Rationierung in der MedizinSächsische Ärzte warnen vor Low-Budget-Versorgung

Dresden: Mit einer immer schnelleren Abfolge von Spar- und Reglementierungsgesetzen ist es in wichtigen versorgungsrelevanten Bereichen des Gesundheitssystems zu Fehlsteuerungen gekommen, die jetzt und in naher Zukunft die flächendeckende Betreuung und Versorgung der deutschen Bevölkerung gefährden können. "Wir Ärzte müssen seit Jahren eine politisch verursachte heimliche Rationierung im Gesundheitswesen ertragen und unseren Patienten vermitteln." Zu diesem Fazit kam Prof. Dr. med. habil. Jan Schulze, Präsident der Sächsischen Landesärztekammer auf dem 18. Sächsischen Ärztetag.

Vor dem Parlament der sächsischen Ärzte machte er zudem deutlich, dass durch eine strikte Begrenzung der Finanzmittel in der gesundheitlichen Versorgung schon längst nur noch das medizinisch unbedingt Notwendige von den Krankenkassen bezahlt wird. "Die Möglichkeiten der Ärzte, für ihre Patienten die individuell beste Therapie auszusuchen, werden seit Jahren immer stärker eingeschränkt. Wir entwickeln eine Low-Budget-Versorgung", so Prof. Schulze.

Die vordergründige Orientierung an der "Heiligen Kuh" der Beitragssatzstabilität aus wahltaktischen Gründen einerseits und die davoneilenden Gesundheitskosten infolge Multimorbidität und moderner Medizin andererseits führten bei gleichem Ressourceneinsatz zwangsläufig zur Verknappung von Gesundheitsleistungen mit der Folge von Rationierung und Vertrauensverlust in der Patienten-Arzt-Beziehung.

Letztlich gäbe es nur zwei Wege aus dieser gerade für Patienten desaströsen Situation: Entweder mehr Geld in das System, wozu die Krankenversicherten wohl auch bereit wären. Oder eine Änderung, also transparente Kürzung, des bisherigen Leistungskataloges in der gesetzlichen Krankenversicherung. "Damit würde aus der verdeckten eine offene Rationierung und wir Ärzte müssten uns nicht für Dinge verantworten, die wir so nicht gewollt haben. Nur eine transparente und ehrliche Gesundheitspolitik kann die Herausforderungen dieser Zeit meistern", so Prof. Schulze.

Weitere Informationen unter 0351 8267160.

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