Elektronische Impfdatenbank

Dresden: Der 18. Sächsische Ärztetag fordert die Sächsische Staatsregierung auf, die gesetzlichen Voraussetzungen für eine "Elektronische Impfdatenbank" (=Elektronischer virtueller Impfausweis) zu schaffen. Die Datenbank soll von den nach § 20 des Gesetzes zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten am Menschen (IfSG) für die Impfempfehlungen zuständigen obersten Landesgesundheitsbehörden eingerichtet werden.

Die Idee der Elektronischen Impfdatenbank basiert dabei auf folgendem Prinzip: Die an die Kassenärztlichen Vereinigungen zur Abrechnung gemeldeten Impfdaten werden unter Beachtung des Datenschutzes in das EDV-System der Gesundheitsämter eingespielt. Das Gesundheitsamt ergänzt und kontrolliert den Impfstatus bei den fälligen Reihenuntersuchungen des Kinder- und Jugendärztlichen Dienstes und anderen Gegebenheiten.

"Mit diesem Verfahren wird die Datenerfassung für die Gesundheitsämter erleichtert. Die Dateneingabe von ca. 30-40 Millionen Datensätzen/Jahr wäre obsolet, was zu einer erheblichen Personal- und Kostenersparnis führt", so Prof. Dr. med. habil. Jan Schulze, Präsident der Sächsischen Landesärztekammer. "Der Impfstatus ist aktuell und für alle Alterstufen auswertbar, Doppelimpfungen werden vermieden."

So kann etwa bei Verletzungen der Tetanus-Impfstatus abgerufen werden. Dies bedeutet Sicherheit sowohl für den verletzten Patient als auch den behandelnden Arzt. Auch im Epidemiefall ist der Immun-/Impfstatus des einzelnen Exponierten abrufbar. Bei Impfschäden ist der Impfstatus nachprüfbar.

Dieses Verfahren bietet eine effektive Grundlage für die wissenschaftliche Bewertung der Impfeffektivität sowie der Bekämpfung von impfpräventablen Erkrankungen. Eine zeitliche, altersspezifische, territoriale und saisonale Korrelation mit aufgetretenen Infektionskrankheiten ist trotz Impfung möglich. Gleiches gilt für eine Langzeitbewertung der Immunität verschiedener Impfstoffe und Kombi-Impfstoffe sowie von Impfschemata.

Impfaufforderungen sind nach Vergleich des Ist-Impfstatus mit dem empfohlenen Impfkalender schriftlich durch das Gesundheitsamt oder den Hausarzt möglich. Die Statistiken der einzelnen Impfungen von Impfärzten, verglichen mit dem Impfalter, erlauben die Beurteilung, wer empfehlungskonform impft. Bei Abweichungen sind gezielte individuelle Beratungen bzw. Fortbildungsempfehlungen möglich.

Weitere Informationen unter 0351 / 82 67 160.

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