Kein Ausverkauf von Krankenhäusern in SachsenSächsische Ärzte warnen vor Versorgungslücken auf dem Land

Dresden: Aufgrund der gesetzlich verursachten schlechten Ertragslage im Krankenhaussektor besteht in Sachsen die Gefahr, dass öffentlich-rechtliche Träger ihre Krankenhäuser ab 2009 durch Verkauf privatisieren müssen. "In der Ärzteschaft herrscht Einigkeit darüber, dass die in Sachsen vorhandene Drittelung der Trägerschaften in öffentlich-rechtlich, frei-gemeinnützig und privat erhalten werden muss. Nur so kann eine Monopolisierung durch Klinikübernahmen und eine flächendeckende stationäre Versorgung erhalten werden.", so Prof. Dr. med. habil. Jan Schulze, Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, auf dem 18. Sächsischen Ärztetag.

Gleichzeitig wird eine Degradierung der angestellten Ärzte zu Krankheitsmanagern befürchtet, mit der Folge, dass das Management die Medizin dominiert und ärztliche Entscheidungen aus ökonomischen Gründen infrage stelle.

Die Finanzierung der Kliniken ist aufgrund des Endes der Konvergenzphase zum 1. Januar 2009 und der Umstellung auf so genannte Fallpauschalen ein deutschlandweites Problem. Wegen der Brisanz sollte sich der Bundesrat noch vor der Sommerpause mit dem Thema befassen und die Bundesregierung zum Handeln auffordern.

Die vom Bund vorgegebene Deckelung der Krankenhausbudgets müsse aufgegeben werden. Und als erste Sofortmaßnahme solle der Sanierungsbeitrag abgeschafft werden. Prof. Schulze vor dem Parlament der sächsischen Ärzte: "Wir brauchen eine Finanzierung der Betriebskosten der Krankenhäuser, die ausreicht, um die Ausgaben zu decken. Sonst ist ein Teil der Krankenhäuser und damit die flächendeckende stationäre Versorgung gefährdet".

Private Investoren stünden bereits vor der Tür, um möglichst zu einem kleinen Preis Krankenhäuser zu kaufen. Man rechnet in dieser Branche mit einer "guten Marktlage" im kommenden Jahr. "Krankheit scheint sich finanziell zu lohnen, sonst wäre das Interesse nicht so groß. Aber auch kommunale Krankenhäuser könnten wirtschaftlich arbeiten. Dafür gebe es auch sehr gute Beispiele in Sachsen. Man müsse nur die Strukturen dafür schaffen."

Weitere Informationen unter 0351 8267160.

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