen Voraussetzungen. Im sächsischen Projekt SaxTeleMed wurde in den vergangenen Jahren die "Digitalisierung bildgebender Verfahren und Bildkommunikation der Krankenhäuser im Freistaat Sachsen" durch drei Krankenhäuser unter Einbeziehung von freiwilligen niedergelassenen Ärzten und der Nutzung eines elektronischen Arztausweises erprobt. Dieses Telematikprojekt konnte durch das politische Großprojekt "Elektronische Gesundheitskarte" nicht weitergeführt werden, da die aktuellen Konzepte zur elektronischen Gesundheitskarte in erster Linie auf eine Einführung im niedergelassenen Bereich fokussieren.

In Krankenhäusern können aufgrund der bereits vorhandenen elektronischen Infrastruktur medizinische Telematikanwendungen versorgungs- und akzeptanzwirksam gestaltet werden. Durch regionale Netzwerkbildung und freiwillige Kooperation mit Krankenhäusern kann die Arbeit der niedergelassenen Ärzte besser unterstützt werden. Sie können Erfahrungen sammeln und als Multiplikatoren dienen.

Weitere Informationen unter 0351 / 82 67 160.

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